Ortsunabhängig arbeiten – inspirierend oder einfach nur anstrengend?

Wir lieben Campingtrips in die Natur und Reisen, auf denen wir fremde Länder und Kulturen besser kennenlernen können. Und da wir selbstständig arbeiten, ist unser Elmastudio natürlich auch immer mit dabei. Die eigene Arbeit so flexibel mitnehmen zu können bietet jede Menge Freiheiten, aber eben auch Herausforderungen. Wenn wir unterwegs sind merke ich immer wieder, wie wichtig es ist flexibel zu bleiben und auch mit nicht ganz perfekten Bedingungen und Situationen umgehen zu können.

Zu Hause in unserem Homeoffice haben wir uns inzwischen ziemlich optimal organisiert. Alles hat seinen Platz und wir haben einen geregelten Arbeitsrhythmus. Unser Internet läuft schnell und beständig, es gibt eigentlich keine Stromausfälle, das Klima ist angenehm und wir haben unser eigenes gewohntes Essen zur Verfügung.

Neue Inspirationsquellen finden

Auf einer Reise fallen all diese Annehmlichkeiten in den meisten Fällen weg. Natürlich kommt es darauf an wo man reist, und wie komfortabel man unterwegs ist, aber ein paar Probleme mit Jetlag, ungewohntem Essen oder einem extremeren Klima kommen höchst wahrscheinlich auf jeden zu. Und das ist ja auch genau das Spannende am Reisen, aber man muss eben lernen flexibel zu sein.

Inzwischen bin ich relativ gut darin, von so ziemlich überall aus zu arbeiten. Egal ob im überfüllten Café, im kleinsten Gästehauszimmer, am Flughafen oder im Zweimannzelt – die Supportfragen, E-Mails und der CSS-Code wollen bearbeitet werden. Natürlich heißt das nicht, dass ich wie verrückt überall meinen Laptop aufklappe. Aber da wir eben nicht im Urlaub sind müssen wir natürlich schauen, dass unserer Arbeit ohne Unterbrechungen weiterläuft.

Um ehrlich zu sein, liebe ich diese provisorischen Arbeitssituationen ja sogar. Gerade in diesem Moment sitze ich zum Beispiel früh morgens vor unserem Gästehauszimmer in einem kleinen Homestay in Kerala, Indien. Ich rieche wie ein Stock tiefer indische Idiyappams mit Veggie Curry zum Frühstück vorbereitet wird. Hunde bellen und nebenan arbeiten Bauarbeiter an einem neuen Hausdach. Und ich sitze hier und diktiere diesen Blogartikel auf meinem iPad.

Loslassen hat eine befreiende Wirkung

Unperfekte Arbeitsbedingungen haben meiner Ansicht nach eine befreiende und inspirierende Wirkung. Man lernt loszulassen und seinen Kopf von bestimmten Vorstellungen zu befreien. Ich finde das sehr erfrischend, auch wenn es natürlich nicht immer einfach ist.

In einem Meditationsbuch, das ich im Moment lese, habe ich neulich gelesen, dass Personen mit denen man im Leben schwer zurecht kommt, die besten Lehrer für einen sind. So ähnlich empfinde ich es auch mit neuen, ungewohnten oder schwierigen Situationen. Man lernt so viel über sich selbst. Man lernt sich auf Neues einzulassen. Wenn man es schafft auch diese schwierigeren Situationen positiv zu betrachten, kann das eine sehr motivierende und inspirierende Wirkung haben.

Ich fühle mich gerade auf Reisen immer sehr viel wacher und anwesender.

Mir kommen neue Ideen und und ich bin sehr viel motivierter Projekte umzusetzen, für die ich im Alltag zu Hause wahrscheinlich nicht die Zeit gefunden hätte.

Natürlich darf man sich auch nicht auspowern, sondern man muss Pausen einbauen und auf sich hören. Wir versuchen zum Beispiel gerade auf Reisen immer ausreichend zu schlafen und keinerlei Freizeit am Computer zu machen. Außerdem sind wir wahrscheinlich die langsamsten Reisenden überhaupt, da wir uns wirklich sehr viel Zeit lassen und nicht alles auf einmal anschauen oder erleben müssen. Wir genießen es eher an fremden Orten oder in der Natur zu sein und so unserem Alltag einfach einen etwas anderen Rhythmus zu geben. Auch gesundes Essen ist uns total wichtig, um uns auch unterwegs wohl und fit zu fühlen.

Deine Erfahrungen und Tipps

Wie sind deine Erfahrungen zum Thema Arbeiten auf Reisen? Hast du deine Arbeit auch schon auf Reisen mitgenommen oder kannst du dir diese Art zu arbeiten eher nicht vorstellen? Hast du Tipps oder Tricks, wie man seine Arbeit auch auf Reisen möglichst effizient organisieren kann und wie man sich auch in ungewohnten Situationen weiterhin wohl fühlt? Ich würde mich sehr über dein Tipps und deine Meinung freuen. Schreib mir doch einfach einen Kommentar hier zum Beitrag, ich freue mich schon sehr von dir zu hören.

11 Kommentare zu “Ortsunabhängig arbeiten – inspirierend oder einfach nur anstrengend?

  1. Liebe Ellen,

    Deine Beschreibung übers Reisen kann ich für uns auch nur bestätigen. Wir versuchen dabei möglichst gar nicht zu arbeiten, da wir nicht reisen, sondern nur urlauben … :)

    Mich würde interessieren, welchen Weg Dein eingesprochenen Text nimmt, um hier in diesem Blog hier zu landen.

    Kennst Du http://www.dnx-berlin.de/tools/ rund um die DNX gibt es eine Menge Input für digitale Normaden … Allerdings harmoniert vieles nicht mit unserem meditativen und beschaulichen Leben. :)

    Liebe Grüße ins warme Indien, vom warmen Rand-Berlin

    • Hallo Rene,

      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich schreibe oder diktiere Texte gerne erst einmal außerhalb von WordPress, das finde ich beruhigender :) Dazu nutze ich die IA Writer App. Dann kopiere ich meinen Text direkt in WordPress und füge Schlagwörter, Bilder und Links hinzu.

      Ich habe schon von der Konferenz gehört, ganz vielen Dank für den Tool Link-Tipp. Ja, ein ruhiges Dasein ist uns ja auch sooo wichtig, mir geht es am besten wenn ich ruhig und entspannt und ohne Hektik arbeiten und reisen kann. Das macht am meisten Spaß, man kann die Arbeit effizient erledigen und trotzdem noch entspannt und offen in einem fremden Land unterwegs ein :)

      Liebe Grüße ins sommerliche Berlin :D
      Ellen

  2. Hallo Ellen,

    das spiegelt sich (fast) mit meinem Urlaub-Empfinden. Es ist in meinen Augen großer Luxus, seine Arbeit auch mobil zu erledigen. Man muss nur aufpassen, dass die Arbeit im Urlaub nicht zu viel wird – sonst kann man nicht abschalten.

    Ich mache es eigentlich immer so, dass ich in der Mittagszeit ein bis zwei Stündchen für die Arbeit verwende (wenn es nötig ist). Meine Frau liest dann gerne oder hält einen Mittagsschlaf und unser Kind nimmt sich dann auch eine Auszeit und spielt. So ist vormittags und nachmittags wieder genug Zeit für Familie und Entspannen – und die Kunden fühlen sich trotz Urlaub gut aufgehoben :-)

    Viele Grüße
    Daniel

    • Hallo Daniel,

      vielen herzlichen Dank für dein Feedback. Du hast auf jeden Fall recht, man darf es nicht übertreiben, vor allem natürlich wenn man mit Familie und Kindern unterwegs ist. Wir werden nächste Woche eine Woche mit unserer Familie und unserem kleinen Neffen in Italien verbringen. Da wollen wir natürlich auch nicht allzu viel arbeiten müssen, daher arbeiten wir gerade ein bisschen vor :) Die Mittagspause oder eine kurze Zeit früh morgens zu nutzen, finde ich dann perfekt :)

      Ganz viele Grüße,
      Ellen

  3. Hi Ellen,

    sehr schöner Text, danke!

    Ich schreibe unterwegs ganz andere Texte als am heimischen Schreibtisch. Daheim ordne ich die Dinge ein, (er)finde Schubladen und Schächtelchen. Unterwegs genieße ich es, meine Perspektive neu gesetzt zu bekommen. Es braucht, meine ich, beides. Das Ordnen und das Neusehen. Nur Ordnen ist langweilig, immer nur Neusehen bleibt letzten Endes schal. Beides abwechselnd aber verstärkt und vertieft sich. 😀

    Nochmal lieben Dank,
    und herzlichen Gruß

    Dushan

    • Hallo Dushan,

      vielen herzlichen Dank für dein Feedback :) Das ist super formuliert, du hast sooo Recht! Mir geht es genauso, wenn wir unterwegs sind geniesse ich es, offener zu sein und raus aus dem „Trott“ (auch gedanklich) zu kommen. Dann wiederum bin ich auch wieder froh, etwas ruhigere Phasen zu haben, um zu reflektieren und um ein paar Sachen einfach auch mal abzuarbeiten :)

      Viele liebe Grüße,
      Ellen

  4. Homeoffice find ich noch in Ordnung solang es nicht überhand nimmt. Ab und zu geht völlig in Ordnung. Aber im Urlaub dann noch nebenbei arbeiten?! Nein, danke. Da möchte ich abschalten und einfach meine Ruhe haben und die Arbeit beiseite legen. Als Freelancer hingegen finde ich es nicht schlecht. Ich kenne einige die als Freelancer tätig sind und durch die Welt reisen und die Arbeit nebenbei erledigen. Aber du hast Recht, wenn man etwas neues erlebt oder sieht ist man kreativer. Man muss dann eben einen Kompromiss zwischen Freizeit und Arbeit finden.

    Grüße,
    Chris

  5. Hallo Ellen,

    ich mag Deinen Text, er ist sehr schön geschrieben. Er wirkt irgendwie fast beruhigend.

    Ich bin auch gerade dabei die letzten Urlaubsvorbereitungen aus dem Homeoffice zu machen. Deshalb passt das Thema hier für mich wahrscheinlich gerade so gut. Da ich meinen Job als Grafikdesigner aus tiefster Leidenschaft mache, nehme ich natürlich meinen Rechner mit in den Urlaub und werde dort definitiv kreativ sein. Die „normalen, alltäglichen“ Aufträge bleiben jedoch zu Hause. Da gehe ich nur in Notfällen ran. Aber FOTOGRAFIEREN, ZEICHNEN, SCHREIBEN, NEUNE IDEEN SAMMELN funktioniert bei mir unterwegs super.

    Viele Grüße
    Andrea

  6. Hey Ellen, ein schöner Artikel. Und er kommt wie gerufen. :-) Ich beginne gerade erst mit dem Testen des ortsunabhängigen Arbeitens. Ich war letzte Woche in Südfrankreich, alleine, um mich mal nur auf mich und meine Projekte zu konzentrieren. Mein Partner ist unterwegs und der Hund in den Ferien. So habe ich mich in einem AirBnB Privatzimmer eingenistet. Da gibt es Internet und einen Kühlschrank. Mein Zimmer war extrem minimalistisch eingerichtet. Das war toll. Ich muss sagen, dass ich produktiver als zu Hause war. Ich habe meine 10.000 Schritte geschafft, das Laufen für mich entdeckt (was ich in Berlin eher verabscheue), gesund gegessen, 1 komplettes Buch gelesen und sogar noch extra-Sport gemacht. Ich war regelrecht überrascht. Zu allem Guten kommt dazu, dass ich mich extrem gut in meine Blogarbeit stürzen konnte und besser als zuhause voran kam. Ich reise mit Handgepäck – also gab es auch dadurch keine Ablenkung durch unnötiges Auswählen von Klamotten. Nächste Woche geht es nach Budapest. Same Story, anderer Ort. Ich lasse mich überraschen, aber ich liebe es jetzt schon und werde weiter Gas geben. Danke für deinen – wie immer – tollen Artikel und eure Eindrücke. <3 Catharina

  7. Ich arbeite auch permanent unterwegs. Die einzigen 2 Dinge, die mich in meiner Arbeit einschränken, sind die Akku Laufzeit und die Verfügbarkeit des Internets. Gleichwohl gibt es Tage, da arbeite ich lieber Zuhause oder bin gezwungen dies zu tun. Besonders dann, wenn viel Büroarbeit ansteht oder Emails beantwortet werden müssen, da relevante Infos oft in irgendwelchen Aktenschränken liegen. Ich arbeite Teilzeit als selbstständiger Blogger und Redakteur.

  8. Hallo Elle!

    Auch hiet wieder ein schöner, anregender Artikel, der Lust zum Kommentieren macht. Ich finde den Gedanken schön, mobil zu arbeiten, habe aber aus Gründen der Erholung die Regel, keine (anstrengende) Arbeit in den Urlaub mitzunehmen. Stattdessen schreibe ich meine Artikel im Voraus, stelle sie mit der geplanten Veröffentlichung-Funktion von WordPress (also sozusagen mit Zeitschaltuhr) online und beobachte nur mit dem Tablet die notwendigsten Angelegenheiten. Habr ich dann wirklich Lust in meinem Urlaub zu arbeiten, dann schnappe ich mir Stift und Papier zum Brainstorming, um ganz entspannt und offline meine Ideen für neue Artikel oder meine nächsten Schritte zu sammeln. So macht es mir persönlich viel Spaß und ich bin dennoch produktiv.

    Liebe Grüße aus dem Saarland!

    Jonathan Raffaele

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