Full Site Editing WordPress

Was bedeutet Full Site Editing (FSE) in WordPress

WordPress entwickelt sich momentan rapide weiter. Es ist eine spannende Zeit für WordPress-Entwickler und -Nutzer gleichermaßen. Solch große Umwälzungen bedeuten aber auch, dass es viel Neues zu lernen gibt. Es ist wichtiger denn je, die aktuellen Entwicklungen mitzuverfolgen, zu recherchieren, Beta-Versionen zu testen und Feedback zu geben.

Dass diese Entwicklungen mitten in einer so aufreibenden Zeit stattfinden, war natürlich nicht geplant. Ich denke ich bin nicht alleine wenn ich sage, dass es einem ab und zu alles ein bisschen viel werden kann.

Manuel und ich selbst arbeiten derzeit vor allem daran unser Aino Theme- und Blockprojekt weiterzuentwicklen und Aino für die kommenden neuen WordPress-Funktionen fit zu machen. Gleichzeitig ist es uns auch sehr wichtig eine Zukunfts-Strategie für unsere bestehenden klassischen WordPress-Themes zu entwicklen.

Da es eine wirklich spannende Zeit ist, habe ich beschlossen wieder regelmäßiger hier auf dem Elmastudio-Blog zu schreiben. Ich möchte teilen, woran wir gerade arbeiten und was wir neues dazu lernen. So können wir uns quasi gemeinsam auf das „neue WordPress“ vorbereiten.

Full Site Editing (FSE) erklärt

Das große Stichwort hinter all den neuen WordPress-Features heißt Full Site Editing oder kurz FSE. Doch was steckt eigentlich genau hinter diesem Stichwort?

Full Site Editing (FSE) ist der Überbegriff für eine ganze Reihe von neuen Funktionen in WordPress. In der WordPress-Entwickler Community ist FSE schon eine ganze Weile in aller Munde, doch so langsam wird die Sache konkreter und einige der neuen Features landen in der kommenden WordPress-Version 5.8, deren Veröffentlichung am 20. Juli geplant ist.

Im WordPress Entwickler-Handbuch gibt es eine kurze Zusammenfassung zum Thema Full Site Editing. Dort werden die folgenden Funktionen aufgelistet:

  • der neuer Site Editor
  • Seiten- und Beitrags-Templates
  • Block-basierte Themes
  • Global Styles
  • Blöcke fürs Bauen von Themes und Templates und die Funktion zwischen den unterschiedlichen Ebenen hin und her zu navigieren.
  • der Navigations-Block
  • der Query-Block

Zusammenfassend bedeuten diese neuen Funktionen, dass eine WordPress-Webseite zukünftig ausschließlich aus Blöcken bestehen wird. WordPress-Nutzer können so auf ALLE Bereiche ihrer Webseite direkt im Editor (also ohne dafür Code-Kenntnisse zu benötigen) zugreifen und diese bearbeiten.

Das Tolle daran ist, dass zukünftig das Einrichten und Bearbeitung einer WordPress-Webseite einheitlich an einem Ort (nämlich dem Editor) stattfinden wird. Ganz besonders wichtig ist natürlich auch, dass in der Editor-Vorschau alle Webseiten-Bereiche visuell sichtbar sind. So wird das Bearbeiten einer Webseite für Nutzer sehr viel intuitiver.

Wie kann ich mich auf FSE vorbereiten?

Hilfreich ist, dass die neuen Funktionen schrittweise in WordPress integriert werden. Entwickler und Nutzer haben so die Zeit sich auf die Neuerungen vorzubereiten. In der kommenden WordPress-Version 5.8 wird das größte neue Feature die Bearbeitung von Seiten-Templates (Page Template Editing) und Template-Teilen (Template Parts) sein.

Seiten- und Beitrags-Templates ab WordPress 5.8

Dafür werden auch eine ganze Reihe neuer Blöcken benötigt, die für das Bauen von Templates und Template-Teilen wichtig sind.

WordPress Full Site Editing FSE erklaert

Das ist zum Beispiel der Query-Block, Blöcke um Schlagwörter, Autor und Kategorien eines Beitrags anzeigen zu können sowie Blöcke zum Erstellen eines Headers, z.B. den Seitentitel-Block und Navigations-Block. Da das Erstellen von Seiten- und Beitrags-Templates ein großes Thema ist, werde ich in den kommenden Tagen in einen eigenen Blogbeitrag noch näher darauf eingehen.

Es wird aber möglich sein, verschiedene Seiten-Vorlagen mit eigenen Layouts anzulegen. Auch für Beiträge können solche Vorlagen angelegt werden. Themeautoren oder Nutzer selbst können spezielle Templates für Beitragskategorien (z.B. Rezepte) anlegen.

Bearbeitet man ein Vorlage, werden alle Seiten oder Beiträge, die diese Vorlage verwenden entsprechend aktualisiert. Die gleiche Funktion wird es auch für spezielle Bereiche einer Webseite geben, zum Beispiel den Header- und Footer-Bereich. Auch für diese sogenannten Template Parts können Vorlagen erstellt und bearbeitet werden.

Eine neue Block-basierte Theme Generation

Im nächsten FSE-Schritt wird es eine neue Generation von Themes geben, die ausschließlich mit Blöcken gebaut werden. Diese Option ist für WordPress 5.9 geplant und Theme-Entwickler bereiten sich bereits auf diese neuen Block-basierten Themes vor.

Auch unser Aino-Theme werden wir demnächst als Block-basiertes Theme anbieten. Über den Umbau werde ich in einer kleinen Beitragsserie auf dem Aino-Blog berichten.

Design-Einstellungen über Global Styles

Auch für WordPress 5.9 in Planung ist die Funktion, eigene allgemeine Styles, die sogenannten Global Styles bestimmen zu können. So können WordPress-Nutzer Standardwerte wie Schriftarten, Schriftgrößen und Farben für ihr Webseite im Editor selbst definieren.

WordPress Global Styles
Globel Styles im TwentyTwentyOne Block-Theme.

Dein Feedback und deine Meinung

WordPress-Entwickler können über das Gutenberg-Plugin viele der neuen Funktionen bereits jetzt testen. Da so viele Neuerungen in Arbeit sind, ist es besonders wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen und teilen, was wir dazu lernen.

Wenn du Fragen hast oder Fehler entdeckst, kannst du diese auf GitHub teilen. Ich hoffe, dass meine neuen Blogbeiträge dir auch helfen, mit den neuen WordPress-Funktionen vertraut zu werden. Wenn du Vorschläge hast, über welche Themen ich mehr berichten sollte, schreib mir doch bitte einen Kommentar. Ich freue mich schon von dir zu hören.

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    1. Hallo Achim,

      du hast sooo Recht :) Ich hatte wirklich eine Schreibblockade, ich arbeite dran diese zu überwinden und ich werde mehr über die kommenden FSE-Funktionen schreiben.

      Es passiert gerade so viel in der WordPress-Welt, da ist es wichtig dran zu bleiben.

      Viele Grüße,
      Ellen

      1. Es ist ja auch eine eigenartige Zeit. Corona, Lockdown etc. offenbart so manche Blockade. Da bist Du nicht die einzige. Habe jetzt auf das neue AINO aktualisiert und war erst mal überrascht. Mit diesen vielen grundsätzlichen Änderungen habe ich nicht gerechnet. (Bin auch kein Profi) Doch probieren geht über studieren. Gut Ding hat Weile.

  1. Annika G.

    Danke für den Artikel! Greifen für FSE auch die Berechtigungsstufen, um zu verhindern, dass normale User*innen damit belastet werden? Das ist doch eine ganze Menge Stuff, der nach dem einmaligen Einrichten der Seite kaum jemanden interessiert… Auch das Bearbeiten von Styles sollte Admins oder sogar Entwickler*innen/Designer*innen vorbehalten sein, die wissen, was sie tun, oder? Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es ja auch so, dass Änderungen sofort überall in einer Seite greifen, und die wenigsten haben eine Staging-Seite, um diese Dinge auszuprobieren. Ich finde das alles noch immer recht spooky, vor allem nachdem ich gesehen habe, wie „normale“ Leute mit dem neuen Editor umgehen, nämlich sagen wir mal … abenteuerlich, selbst in so tollen Themes wie euren.

    1. Hallo Annika,

      du hast Recht, das ist eine wichtige Frage und ich habe mich auch noch nicht im Detail damit auseinander gesetzt, welche Rollen auf die neuen FSE-Funktionen zugreifen. Ich werde das Thema noch einmal genauer recherieren und einen Folgebeitrag schreiben.

      Ich glaube aber es ist geplant relativ detailliert differenzieren zu können, wer Zugriff auf was hat.

      Viele Grüße,
      Ellen

  2. Karl

    Vielen Dank für den informativen Überblick der neuen WordPress 5.9 Features. So schön sich die neuen Erweiterungen anhören, fürchte ich dennoch, dass einige WP Plugins nicht mehr funktionieren werden. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen …

    1. Hallo Karl,
      das stimmt, da die Änderungen doch sehr groß sind ist es auf jeden Fall eine große Herausforderung für Plugin- und auch vor allem Theme-Autoren kompatibel zu bleiben.

      Daher schreiten die Updates momentan auch relativ langsam voran, was meiner Ansicht nach gut ist. Ich denke die WordPress Entwickler-Community hat daraus gelernt, dass die ersten Updates hin zum Gutenberg-Projekt leider doch recht hoplrig waren :)
      Viele Grüße,
      Ellen

  3. Ich bin ja gespannt, was das für Elementor & Co bedeuten wird. Gerade die Templates gehen ja in eine ähnliche Richtung.

    1. Hallo Felix, ich persönlich denke, dass sich die großen Page Builder Plugins parallel halten werden es aber aus meiner Sicht immer unnötiger wird, diese zu benutzen. Ich freue mich darauf, WordPress-Designs allein mit Blöcken aufbauen zu können. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben in der kommenden Zeit :)

      1. Hallo Ellen,
        danke für diesen informativen Beitrag.
        Ich sehe das in der Tat genauso. Meines Erachtens hat sich der Block-Editor schon sehr gut entwickelt und ich habe den Eindruck, dass der Block-Editor immer mehr genutzt wird. Wir haben auf unserer Seite beim Relaunch ausgiebig eigene Block-Patterns entwickelt und eingesetzt. Das macht richtig Spaß. Ich bin schon sehr gespannt auf FSE und freue mich, hier mehr dazu zu lesen.
        Viele Grüße
        Hans-Gerd

  4. Hallo Ellen,
    wird es im Query-Block auch Filtermöglichkeiten geben? So dass ich ich beispielsweise auf der Startseite nur die letzten 10 Beiträge ohne der Kategorie „XY“ ausgeben kann?
    Viele Grüße
    Michael

    1. Hallo Michael,

      ja, der Query-Block hat jetzt bereits jede Menge Filteroptionen, ich denke das ganze wird sehr flexibel, was natürlich klasse ist. Ich setzte den Block gerade schon mit Hilfe des Gutenberg-Plugins ein, um einen Post-Block Pattern für das Aino-Theme zu basteln. Ich schreibe in Kürze einen Blogbeitrag zum Query-Block.

      Viele Grüße,
      Ellen

  5. Susanne

    Vielen Dank für diesen informativen Artikel.

    Was ich aber bei dem Ganzen überhaupt nicht verstehe, auch wenn ich mir experimentelle Themes schon angschaut und ein bisschen damit probiert habe: Bisher gab es in jedem Theme die Datei header.php, mit der alles gesteuert wird, was von Doctype bis zum Ende des Head-Tags im HTML-Code ausgegeben wird. Hier hatte ich als Entwicklerin die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen (sei es mit zusätzlichen Meta-Tags, PHP-Code, Google Analytics etc.), jetzt scheint es mir so zu sein, dass es im Theme nur noch die Datei header.html gibt, die aber erst nach dem body-tag anfängt. Alles was davor im HTML-Quellcode geschieht, wird einzig über WordPress generiert, oder übersehe ich da etwas? Wenn es so wäre, fände ich das eher schlecht und würde mich eher an die schlimmsten Webbaukästen von früher erinnern. Oder übersehe ich da etwas?

    Vielleicht hat jemand eine Idee dazu. Ich würde mich sehr über Hinweise und Tipps freuen!

    Viele Grüße
    Susanne

    1. Ron

      Hallo Susanne,

      im q-Theme 0.8 mit FSE-Support (Beta) sind die üblichen Theme-Templates enthalten (z.B. header.php) und damit auch die Möglichkeiten der individuellen Anpassungen der Inhalte im Head-Tag.
      Welche Themes hast du denn ausprobiert?

      Schöne Grüße

      Ron

      @Ellen: Danke für das Update und die wertvollen Informationen. Bin gespannt auf die weitere Entwicklung und freu mich auf weitere Beiträge aus deiner Feder.

      1. Susanne

        Hallo Ron,
        das q-Theme hatte ich auch mal ausprobiert. Ich hatte das Gefühl, dass die „üblichen“ PHP-Dateien vom Theme verwendet werden, wenn kein FSE verwendet wird. Also quasi für die Übergangsphase. Dann hatte ich das Hansen-Theme genommen, dort sind nur HTML-Template-Dateien.
        Mittlerweile habe ich sogar rausgefunden, wie es funktioniert, man verwendet Filter, die man in die functions.php einfügen kann,, z.B. hier erklärt: https://developer.wordpress.org/reference/hooks/wp_head/
        Ist irgendwie ein bisschen umständlicher, aber vielleicht muss man sich einfach an eine neue Art des Umgangs mit Themes gewöhnen.

  6. Roland

    Ich „zwinge“ mich momentan dazu, komplette Webseiten mit Blöcken umzusetzen und auf PageBuilder zu verzichten. Das funktioniert auch gar nicht so schlecht, aber ich finde die Bedienung an manchen Stellen unnötig unübersichtlich und hakelig. Da hätte man ruhig etwas bei Elementor abschauen dürfen :-)
    Was ich am wenigsten begreife ist, warum manche Blöcke gar so einfach gehalten sind. An forderster Front der Absatz-Block. Was spricht denn dagegen, diesen mit Einstellungen für Margin und Padding auszustatten? Klar, zumindest bezüglich des Margins kann man sich – mehr oder weniger – mit einem Spacer-Block behelfen. Der Code wäre aber deutlich eleganter, wenn dies per CSS geschehen würde. Wenn man dies nur für einen oder einige wenige Absätze auf der ganzen Webseite braucht, ist es auch zu umständlich, dies extra in die CSS-Datei des Themes einzutragen.
    Für mich sieht es so aus, dass bei der Entwicklung von Gutenberg mehr Augenmerk auf das hinzufügen neuer Features gelegt wird, statt das Vorhandene zu ergänzen und zu optimieren.
    Auffällig ist, dass PageBuilder wie Elementor oder BeaverBuilder es schaffen, neue Funktionen so einzubinden, dass eventuelle Änderungen an der Benutzer0berfläche nicht stören. Bei Gutenberg verhalten sich die Entwickler eher wie die Axt im Walde. Was man zuvor noch an der einen Stelle gefunden hat, ist nach dem nächsten Update an eine andere Stelle gerutscht.
    Und mit dieser chaotischen Benutzeroberfläche sollen jetzt auch noch komplette Seiten aufgebaut und bearbeitet werden? Ich ahne nichts Gutes …

  7. Das ist wirklich ein interessanter Artikel. Bis jetzt hatte ich mich noch nicht so sehr mit diesem Thema beschäftigt. Mir sind aber im ersten Moment auch direkt die bekannten Builder wie Elementor, Divi und Co. eingefallen … glaube auch, dass diese Builder weiterhin genutzt werden und viele Nutzer sich auch in Zukunft eher für solche Builder entscheiden werden, da sie mit vielen Plugins sehr gut erweiterbar sind. Aber bin wirklich sehr gespannt, wie es sich entwickeln wird und was die WordPress-Templates ermöglichen. VG aus Köln :)

    1. Hallo Jana,

      es freut mich, dass du dich für das Thema FSE interessierst. Es ist wirklich alles noch ganz neu und im Moment erst im Aufbau. Ich persönlich glaube, dass WordPress die derzeitig beliebten Builder bald überflüssig machen wird. Natürlich werden diese auf Grund ihrer Verbreitung nicht gleich verschwinden, aber mit der Zeit werden sie einfach nicht mehr die modernste Option sein.

      Es gibt auch technisch viele Vorteile, der Gutenberg Editor ist sehr viel schneller in der Performance und moderner vom Code. Außerdem ist es natürlich sinnvoll auf unnötige externe Plugins zu verzichten. Es bleibt auf jedenfall eine spannende Zeit für WordPress und ich werde weiter über die neuen Features von Full Site Editing berichten.

      Viele Grüße,
      Ellen

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