Diskussionsanregung: Wie wird man Webdesigner?

Studium, Ausbildung, Quereinstieg oder Learning by Doing, es gibt viele verschiedene Wege, um Webdesigner zu werden. Doch welcher Weg ist der Richtige und was würdest du jungen Leuten empfehlen, die gerne als Webdesigner arbeiten möchten?

Eine Empfehlung auszusprechen ist immer schwierig, da es natürlich nie einen allgemeingültigen „richtigen“ Weg gibt. Viele Webdesigner, die sich ihr Handwerk komplett selbst beigebracht haben (mit Hilfe von Tutorials oder Video-Lehrgängen und durch jede Menge Praxisübung) arbeiten oftmals sehr erfolgreich. In vielen Fällen sogar erfolgreicher, als jemand der ein Studium an einer FH oder Hochschule absolviert hat.

Der Quereinstieg

Wahrscheinlich ist in kaum einer Branche der Quereinstieg so leicht möglich, wie im Web-Bereich. Oftmals gibt es für aktuelle Berufe im Web noch nicht einmal eine richtige Ausbildung oder ein Studium, da die Berufe noch sehr neu sind.

Auch das Tätigkeitsfeld im Bereich Webdesign entwickelt sich ständig weiter und ohne sich weiterzubilden und neue Trends zu verfolgen und auszuprobieren, ist man schnell nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Dinge. Diese ständige Weiterentwicklung ist zwar manchmal anstrengend, aber gleichzeitig auch sehr erfrischend. Außerdem bietet sie Quer- und Neueinsteigern die Chance, einfach mitmachen zu können und erfolgreich in ihrem Bereich zu sein auch ohne bereits jahrelange Arbeitserfahrung vorweisen zu können.

Studium oder Ausbildung

Auch wenn ich also keinesfalls denke, dass eine Ausbildung oder ein Studium ausschlaggebend ist, um erfolgreich als Webdesigner zu arbeiten, würde ich persönlich jungen Leuten, die gerade ihren Abschluss in der Tasche haben auf jeden Fall empfehlen, eine Ausbildung oder ein Studium zu machen.

Den eine Ausbildung macht ja auch jede Menge Spaß und bietet die Möglichkeit, sich nach der Schule erst einmal ein bisschen orientieren, ob der Jobbereich auch wirklich das ist, was man machen möchte. Außerdem lernt man während der Ausbildungszeit auch jede Menge Gleichgesinnte mit ähnlichen Interessen kennen. Meist lernt man daher im Studium oder in der Ausbildung Leute kennen, mit denen man später (oder besser noch gleich während der Ausbildungszeit) zusammen arbeitet und gemeinsam Projekte und Aufträge umsetzt.

Learning by Doing

Allerdings würde ich nur zu einer Ausbildung raten, die einem jede Menge echte Praxiserfahrung ermöglicht. Ob diese Erfahrung durch mehrere Praktika während der Studienzeit, einer Ausbildung direkt in einer Agentur oder innerhalb eines freieren Studiums, das einem nebenher ermöglicht, eigene Projekte umzusetzen oder Aufträge anzunehmen gesammelt wird, ist wohl je nach persönlicher Vorliebe unterschiedlich.

Aber Learning by Doing ist so wichtig und je mehr „echte“ Projekte man umsetzen kann, umso besser. Während der Ausbildung kann so auch gleich die eigene Haushaltskasse aufgebessert werden. Und was gibt es Besseres, als das erste eigene Geld zu verdienen mit der Arbeit, die einem wirklich Spaß macht.

Meine persönlichen Erfahrungen

Ich selbst bin auch ein bisschen auf Umwegen zum Webdesign/Webentwicklung gekommen. Während meines Studiums (Visuelle Kommunikation an der HfG Offenbach) habe ich eher viele verschiedene Bereiche ausprobiert, Typografie, klassisches Zeichnen und Computer-Animation hatten es mir damals besonders angetan. So richtig konnte ich mich aber nicht entscheiden und damals hatte mich die ständige Arbeit am Computer auch immer etwas abgeschreckt (diese Zeiten haben sich inzwischen geändert…), so dass ich zwar einige Webprojekte realisiert habe, aber nie hundertprozentig in diese Richtung eingestiegen bin.

Erst nach einem Parallelstudium im Bereich Südostasien-Wissenschaften und Sinologie an der Uni Frankfurt, einem Aufenthalt in Shanghai und der Gründung von Manuels und meinem ersten, kleinen Reise-Blog war ich mehr und mehr vom Web begeistert. Im Nachhinein denke ich, dass ich a) schon während des Studiums viel mehr reale Projekte hätte machen sollen (viele meiner Kommilitonen hatten sich schon während des Studiums selbstständig gemacht und konnten von den Erfahrungen im echten Job profitieren) und b) denke ich, dass ich selbst sehr von einem sehr freien Studium profitiert habe. So konnte ich viel aus verschieden kreativen Bereichen mitnehmen, sogar noch ein zweites Sprachstudium nebenher verfolgen und dadurch, dass das Studium nicht zu vororganisiert war, wurde man eigentlich viel besser auf das „Real Life“ vorbereitet, denn schließlich ist dieses ja auch alles andere als vororganisiert.

Wie ist deine Meinung?

Wie sind deine eigene Erfahrungen zum Thema Ausbildung im Bereich Webdesign und was würdest du jungen Leuten empfehlen, die als Webdesigner durchstarten wollen? Über deinen Kommentar zu diesem Thema freue ich mich sehr!

40 Kommentare zu “Diskussionsanregung: Wie wird man Webdesigner?

  1. Eric Gerhardy

    Hi Ellen!
    Ich bin jetzt 17, und kann von mir sagen in design vernarrt zu sein. Ich habe mit 16 Jahren und GIMP auf meiner Schrottmöhre von Windows angefangen, und habe bisher knapp 200 Aufträge abgearbeitet, mir einen iMac, eine EOS550D und Photoshop, Illustrator und Indesign davon leisten können. Ich habe Anfragen aus Argentinien, mache Plakate für Bands die nun in ganz Deutschland ausgehängt werden und so weiter. Nun wird man natürlich als 17jähriger verdammt größenwahnsinnig, und denkt, nach dem Abi werde ich sofort selbstständig und schefel die Millionen. Das das nur mit viel Glück was wird ist mir zwar klar, aber wirklich davon abbringen tut es mich nicht. Jetzt würde mich interessierren, was du mir empfiehlst. Soll ich studieren oder eine Ausbildung machen?
    Viele Grüße

    Eric

    • Andreas Sander

      Das ist eine interessante Fragestellung.

      Ich persönlich würde eine Ausbildung oder eine Fachhochschule empfehlen, keine allgemeine Hochschule. Denn ich denke, dass dort der Anteil an Learning-by-Doing sehr viel höher ist als in allgemeinen Hochschulen.

      Dort werden oft doch nur die wissenschaftlich komplexen Themen angegangen. Webdesign habe ich dort nur in einer einzigen Vorlesung (von bestimmt 30-40 Stück) gelernt. Daher kann ich euch eine allg. Hochschule keinesfalls empfehlen.

      Freue mich aber, dass eine solche Diskussion hier angestoßen wird.

      Ich habe selbst an einer allg. Hochschule studiert und muss sagen, dass das Studium dort für’s Webdesign fast gar nichts gebracht hat.

    • Du willst uns doch nicht ernsthaft erzählen, als Anfänger 200 Aufträge innerhalb eines Jahres – und anfangs mittels Gimp – abgearbeitet zu haben?

      • Mir kam das auch ein wenig spanisch vor.
        Ich habe mal kurzzeitig in einer Werbeagentur geholfen Screendesigns in HTML und CSS umzusetzen.
        Ein richtig schöner Job, waren vielleicht 3 Projekte in 8 Wochen, war ein Job neben der Schule her.

    • Naja Auftrag ist nicht Auftrag.
      Muss ja nicht immer ne Webseite gewesen sein, kann ja auch nen Flyer oder ne Visitenkarte oder einfach nur nen Poster gewesen sein.
      Trotzdem finde ich auch 200 Aufträge in einem Jahr sehr sehr viel. Das wär fast jeder Tag ein Projekt + WE + Urlaub. Selbst wenn du gute Verbindungen hast (mit 16 (!!)) etwas übertrieben, oder?
      Selbst 100 Projekte in einem Jahr ist ordentlich.

      Kannst ja mal ein paar Beispiele nennen, vielleicht nimmt man es dir dann eher ab.

    • ich will ja kein Spielverderber sein: Aber Menschen wie du sind es doch, die Menschen, die von Designarbeiten leben müssen, die Grundlage wegnehmen, indem sie billig Arbeiten (das sagt nichts über die Qualität aus!). Ich nehme an, du bietest deine Arbeit zu Dumping-Preisen an. Da wirst du ein weiteres Problem haben: Wer wird später bereit sein, dir mehr zu bezahlen?
      Das war nicht persönlich gemeint… just my 2 Cents

  2. Endlich mal ein Thema, das sich mit meiner Problematik beschäftigt.
    Ich bin 17 und habe mich schon oft gefragt wie man den „Webdesigner“ wird.

    Ich habe ein Praktikum bei einer Werbeagentur gemacht, dort habe ich mit Webentwicklern und Mediengestaltern gesprochen. Das gängiste ist wohl erstmal eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler oder zum Mediengestalter zu machen und dann eben umzusteigen.
    Das Wissen muss man sich, so wie mir erzählt wurde, fast immer selbst erarbeiten.

    Für mich kann ich sagen, dass Webdesign zwar eines meiner größten Hobbies bleiben wird, aber sicher nicht mein Beruf, denn ich bin nicht auf Abruf kreativ.

  3. Hi Ellen,

    interessante Diskussionsanregung! Ich persönliche halte sehr viel von Learning by Doing, allerdings etwas an der Hand geführt von einem Profi, Dozenten o.ä.

    Zum Beispiel ein Kurs an der Uni, Abendschule, FH etc. wo man einen groben Plan bekommt, sich aber nebenbei trotzdem noch hinsetzt und viel alleine ausprobiert.

    PS: Oh du hast in Offenbach gelernt? Grüße aus der Nähe von Frankfurt! :D

  4. Bin den Weg über Grafikdesign (FH Darmstadt) gegangen. War schon immer etwas mehr Computer interessiert und im Studium hat sich das auch schon gezeigt, da war es nur eine Frage der Zeit. Hab 1998 die erste Webseite „gebastelt“.

  5. Sehr spannendes Thema, besonders deswegen, weil ich in ziemlich genau einem Jahr – hoffentlich – mein Abitur in der Tasche habe. Mein Plan ist, erstmal zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Die Frage ist allerdings: Wo / Was soll ich studieren? Als was / wo soll ich eine Ausbildung machen?
    Irgendwie gibt es ja keinen richtigen Studiengang – zumindest habe ich noch keinen gefunden – der sich nur mit Webdesign beschäftigt.
    Allerdings suche ich mehr einen Studiengang/Ausbildung, wo sowohl Webdesign, als auch Webprogrammierung behandelt wird. Ich kann mir ein Berufsleben komplett ohne eines der beiden irgendwie schwer vorstellen ;-)

    Jemand eine Idee, was man da studieren kann / wo man da eine Ausbildung machen kann?

    • Hi Lukas,
      falls Du nach Oberösterreich kommen magst ist das ja vielleicht was für Dich: http://www.fh-ooe.at/campus-hagenberg/studiengaenge/bachelor-studien/mtd/.

      Habe selbst dort studiert, vor fast 10 Jahren abgeschlossen und muss sagen dass mir die Ausbildung viel gebracht hat. Ich habe von vielen Bereichen solide Grundkenntnisse (Design, Typografie, Programmierung, Server, Animation, uvm. ) und kann diese dort wo ich es brauche selbstständig vertiefen.

    • Der Studiengang „Webdesign & Webprogrammierung“ an der SAE Hamburg klingt ganz danach als könnte der was für dich sein (http://hamburg.sae.edu/de/course/7001/Webdesign_and_Development). Leider etwas teuer, aber ich hatte 2 Mitbewohner die an der SAE waren und wenn man Bock hat was zu lernen kann man da richtig viel aus allen Bereichen mitnehmen.
      Sehr wertvoll finde ich auch den Standort Hamburg allgemein (oder eine andere ähnlich gute Umgebung für Kreative), da du neben dem Studium bei allen möglichen Agenturen schon mal was machen könntest.
      Ich selbst habe gerade mein Informatikstudium abgeschlossen und arbeite momentan als Webentwickler. Im Informatikstudium wird man allgemein nicht auf Webdesign hin geschult, aber das sollte meiner Meinung auch nicht Sinn eines Studiums sein. Ich habe mich aber immer schon auch für Design etc interessiert und mir das selbst beigebracht, deshalb mache ich in einigen Projekten auch komplett das Frontend. Wenn einem die Programmierung mehr liegt ist das auf jeden Fall ein Weg den ich empfehlen kann. Man kann ja immer noch in anderen Bereichen arbeiten wenn man irgendwann keine Lust mehr auf Cross-Browser-Optimierung hat sondern liebe robuste Software schreiben will. Wer sich hauptsächlich/ausschließlich für Webdesign interessiert, der ist mit purer Informatik aber sicherlich falsch beraten.

  6. Hallo. Ich möchte hier nicht Unmengen an Text hinterlassen den keiner lesen möchte, darum versuch ich’s kurz zu machen. ;-)
    Ich persönlich habe eine schulische Ausbildung zum Grafisch Technischen Assistenten (Fachrichtung Mediengestaltung) gemacht. Das hatte nicht sonderlich viel Praxis in sich, doch hat es für mich gereicht um mich zu entscheiden in welche Richtung ich will: „Das Netz verbessern“. Ein Studium hätte ich machen können, auch wenn ich schon recht „alt“ war, doch ich habe mich, auch auf den Rat meiner Lehrer hin, dagegen entschieden. Wenn man keinen genauen Kurs hat, so ist ein Studium bestimmt praktisch, um Einblick in sämtliche mögliche Gebiete zu erhalten. Doch zu viel Zeit geht mit unnötigen Kursen wie Video, Recht, oder sonstigen nicht Web relevantem Inhalt verloren.
    Ich hatte mir vorgenommen, Kurse gezielt zu besuchen um mich fortzubilden, doch leider war ich so schnell in Arbeit vertieft, dass ich damit nicht hinterher kam.

    Jetzt kann ich sagen: Eine Ausbildung ist für uns und für den Kunden sehr (sehr!) von Vorteil. Es gibt fabulöse Quereinsteiger, das mag ich nicht bestreiten. Doch leider gibt es zu viele F*Page-Kids, die den Kunden ohne jegliche Ausbildung, eine Webseite hinzimmern, nur um diese dann zu enttäuschen und für uns Webdesigner/-entwickler zu verderben.

    Mit einer Ausbildung erfährt man nicht nur das „Wie?“ sondern auch das „Warum?“. Und dieses elementare Grundwissen fehlt viel zu vielen Quereinsteigern.

    Sry, doch länger geworden. Gruß Manuel.

  7. Hallöchen!

    Auch wenn mein Comment nun etwas das Thema verfehlt möchte ich dennoch meine Situation schildern und hoffe auf eventuelle Tipps.

    Ich musste trotz meiner gestalterischen Interessen damals eine kaufmännische Ausbildung absolvieren. Dies hatte verschiedene Gründe, die ich hier nun nicht breit treten will. Nun arbeite ich seit knapp einem Jahr in dem Beruf und bin totunglücklich, fühle mich eingeengt usw.

    Sehr gerne würde ich den Quereinstieg schaffen.
    Da meine Kenntnisse in sachen HTML, CSS usw. mittlerweile „etwas“ eingestaubt sind und ich keinen anderen Weg sah, habe ich ein Fernstudium „Webdesign“ begonnen.
    Das Problem besteht eigentlich darin irgendwann den Absprung zu schaffen. Nur frage ich mich wie ich den schaffen soll.

    Über den nebenberuf ist schwer. Ich arbeite im Hauptberuf bis 18 Uhr. Kundentermine sind somit nahezu ausgeschlossen. Allein schon das Referenzen erarbeiten fällt schwer, da nicht genug Zeit da ist. Den Hauptberuf halbtags zu bewältigen stellt keine Option dar, da ich dann meinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten könnte.

    Ich weiß im Moment einfach keinen Weg, der für mich einen Quereinstieg ermöglichen würde.
    Deshalb finde ich den Quereinstieg auch gar nicht so leicht, wie beschrieben.

    MfG Jan
    PS: Eventuell hat jemand ein oder zwei Tipps, würde mich freuen :)

    • Hallo Jan. Ich habe meinen Quereinstieg fließend umgesetzt.
      Anfangs habe ich meine eigenen Webseiten nach Feierabend erstellt. Da ich in der Gastro tätig war, waren Kundentermine auf lange Sicht eh unrealistisch. Mit meinen damaligen Fähigkeiten fand ich aber einen Auftraggeber, der mir für 400,- Euro/ Mon. einen Nebenjob gab. Daraus wurde dann irgendwann eine Festanstellung und nun bin ich gerade dabei, mich komplett selbstständig zumachen. Dieser gesamte Prozess dauert jetzt ungefähr 7! Jahre.

      Was Du auf jeden Fall brauchen wirst, ist viel Disziplin, Ausdauer und ein Ziel. Dann wirst Du den Absprung auch irgendwann schaffen. Das zumindest sind meine Erfahrungen.

  8. Kurz vor den Oster- oder Sommerferien rufen bei mir regelmäßig junge Leute an, die nach einem Praktikumsplatz fragen. Ich würde liebend gerne, aber ich darf ihnen keinen geben, weil ich die notwendigen Ausbildungsnachweise dafür nicht erbringen kann.
    Anfang des Jahres hatte ich mich entschlossen, diese Lücke endlich mal zu füllen und den Mediengestalter IHK zu machen. Das doppelbändige Kompendium, das zu diesem Zweck durchzuarbeiten ist (Mediengestalter machen ja noch was anderes als nur Web), liegt hier neben mir – und da ich weder über Auftragsmangel, noch über zu wenig Freizeitbeschäftigung klagen kann (unsere Potsdamer Meetup-Gang organisiert gerade ein WordCamp für euch alle), wird es mit dem Pauken und dem darauffolgenden Stempel heuer wohl doch nix werden. Also bleibe ich fürs Erste wohl ein „Quereinsteiger“. ;)

    Meine Meinung generell zum Thema Webdesign-Ausbildung: Ob eine Ausbildung institutionell oder autodidaktisch erworben wurde, finde ich ziemlich egal (meine Kunden offensichtlich auch) – nur sichtbar muss sie sein, d.h. die Leistungen und Referenzen müssen stimmen. Wie hoch die Latte dabei hängt, entscheidet letztlich die Zielgruppe. Gerade neulich bin ich über die Website eines „Webmasters“ gestolpert, der eine „Ausbildung zum Webmaster“ offeriert. Die Seite war der Hammer, 1995 war reinste Science-fiction dagegen! :)

    Jungen Kollegen würde ich raten: Nutzt alle Ressourcen, auf die ihr Zugriff habt – und bleibt dabei fair! Für fast jedes Problem im Webdesign hat jemand da draussen schon eine Lösung geteilt. Wenn ihr sie nutzt, gebt etwas zurück – am besten Bares, auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist.
    Wenn ihr am Anfang nichts habt, was ihr zurückgeben könnt, weil die Kohle zu knapp und die Kompetenz erst im Werden ist, dann bedankt euch persönlich mit einem Tweet oder einer Email für die Lösung eures Problems. Gerade die Leute, die irgendwo „da oben“ sind, die Rockstars im Web, wissen es in der Regel zu schätzen, wenn jemand sich die Zeit nimmt, einfach nur mal danke zu sagen.

  9. Bruno Baketaric

    Das hängt wohl stark davon ab, wie man Webdesign/Webentwicklung definiert.

    Ist’s nur die visuelle Gestaltung, dann kommt man mit einer entsprechenden Ausbildung/Studium vmtl. hin.
    Geht man dann in Richtung Informations-Architektur einer Website, dann kommt Wireframing sowie das Denken in Strukturen und Abläufen hinzu.
    Geht’s dann in Richtung Umsetzung, geht’s richtig los. Dann ist JavaScript Know How (jQuery, ExtJS, ggf. deren Mobile-Ableger) für die Frontend-Entwicklung nötig (HTML und CSS Expertenwissen setze ich sowieso voraus, sowie ein mind. rudimentäres Verständnis von On-Page SEO). Je nachdem – wenn das Projekt umfangreicher ist – kommt man um Know-How mit einem CMS, und dann bspw. auch PHP/MySQL (oder ähnliche übliche Kombinationen), nicht herum.

    Und so richtig gute Webdesigns kann man nur dann erstellen, wenn man weiß, was in der Umsetzung alles möglich ist und was da draussen passiert; wie bspw. der Einfluß der Apple iOS UI auf das, was als modernes Web-Design empfunden wird.

    Das ändert sich für unsere Bildungseinrichtungen – IMHO – viel zu schnell.

    Ergo:
    Ausbildung – ja gerne, aber unbedingt mit sehr viel Learning by Doing. Und man sollte sich irgendwann entscheiden, ob man eher ins Visuelle, ins Strukturelle oder in die Umsetzung geht. Denn dass jemand alle drei Bereiche drauf hat, glaube ich nicht und habe ich auch bisher (bin knapp 15 Jahre in dem Bereich tätig) nicht erlebt.

  10. Ich als Quereinsteiger, kann sagen, dass eine Ausbildung sicherlich nicht das schlechteste ist. Ich habe leider viel zu spät erfahren, dass man Webdesign lernen kann. So dämlich das vielleicht klingen mag, zu meiner Zeit hat man noch klassische Berufe gelernt. Mechaniker, Bäcker, Koch. Dass man „Gestaltung“ lernen kann, auf den Trichter bin ich leider viel zu spät gekommen. Nun habe ich meine Karriere als Koch an den Nagel gehängt und lese regelmäßig Blogs, Bücher und Berichte und versuche mich in „echter“ Kreativität.
    Es ist halt alles ein wenig komplizierter, wenn man sich alles selbst aneignen muss und kaum, bzw. keine persönliche Hilfestellung bekommt, vorallem beim „Wie“ und „Warum“, wie Manuel oben schon schrieb.

  11. Der Kommentar von Bruno B. sollte hervorgehoben werden, denn er gibt einen entschiedenen Hinweis: man sollte sich im Laufe seiner beruflichen Laufbahn auf einen Bereich spezialisieren.

    Gerade konventionelle Ausbildungswege produzieren mit Vorliebe eierlegende Wollmilchsäue, die im späteren Berufsalltag aufgerieben werden und all die Erwartungen, die an sie gestellt werden, nicht erfüllen können. Man kann sich als Autodidakt durchschlagen und den Alleskönner mimen, dies ist aber sehr kraftaufwändig und oft nicht der richtige Weg, weder für die Auftraggeber noch für einen selbst als Webdesigner. Und nicht zuletzt ist die Konkurrenzsituation unter diesen Alleskönnern geradezu unmenschlich. Es gibt viele Quereinsteiger, viele junge Leute, die sich von Medien im Allgemeinen anlocken lassen. Das sorgt für ein Überangebot und entsprechend sinkende Preise.

    Der beste Weg, dem zu entgehen, ist, sich eine Nische zu suchen (sei es eine spezielle Branche als Zielgruppe, ein Teilbereich der Webentwicklung, ein enger gefasster Ausbildungs-Lehrgang etc.).

    Ebenso wichtig ist es, frühzeitig über faire + existenzsichernde Konditionen nachzudenken. Jeder kennt jemanden, der für kleines Geld irgendetwas am Rechner macht und das Etikett „Webdesign“ drauf klebt. Auf diese Art kann man allerdings nicht langfristig davon leben, abgesehen davon, dass die Qualität solcher Schnellschüsse mindestens bedenklich sein dürfe. Daher sollte man seine Leistung früh qualitativ und monetär einschätzen lernen.

    Zuletzt sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass die Webtechnologien rasant weiterentwickelt werden. Das lebenslange Lernen ist hier keine Phrase, sondern ein Muss.

    Wer jetzt nicht abgeschreckt ist, darf sich auf eines der mMn spannendsten Arbeitsfelder überhaupt stürzen ;-)

  12. @Bruno
    genau so wie du sehe ich das auch! Webdesign ist doch weiter mehr als nur Screendesigns zu entwerfen. Leider kann keiner alles in die perfektion, zumindest habe ich noch keinen kennengelernt. Es gibt Webdesigner, die haben es einfach drauf nen Screendesigns zu entwickeln und wenn es dann zu HTML, CSS, PHP oder MySQL geht, dann hört es leider auf und dann ist leider noch das große Thema Online-Marketing (SEM, SEO, SEA). Keiner kann alles und aus meiner sicht sollte jeder das perfektionieren, was er am besten kann.
    Im übrigen gibt es in Würzburg seit letztes Jahr einen neuen Studiengang Ecommerce ;-) Evtl. auch was für Webdesigner die mehr in Richtung Webcoding und Online-Marketing gehen möchten.

  13. Ich wurde gerade 31 und bei mir ging es auf und ab und erst jetzt weiß ich wofür es gut war.

    Nach der absolvierten Realschule musste ich zur Arbeitsagentur und machte so nen Test. Da kam raus, dass ich auf keinen Fall etwas mit Computern machen sollte. Dies verwunderte mich sehr, da ich immer Konsolen oder Computer hatte… mein erster Computer war ein C64 irgendwann Mitte/Ende der 80er. Als kleiner Rebell fing ich also nach der Empfehlung an und machte eine Ausbildung zum staatl. Kaufm. Assistenten für Datenverarbeitung. Da schnupperte man auch in viele Betriebe rein, man lernte viel mit Excel, Access, eine Programmiersprache und HTML. Damas kamen erst die ersten Internetflats und ich war sehr angetan von dem Medium. 2000 machte ich dann auch im Zuge der Ausbildung meine ersten richtigen Websites.

    Es folgte das Wirtschafts-Fachabi, da ich die Fachhochschulreife erlangen wollte. Fasziniert vom Internet heuerte ich dann als freier Journalist bei diversen Online-Videospielmagazinen an. So verdiente ich mir gut was nebenbei dazu. Mich regten bestehende Sites auf und das ich als Projektleiter von so vielen abhängig war und so brachte ich mir einiges selbst bei, aufbauend auf den Kenntnissen die ich in der Ausbildung lernte.

    Ich habe schon immer gezeichnet und von daher hatte ich auch schon immer eine gestalterische Ader, Auge fürs Detail und gutes Gefühl für Kompositionen und Farbzusammenstellungen. Ich kann nicht sagen WARUM es gut aussah (goldener Schnitt etc.) , aber es sah immer gut aus. Wohl mein Grundtalent. Ich wollte dann meine Zeichnungen auch am Computer bearbeiten und fing Anfang der 2000er an mich mit den Adobe-Produkten vertraut zu machen, besonders Photoshop.

    2004/2005 entschloss ich mich ein Studium in Angriff zu nehmen. Ein Designstudium oder ähnliches wäre die logische Konsequenz gewesen, doch ich startete BWL mit der Vertiefung E-Business. Ich wollte eine breite Ausbildung, die mich flexibel macht und meine Eltern beruhigt. Ich wollte aber auch weiter Comics machen, die aber nur schwer mit Studium vereinbar waren. Also musste ich einen Weg finden Comics komplett digital entstehen zu lassen und Vektoren schienen mir da der richtige Einsatz zu sein, also brachte ich mir erst Flash und dann Adobe Illustrator bei. Illustrator ist heute mein Hauptgrafikprogramm und ich kann damit so viel… Krass wenn ich jetzt an die Anfänge zurück denke. Es folgten 2-3 Comicbücher (Gemeinschaftsbücher) und eine Comicstrip-Serie mit ca 100 Folgen.

    Mein Studium wiederum finanzierte ich durch Grafik- & Webdesign, ergänzt mit Hiwi-Jobs (Rechenzentrum der Uni, Web 2.0-Forschungsprojekt). Mit einen Kommilitonen gründete ich eine eigene Webagentur, da wir mehr Praxiserfahrungen direkt beim Kunden sammeln wollten. Und im ersten Kundengespräch lernt man mehr als in 1 Semester Vorlesung. Machte auch Praktika während des Studiums und da oft auch in Agenturnähe, um zu sehen wie da der Hase läuft. Da ich nie ein richtiger Programmierer wurde, war ich übrigens CMS wie WordPress und ExpressionEngine dankbar, die es mir ermöglichten komplette Webprojekte alleine umzusetzen.

    2010 beendete ich schließlich mein Studium. Thema der Abschlussarbeit war „Blogging und Microblogging als innovative Kommunikationswerkzeuge für Unternehmen“. Seitdem arbeite ich als Freiberufler. Kurzzeitig überlegte ich in Richtung Social-Media oder Online-Marketing zu gehen, aber ich arbeite doch lieber kreativ. Kann natürlich in 1-2 Jahren alles anders sein. Ich bin aber froh, dass ich BWL studiert habe, da ich vieler keiner Kunden besser verstehe und auch gut verhandeln kann. Bin kein“Fachidiot“, sondern gucke über den Tellerrand. Es hat mir jedenfalls noch nicht geschadet.

    Und fortbilden muss man sich in unserer Branche eh. Das war auch meine Angst beim Designstudium oder entsprechender Ausbildung: Lehrpläne die von der Gegenwart ständig überholt werden. Das Themen wie HTML5 oder Resposnive Design erst spät vorkommen. In der Praxis beende ich beides seit 2 Jahren in Projekten ein.

    Zusammenfassend gibt es nicht den goldenen Weg und mein Lebenslauf war ein auf und ab. Wichtig war meine Datenverarbeitungskaufmann-Ausbildung, da die mich auf den HTML-Geschmack brachten (auch wenn die Lehrpläne veraltet waren). Wichtig waren aber auch immer eigene Projekte. Hätte ich als Projektleiter genug Leute gehabt, hätte ich mich nie so um HTML/CSS und CMS gekümmert. Und ohne meinen Zeichnungen nie Photoahop gelernt und ohne Studium-Zeitmangel im Zusammenspiel mit Comics hätte ich mich nie auf Adobe Illustrator spezialisieren können. Das BWL-Studium bringt mir sehr viel in Sachen Präsentation, Selbstmanagement, wirtschaftliches Denken etc… hilft als Selbstständiger. Und wer regelmäßig vor 500 Leuten im Audimax eine Rede und Präsentation halten muss, hat auch bei anderen Meetings oder Pitches keine Angst mehr.

  14. Sebastian

    Hallo Ellen,

    Ich bin Quereinsteiger. Habe damals Bürokaufmann gelernt und mein Hobby zum Beruf gemacht. Bin jetzt seit ca. 10 Jahren im Geschäft. Und kann Neulingen nur empfehlen, einen Weg mit viel Praxis zu beschreiten. Das hat zumindest mich, um Lichtjahre voran gebracht.

    • Ich stehe gerade an dem Punkt:

      Kfm. für Bürokommunikation im Hauptberuf, hobbymäßig bzw. teils nebenberuflich Webdesign inkl. Fernstudium.

      Wie hast du den „Absprung“ geschafft?

  15. Es kommt auch immer ein bisschen auf den eigenen Anspruch an. Gestaltungsprozesse und Musikkomposition unterscheiden sich da nicht wirklich. Es ist möglich ohne jegliche theoretische Kenntnis herausragende Werke auf die Beine zu stellen, aber meines Erachtens wirkt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Thema immer sehr katalysierend.

    Manchmal wünsche ich mir als Autodidakt jedenfalls Dinge nicht nur „aus Gefühl“ zu tun, sondern auch zu wissen warum ich gerade dieses oder jenes als passend empfinde. Die Kommunikationsdesign-Studenten in meinem Bekanntenkreis können das sehr viel besser.

    • Nachtrag: Ein weiterer Vorteil eines Studiums oder einer Ausbildung ist die Möglichkeit Fehler zu machen, Fragen zu stellen — etwas das im Berufsalltag bereits Kundenverlust bedeutet.

  16. Die Aufgabe des Webdesigners ist die Erstellung und Pflege von Websites im World Wide Web. Der Webdesigner ist dabei in erster Linie für die Gestaltung, den Aufbau und die Nutzerführung, d.h. das Interface Design und die Umsetzung des Corporate Designs verantwortlich.

    In großen Internetagenturen wird der Webdesigner oftmals ausschließlich für das Layout und Design der Webseiten eingesetzt. Weitergehende Aufgaben werden dann von anderen Spezialisten wie Programmierern in Arbeitsteilung übernommen.

    Ein wichtiger Teil der Aufgaben des Webdesigners ist es auch, den besten Kompromiss zwischen den Wünschen des Auftraggebers, den Ansprüchen der Besucher und den technischen Möglichkeiten zu finden. Ein guter Webdesigner informiert seinen Auftraggeber auch über das typische Kundenverhalten im Internet und erstellt die Seite danach.

    Auf meinem Studi-Zettel steht Web-Developer. Auf meiner Visitenkarte mit Absicht nichts. Diese ganzen Titel sind eh Schall und Rauch. Letztendlich kommt es darauf an was du kannst. Angefangen habe ich irgendwann 1995 mit Design für Seiten. Mache heute Blogs, Design, schreibe Rezensionen, berate Leute und tummele mich täglich im Netz. Würde nicht behaupten das ich Webdesigner bin, sondern eher Webmensch!

    Trotzdem habe ich die Fähigkeit einfach die Kiste für 1-2 Tage auszuschalten und das Internet vollkommen sein zu lassen. Befreit maches Mal ungemein.

    Achja: Beigebracht habe ich mir das alles selbst. War später mal aus Interesse auf so einem Weiterbildungsgedöns. War aber verschenkte Zeit. Musste dem Lehrer und uneinsichtigen Dozenten erklären, wie Programme funktionieren und warum man lieber nicht mit Frontpage und Dreamweaver Seiten bauen sollte.

    Webdesign ist ist auch viel Feeling und Talent. Man kann Grafik und Design so gesehen nicht lernen. Man muss einiges davon lieben, im Blut haben und den Blick für bestimmte Dinge haben. Es gibt Millionen Webdesigner —- Aber wer ist wirklich gut und wer bestimmt das letztendlich? Es ist in Teilen auch fast so was wie Religion und Glaubenskrieg.

  17. Ich selber bin per klassischer Ausbildung zum Mediengestalter Digital/Print Fa Mediendesign in die Branche gekommen. Hatte aber auch schon davor viel am Rechner gewerkelt.

    Nach 5 Jahren bin ich aber dann per Quereinsteiger in die Campaign Manager / Ad Manager Richtung gegangen. Ich stelle also Werbebanner im Netz ein. Vorteil nun ich habe das Hintergrundwissen der Agenturen wie zb Flash gebaut wird bzw wie man Banner optimieren kann :)

    Aber in der Schulzeit damals wurde leider viel zu viel Print Theorie gelernt. Im Fachbetrieb hingegen praktisch nur Digital. Also etwas schief die Kombi. Aber war gut, das Hintergrundwissen nun zu haben.
    Aber Learning by doing ist noch immer das beste.

  18. Hallo zusammen,
    ich bin am oben verlinkten SAE Institute in Hamburg als Bildungsberater tätig und möchte mich auch kurz zu Wort melden.
    Prinzipiell kann ich vieles, was hier schon angesprochen wurde, aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich bin selber gelernter Webdeveloper und jahrelanger Freiberufler, habe 1998 damit begonnen und einen Bachelorabschluß gemacht und mich auf PHP/MySQL und CMS spezialisiert.
    Am SAE Institute liegt der Schwerpunkt auf dem Development, d.h. HTML, CSS, Javascript, Flash mit Actionscript, PHP/MySQL, Worpress, Typo3 und Magento. SAE bildet also keine reinen (Produkt-)Designer aus. Das lag mir damals sehr, wie man an meiner Spezialisierung erkennen kann.

    Auch den Punkt vom hohen Praxisanteil, der schon angesprochen wurde, möchte ich dick unterstreichen, denn man muss wirklich was können, um Jobs zu bekommen, nicht nur einen „Zettel“ haben. Ein so angefertigtes Portfolio ist essentiell für den Berufseinstieg. Und ohne Portfolio und Kontakte gibt es keinen Job.

    Für die, die es lernen wollen: SAE hat übrigens an jedem Standort einen Bildungsberater (so wie mich am Standort HH), der umfassend informiert. So kann sich jeder unverbindlich ein Bild machen und die für ihn am besten passende Ausbildung finden. Kontaktdaten findet man auf der Website des jeweiligen Standorts.
    VG Timo

  19. Ich bin ein typischer Autodidakt. Mit ca. 9 Jahren bin ich das erste Mal mit einem Computer in Berührung gekommen. Damals war das ein Commodore C16 mit Kassettenlaufwerk, wo man schonmal 5-10 Minuten warten mußte, bis das Spiel geladen war ;)
    Seither bin ich fasziniert von Computern und habe nun als „Webdesigner“ meine Berufung gefunden. Ich glaube, daß eine gewisse experimentelle Veranlagung nicht schaden kann um Trends zu erkennen und von diesen evtl. profitieren zu können. Aber der „Webdesigner“ der alles macht wird wohl über kurz oder lang aussterben – auch laut Google Insights…

  20. Hallo an alle.
    Ich möchte noch auf die Ausbildung bei einem freien Bildungsträger hinweisen.
    Davon gibt es gute und schlechte.

    Ich selber bin IHK-geprüfter Mediengestalter Digital- und Printmedien Fachrichtung Gestaltung und Technik. Die Ausbildung gepaart mit 2 Praktika a 9 Monaten (in meinem Fall) war für mich optimal. Ich habe in der Schule alles gelernt von Gestaltungsgrundlagen über Drucktechnik, Typografie, Programmhandling, Flash, 3D, HTML, CSS, JavaScript uvm.
    Da das Spektrum des Berufes extrem weit gefächert ist, die IHK-Prüfung nicht unbedingt praxisorientiert ist, ist viel Eigeninitiative nötig um die Bereiche zu vertiefen.
    Wenn man wie ich, großartige Dozenten hatte, dann ist das ein wirklich guter Einstieg. Vor allem wenn man den harten Berufsalltag auch kennen lernt.

    Das einzige was mir auffällt, dass in Berlin leider studierte bevorzugt werden, bei den Stellenangeboten, obwohl diese auch nicht mehr (oft sogar weniger) Wissen haben, vor allem technisch.

    Stellen zu finden ist sowieso nicht einfach, auch durch die vielen „billigen Ungelernten“, Aufträge zu bekommen auch, da die Kunden oft nur Dumpingpreise zahlen wollen.

    Abschliessend: Ich find das echt interessant, eure Erfahrungen und Werdegänge zu lesen.

  21. was wür­dest du jungen Leuten emp­fehlen, die gerne als Webdesigner arbeiten möchten?

    Die Antwort ist einfach: Such Dir einen anderen Beruf als ausgerechnet Webdesigner!

    Es gibt ein sehr großes Überangebot an (guten und schlechten) Webdesignern. Daraus folgt zwangsläufig, daß die meisten Webdesigner wenig bis kein Geld verdienen und die Berufsaussichten eher „schwierig“ sind. Aus meiner Berufspraxis kenne ich einige erfolgreiche und viele (irgendwann) gescheiterte Existenzen unter den Webdesignern.

    Wer sich mehr als „Programmierer/Techniker“ fühlt, sollte vielleicht besser an ein Informatikstudium denken, und wer sich mehr als „kreativer Kopf/Designer“ fühlt, sollte vielleicht besser an ein Designstudium denken.

  22. ich persönlich habe mir alles selber angeeignet. macht mir aber auch spaß mich zu belesen, mich auszuprobieren und mir langsam alles anzueignen. hatte mich auch mal kundig gemacht nach kursen etc etc aber gebühren bis zu 5000 euro finde ich nicht angemessen. das selber angelesene fundierte wissen kann einem eh keiner beibringen !

    beste grüße
    daniel

  23. Hi,

    ich spiele mit dem Gedanken eine Weiterbildung zum Webdesigner aufzunehmen, momentan studiere ich Computerlinguistik in Konstanz und interessiere mich sehr für das Webdesign, als auch für verschiedene Programmierstile, sozusagen die Linguistik der Programmiersprachen. Deine Tutorials sind klasse, ich habe eine WordPress Blog (s.o.) und möchte langsam ein eigenes Theme dafür entwickeln, dafür brauche ich aber noch einige Übung. Dazu ist deine Seite sehr hilfreich!

    Burkhard

  24. Hallo Ellen,
    mit großem Interesse habe ich diesen Blog gelesen. Denn ich bin wohl mit fast 50 Jahren der älteste Newbie in der Szene. Ich war über 13 Jahre evangelischer Pastor und habe für eine große Kirchengemeinde mit 10.000 Gemeindegliedern den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising geleitet. Ich habe Webauftritte betreut, mit Werbefirmen und Druckereien zusammengearbeitet, eine CI für die Gemeinde entwickelt und meine Leidenschaft für Design und Technik professionalisiert.

    Mein beruflicher Werdegang nur in Stichworten: Realschule – Ursprünglicher Berufswunsch: Radio- und Fernsehtechniker, dann doch leider Ausbildung zum Feinmechaniker – Jazzgitarrist bis heute – Abitur – Studium der evangelischen Theologie – Pastor in Hamburg – Theologischer Referent.

    Ich habe also schon quasi eine Karriere hinter mir. Und nun bin ich seit Januar 2012 freiberuflicher Webdesigner und Texter in Hamburg. 200 Aufträge kann ich nicht nachweisen, aber immerhin habe ich jetzt schon fünf Kunden.
    Ich habe noch viel zu lernen! Und es macht so viel Spaß!
    HTML/CSS gehen mir schon leicht von der Hand. In Javascript und PHP/MySQL würde ich mich noch als Anfänger bezeichnen. In TYPO3 bin ich schon ganz fit, in WordPress und Theme-Entwicklung arbeite ich mir gerade ein.
    Ich bin Autodidakt und ein großer Anhänger des „Learning by Doings“. Allerdings finde ich es manchmal schwierig, herauszufinden, was man wirklich wissen muss und was man für die Kunden wirklich braucht. Hierfür wäre natürlich ein professioneller Lehrer sinnvoll, der einem „den Weg bahnt“ durch das Dickicht des Wissens, das täglich mehr wird.
    Bisher war jedes Kundenprojekt mit einer sehr steilen Lernkurve verbunden, so dass ich lieber Festpreise abgemacht habe, denn den Stundenlohn hätten sie nie bezahlen können ;-)
    Insofern lernt man tatsächlich am meisten durch reale Projekte!
    Aus meinem alten Beruf weiß ich, wie wichtig es ist, nicht darauf zu warten, dass die Leute zu einem kommen, sondern auf die Menschen zuzugehen und sie neugierig zu machen. Zum Beispiel schaut man sich in seiner unmittelbaren Umgebung die (teilweise furchtbaren) Webauftritte an und spricht die Geschäftsleute, Ladenbesitzer und Zahnärzte mit interessanten Ideen an. Das erfordert natürlich viel Fingerspitzengefühl. Aber wie heißt es so schön: „Versuch macht kluch“!
    Wie betreibt Ihr Kundenakquise? Das würde mich interessieren.

    Walter

  25. Ich selbst bin als Quereinsteiger in diese Branche eingetreten. Genau wie viele andere habe ich mich neben meinem eigentlichen Beruf hobbymäßig mit Webdesign beschäftigt. Nützliche Tipps für Quereinsteigen finden sich übrigens auch auf http://www.talentfrogs.de/quereinsteiger/ . Ein Studium kann sicher nicht schaden, jedoch denke ich dass man in einem gewissen Alter nicht mehr umbedingt Lust dazu hat. Eigene Arbeiten nachzuweisen und Kontakte sammeln, bspw. über das Netzwerk Xing haben mir geholfen.

  26. Also ich muss von mir sagen, dass ich mich durch Learning-By-Doing schon relativ gut weiterentwickelt habe. Habe jetzt auch ein Studium angefangen, allerdings normal technische Informatik und habe eine Ausbildung zum Fachinformatiker – Systemintegration hinter mir.

    Ich würde mir jetzt nur als Hobby-Webdesigner betrachten. Habe dieses Jahr für einen Malermeister für ein relativ gutes Taschengeld eine Webseite gemacht. Mein größtes Problem ist erst mal überhaupt einen Auftrag für einen Kleinunternehmer zu bekommen. Wenn ich mir so teilweise die Seiten von den Kleinunternehmen in meiner Umgebung anschaue, dann bekomm ich das nackte grauen. Bei dem Malermeister war das auch so: Der hatte vor 2-3 Jahren bei einem angeblich „professionellen“ Webdesigner eine Website machen lassen für 150€, die ich hätte in unter einer halben Stunde auch hinbekommen und die einfach nur schrecklich aussah. Was mir derzeit noch schwer fällt, ist der Umgang mit Content-Management-Systemen. Habe vor dem Studium mal Drupal ausprobiert, aber kam überhaupt noch nicht damit zurecht. Bisher habe ich alles komplett immer selbst programmiert, was denke ich für das theoretische Grundverständnis von Seiten auf jedenfall sehr vorteilhaft ist.

    Falls jemand noch nette Tipps für mich hat, immer gerne :D

  27. Hallo,
    sehr sehr viele Kommentare, die ich mir jetzt nicht alle durchlesen wollte.
    Auf jeden Fall kann ih sagen, dass ich zurzeit eine schulische Ausbildung auf einer höheren Berufsfachschule mache als Gestaltungs- und Medientechnischen Assistenten.
    Diese Ausbildung gibt es derzeit nur in 4 Schulen in Hessen. Ich befinde mich in Butzbach.
    Sind zwar 40 Km von mir zuhause, aber wenn es spaß macht, steht man gerne um 5 Uhr morgens auf.

    Eine empfehlenswerte Seite ist dazu http://www.gmta-in-hessen.de

    Nur was soll ich danach machen? Fachabi kann man schließlich in den 2 Jahren ebenfalls mitmachen.

    Tschö mit ö
    Pascal

  28. wer kann mir Rad geben,wenn ich als 51er eine Umschulung als Web Disgner machen mochte?

    • Hallo A.Santos,

      ich finde es spricht nichts dagegen! Allerdings solltest du vielleicht schauen, dass die Umschulung in einer Agentur stattfindet und nicht nur schulisch abläuft. Denn hier bekommst du vermutlich nichts als Theorie vermittelt, die dich später weniger weiterbringt.

      Meine Meinung ist, dass es immer darauf ankommt wie gut und kundenorientiert jemand seinen Job macht. Völlig egal wie alt, welche Art von Ausbildung usw… es muss ein gewisses Gefühl für Gestaltung vorliegen, deutsche Rechtschreibung und gutes Kopfrechnen ist auch nicht schlecht. Wer pragmatisch arbeitet kommt schneller zum Ziel, und etwas Übung in Sachen Kalkulation ist sehr von Vorteil!

      Offenheit anderen Wegen gegenüber finde ich sehr wichtig, denn ich erlebe sehr oft, dass gerade Freelancer ihren Kunden genau das verkaufen was sie selbst am besten finden und schon lange machen, und nicht das was der Kunde eigentlich braucht. Beispiel Content Management Systeme. Ich behaupte niemals TYPO3 sei das Maß aller Dinge, nur weil ich dieses System am beherrsche und damit mehr verdienen kann. Wenn ein Kunde fragt ob ich auch WordPress kann, sage ich klar JA, denn das liegt mir genau so. Wenn ein Kunde fragt ob ich Joomla perfekt beherrsche, sage ich nein, aber ich kann mich je nach Projekt hineinarbeiten oder einen Spezialisten empfehlen. Am meisten hängt es aber davon ab, was der Kunde wirklich braucht. Ein guter Fachmann findet genau das heraus.

      Eigentlich ist das ja in ganz vielen Branchen so, wo Fachleute am Start sind ;)

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