Die Sache mit der Kreativität

Jeder kreativ arbeitende Mensch kennt die berühmten Kreativ-Blockaden oder Schaffenskrisen bestimmt viel zu gut: Manchmal will es einfach nicht laufen und man möchte die eigene Arbeit am liebsten gleich wieder in den Papierkorb verbannen oder schlimmer noch, man bleibt gleich von Anfang an vor einem leeren Papier bzw. einer leeren Datei sitzen.

Um sich diese, doch etwas frustierende Erfahrung beim kreativen Arbeiten zu ersparen, habe ich ein paar hilfreiche Tipps notiert. Über deine weiteren Vorschläge und Erfahrungen würde ich mich natürlich auch sehr freuen.

Austausch mit anderen Kreativen

Besonders für Freelancer und Homeoffice-Worker ist der fehlende kreative Austausch oft ein Problem. Da sitzt man schnell mal alleine zu Hause am Schreibtisch und kommt einfach nicht voran. Die Motivation sinkt und natürlich fallen einem auf einmal tausend Kleinigkeiten ein, die unbedingt erledigt werden müssten. Abends ist dann eventuell der Schreibtisch aufgeräumt, die Küche geputzt der Hund Gassi geführt, aber mit der kreativen Arbeit ist man immer noch nicht weiter gekommen.

Coworking-Spaces

kreative Blockade ueberwinden

Um solchen kreativen Arbeitsblockaden vorzubeuten, hilft es sich mit anderen Freelancern oder kreativ arbeitenden Freunden auszutauschen. Genial ist es natürlich, wenn man ein Büro oder einen Arbeitsplatz in einem Coworking-Space mieten kann. Allein schon die kreative Atmosphäre dort ist hilfreich, um sich selbst zu motivieren.

Selbst einen Feedback-Austausch organisieren

Aber auch schon ein Email-Austausch mit einer kurzen Bitte um Feedback an einen Bekannten wirkt manchmal Wunder. Eventuell kannst du einen solchen kreativen Austausch sogar regelmäßig organisieren. Wenn man ein bisschen in die Arbeitsweise des anderen involviert ist, kann man meist noch besseres Feedback geben.

Creative Mornings oder andere Events für Kreative

Eine tolle Idee, auch wenn es hier eher um die Inspiration, als um den direkten Austausch geht, sind die Creative Mornings. Diese werden monatlich in verschiedenen Städten (z.B. Berlin und Zürich) veranstaltet. Bei einem morgentlichen Kaffee kann man sich dort einen kurzen Vortrag von 20 Minuten anhören und an einer anschließenden Diskussionsrunde teilnehmen, bevor es dann hoffentlich motiviert und kreativ gestärkt weiter zur Arbeit geht.

Für alle die nicht live bei einer Veranstaltung dabei sein können, gibt es eine Sammlung vergangener Creative Mornings-Vorträge auf Vimeo.

Kreative Online-Plattformen

Für Webdesigner, Grafiker oder Illustratoren gibt es außerdem noch die Online-Plattform „Dribbble“, auf der man eigene Arbeitsproben präsentieren kann und daraufhin Feedback von anderen Dribbble-Usern bekommt. Die Nutzung von Dribbble funktioniert allerdings nur über ein Einladungs-System. Wenn du bei Dribbble mitmachen möchtest, könntest du eventuell einen Bekannten (der Dribbble bereits nutzt) fragen, ob dieser eine Einladung zur Verfügung hat.

Dranbleiben

Klar, eine kleine Kaffeepause oder ein Spaziergang an der frischen Luft wirken oft Wunder, um den Kopf frei zu bekommen und neue Motivation und Energie zu tanken. Doch gerade wenn man mitten in einer kreativen Schaffenskrise steckt, mogelt man sich auch mal ganz gerne um diese schwierige Arbeitsphase herum und findet ständig irgendwelche anderen Beschäftigungen.

kreative Blockade ueberwinden

Diese Ausweichmanöver sollte man erkennen und sich der Problematik stellen, statt ihr auszuweichen. Ein bisschen Pep-Talk ist da manchmal Gold wert und wenn man sich fest vornimmt am besagten Projekt weiterzumachen und neue Ergebnisse zu erarbeiten, klappt es dann meist auch viel besser als erwartet.

Einen Zeitplan erstellen und diesen auch einhalten

Gerade als Freelancer hat man oft nicht allzu feste Projekt-Timetables oder man kann sich die Zeit für eine Projektumsetzung selbst einteilen. Trotz dieser Freiheiten ist es meiner Ansicht nach ganz wichtig, dass man sich feste Deadlines für die Umsetzung einer Arbeit setzt. Auch einzelne Arbeitsphasen (Inspirationen sammeln, Konzept erstellen, Designphase usw.) können in kleinere Zeitabschnitte unterteilt werden. So hat man viel mehr Halt während des gesamten Projektes und vermeidet, sich an einem bestimmten Arbeitsschritt zu lange aufzuhalten und so im Timetable durcheinander zu kommen.

kreative Blockade ueberwinden

Wie ist deine Meinung?

Welche Tipps und Tricks hast du parat, um kreative Blockaden zu überwinden oder besser noch, gar nicht erst entstehen zu lassen? Über dein Feedback und weitere Ideen freue ich mich sehr!

7 Kommentare zu “Die Sache mit der Kreativität

  1. Super Tipps und klasse Beitrag, Ellen! Ich kann die Tipps von dir nur bestätigen und versuche sie auch so gut wie möglich anzuwenden. Ich selber werde oft durch Inspiration angeregt, Bilder, Beiträge, Grafiken und Co…

    Grüße, Vincent

  2. Verrückt, ich habe mich auch schon damit befasst. Mir hilft es oft, wenn ich mal nicht weiterkomme oder aber grade etwas die Lust verliere, dass ich mich mit kreativen Leuten unterhalte. Dass ich mit diesen über irgendwas rede und ich vielleicht die Sachen an den ich grade sitze zu zeigen. Das gibt dann meistens einen netten Austausch und man ist mit frischen Ideen gewappnet. Alternativ hilft tatsächlich ein Blick auf dribble und das besuchen von anderen wirklich guten Seiten für neue Ideen.

    Besonders wichtig ist es aber, dass man sich mit kreativen Menschen im Alltag umgibt. Das pushed tatsächlich die eigene Kreativität.

  3. Ach ja, mir ist das sehr vertraut, habe viele Jahre zu Hause gearbeitet und mich nach Austausch gesehnt. Nun habe ich alleine ein Studio und brauche dringend den Austausch, doch Fotografinnen und Fotografen sind sich ja auch selber Konkurrenz also,da habe ich nicht die Hoffnung einen Kreis zu finden in dem ich mich wirklich austauschen kann.Ich habe eine gute Freundin und Kollegin, die wohnt weit weg von mir, wir sind uns also keine Konkurrenz, mit der tausche ich mich ab und an mal aus, wenn sie Zeit hat, das ist sehr angenehm. Ich sehe mich im Netz um, also sehe mir Fotografien von anderen an und versuche meinen eigenen Standort so zu bestimmen , auch wenn wir Kreative uns nicht ständig vergleichen sollen, hilft mir das ein wenig. Ansonsten tröste ich mich damit das ich ja schon sehr lange in diesem Geschäft bin und es eigentlich besser wissen müsste. Klingt jetzt irgendwie depressiv, ist es aber nicht, ehrlich. Ich Wünsche und brauche den qualifizierten Austausch ganz dringen, doch habe keine Ahnung wie…

    • Wenn du gar keine Kollegen zum Austausch findest, würde ich nach einem Praktikanten suchen. Wenn du den richtigen erwischst, heißt das man die Motivation klar erkennen kann, reißt dich das auch aus der „Lethargie“ heraus.

      Gerade der Austausch ist wichtig. Mit einem Kunden wirst du nie auf einer Ebene reden können, da bist du immer der Dienstleister der seinen Job macht. Deinem Partner Zuhause wirst du, wenn er nicht den gleichen Job macht, zwar viel erzählen können er wird aber wenig drauf eingehen können.

      Gerade als Freelancer, Selbstständiger oder Kreativer lebt man für seinen Job, das hat einen hohen Stellenwert und wenn einem Menschen fehlen mit denen man auch über die „Arbeit“ oder die Passion auf einer Ebene reden kann, kommt man sich immer häufiger wie ein Exot oder Außenseiter vor und das macht einem auf lange Sicht richtig Dröge.

      Das Problem hat der Fabrikarbeiter in der Regel nie, die reden nie über den Job weil für die ist es in der Regel nur ein Job damit Geld aufs Konto geht. Da hält man sich mehr als allgemeine Themen (Fussball, Sport, Weltgeschehen, Klatsch und Tratsch) für die man immer jemanden zum reden findet.

  4. Wenn man als One Man Show durch die Arbeitswelt geistert kommt man eigentlich schnell zu dem Punkt wo gar nichts mehr geht – ich will gar nicht wissen wie heftig das als Author sein muss der Bücher schreibt und von einer Blockade erwischt wird – da kann man sich ja selten Austauschen (sonst schnappt der Zuhörer vielleicht die Idee noch weg).

    Was mir persönlich immer geholfen hat, war der Satz von Peter Lustig „Einfach mal abschalten“. Wenn man merkt das nichts mehr geht, das man Blockiert, dann sollte man eine Pause machen und sich mit ganz anderen Dingen ablenken. Gerade wenn man sich dann doch zwingt weiter zu machen, wird das gar nichts, es wird ehr schlimmer weil dann die Fragen kommen „Warum schaffst du das jetzt nicht, geht doch sonst immer…..?“. Ich hab mir damit geholfen das ich in solchen Momenten was anderes mache, etwas das mich beschäftigt und beansprucht. Zum Beispiel Kochen, Fotografieren, Zeichnen, Daddeln, etc. Irgendwas was einem Spaß macht und einem für eine gewisse Zeit geistig von dem eigentlichen Problem trennt. Herumsitzen und an die Decke starren bringt nichts :)

    Aber wie schon angesprochen, die Austrausch mit anderen Kreativen hilft eben auch. Das sind eben Menschen die das gleiche „Leiden“ ;) mit sich herumschleppen, da fühlt man sich nicht mehr so alleine. Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen auch wenn er gerne behauptet fähig zu sein alleine im Leben zu stehen.

    Ich persönlich freue mich auf meine baldige Festanstellung (derzeit sind die Agenturen ja wieder auf der Suche nach neuem Blut), da habe ich wieder eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Letzteres hat man als Freelancer eigentlich kaum, weil man eigentlich immer in der Arbeit hängt egal wie :)

  5. Hallo, ich habe Praktikannten und ich brauche keinen Motivatiosanschub :-)) Ehrlich ich fühle mich nicht einsam und blokkiert bin ich im Moment auch nicht :-)) würde halt mal wieder gerne über meinen Tellerand hinaus diskutieren, das ist alles.
    Ich habe mir angewöhnt morgens in den Tag zu schlendern, mir also viel Zeit zu lassen, stehe entsprechend früh auf :-)) dann habe ich 2 Hunde mit denen gehe ich gerne spazieren dabei kommen mir meistens sehr gute Ideen…
    Ich bin sehr glücklich bei dem was ich tue, ehrlich, doch eine Diskussion mit Kollegen ist eben noch malwas anderes….

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