Full Site Editing Themes WordPress

Unser erstes WordPress-Block-Themes für Full Site Editing

Die letzten Wochen waren wir eifrig damit beschäftigt, unser Aino-Theme zu einem kompletten Full Site Editing Block-Theme umzubauen. Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, obwohl etliche der Full Site Editing Features noch in der Entwicklungsphase stecken.

Grund dafür war die Veröffentlichung von WordPress 5.8. Dieses Release kann definitiv als Startschuss für Full Site Editing angesehen werden. Und da wir Aino nur aus dem Grund gebaut haben, um für diese neue Zukunft von WordPress vorbereitet zu sein, waren wir schnell davon überzeugt, dass wir jetzt und nicht später loslegen sollten.

Themes und Full Site Editing, was kommt da eigentlich auf uns zu?

Es ist wichtig zu verstehen, dass sich Themas durch die neuen Full Site Editing (kurz FSE) Funktionen sehr stark verändern werden. Technisch werden die Theme-Dateien nicht mehr PHP-, sondern HTML-Dateien sein und die meisten der Full Site Editing Funktionen werden über die theme.json Datei gesteuert statt wie bisher über die functions.php Datei oder den Customizer.

Die theme.json Datei

Die theme.json Datei ermöglicht es Theme-Autoren bestimmen, welche allgemeingültige Farbpalette das Theme haben soll, welche Schriften zur Auswahl stehen oder welche Schriftgrößen. Diese Funktionen nennt man „Global Styles“.

Die theme.json Datei kann noch sehr viel mehr und ich werde bestimmt noch einige Blogbeiträge zum Thema theme.json schreiben. Sie ist sozusagen die neue Steuerzentrale eines WordPress-Themes.

Zusätzlich kann ein Theme über theme.json Datei auch einzelne Blöcke und deren Funktionen definieren. Der Themeautor kann zum Beispiel festlegen, welche Schrift der Überschrift-Block haben soll und das der Button-Block eine eigene Farbpalette bekommen soll.

Themenutzer können dann über die Global Styles im neuen Site Editor die in der theme.json vordefinierten Stile anpassen. Und zwar entweder das gesamte Theme oder nur einen einzelnen Block betreffend.

Diese Funktionen sind ganz neu und ersetzen viele der Theme-Optionen, die bisher über den WordPress-Customizer angepasst werden konnten.

Das bringt mich gleich zur nächsten großen Herausforderung, die wir beim Umzug von Aino zum vollen FSE Block-Theme hatten. Der Customizer wird durch FSE abgelöst und steht Block-Themes nicht mehr zur Verfügung.

Die Customizer Funktionen ersetzen

Yep, Block-Themes kommen ohne den Customizer aus und er wird nicht mehr angezeigt, sobald ein Block-Theme aktiv ist. Das hat aber gute Gründe, da der Customizer so bald wie möglich nicht mehr genutzt werden soll. Alles soll an einer übersichtlichen Stelle, nämlich im neuen Website Editor angepasst werden.

Es war aber letztlich doch einfacher als gedacht, auch wenn wir auf ein paar unsere ursprünglichen Aino-Designoptionen erst einmal verzichten. In der Zukunft werden wir diese Designoptionen dann direkt über Block-Styles in den Blöcken integrieren.

Alle Farbanpassungen werden jetzt wie oben bereits beschrieben über die Global Styles vorgenommen. Global fürs ganze Theme oder per Block.

Themeoptionen wie die Anpassung des Footer Copyright-Textes werden in den Templates und Template-Parts vorgenommen.

Klasse ist, dass Nutzer von Block-Themes mehrere Footer- und Headerversionen speichern können. Wir machen das auf der Aino-Webseite, um den Header in unterschiedlichen Farben nutzen zu können. Auf dem Aino-Blog habe ich schon ein kleines Tutorial geschrieben, in dem ich erkläre, wie man den Header in einem Block-Theme anpasst (die deutschsprachige Version ist in Arbeit).

Das Seitenlogo und den Seitentitel passt man in Block-Themes auch im Site Editor an. Es gibt dafür neue Site Title und Site Logo Blöcke.

Vorsicht beim Site Logo Block: Du kannst das Logobild bisher leider nur einmal definieren. Es ist also momentan nicht möglich, Logos in unterschiedlichen Farben zu nutzen. Ich denke, das wird sich aber noch ändern. Als Workaround kannst du den Bild-Block mit Link zu deiner Homepage als Alternative zum Site Logo-Block einsetzen.

Ein Favicon kannst du mithilfe eines Favicon-Plugins integrieren. Das hat den Vorteil, dass du sehr viel feinere Einstellungen für dein Favicon hast. Du kannst optimierte Favicons für unterschiedliche Browser und Geräte einbinden.

Die Home- und Blogseite kannst du über Einstellung/Allgemein festlegen.

Widget-Bereiche hat Aino derzeit nicht. Die Widgetbereiche des Footers kannst du jetzt direkt im Footer-Template Part anpassen. Wir haben mehrere Footer-Designs vorbereitet und weitere werden folgen.

Seiten Templates und Template Parts

In Block-Themes gibt es Templates und Template Parts. Das gab es bei klassischen Themes eigentlich auch schon.

Der großen Vorteile von Block-Themes ist es, dass Themenutzer über den Site Editor selbst alle Seiten-Templates und Template Parts ihres Themes anpassen können. Es ist sogar möglich, eigene Seiten-Templates zu erstellen. Das macht die neue Block-Theme Generation so viel flexibler.

Eine Vorschau der Blogseite im Site Editor.

Du kannst im Site Editor bestimmen, welches Layout du für deinen Blog oder deine Blogarchivseite verwenden möchtest. Du kannst Block-Vorlagen (Patterns) in ein Seiten-Template integrieren oder aus einer Anzahl von unterschiedlichen Templates/Template Parts auswählen. Die Option ist besonders beim Header und Footer spannend.

Fazit

Wir wollen unseren Theme-Nutzern diese flexibleren, leichteren WordPress Block-Themes so schnell wie möglich anbieten. Wir wollen dabei nicht warten, bis alles perfekt fertig ist, sondern bei der Entwicklung und der Optimierung mit dabei sein. Die nächsten zwei WordPress-Veröffentlichungen 5.9 und 6.0 werden ganz besonders die Art verändern, wie Themes in WordPress genutzt werden. Das ist unser Thema und wir wollen bei diesen Veränderungen mit dabei sein.

Im Hintergrund arbeiten wir auch schon daran, wie wir unsere beliebtesten klassischen Themes wie Zuki oder Uku mit Aino als Basis-Theme für diese WordPress Block-Theme Ära vorbereiten können. Dazu aber bald mehr.

Das wir mit Aino jetzt schon einen großen Schritt in Richtung Zukunft gegangen sind, fühlt sich mehr als richtig an. So können wir und unsere Theme-Nutzer in diese neue Theme-Welt reinwachsen. Neue Features können wir schrittweise addieren.

Wenn du Feedback oder Fragen an uns hast oder mehr über Block-Themes, Full Site Editing oder sie Zukunft von WordPress-Themes allgemein wissen möchtest, schreib uns einfach einen Kommentar oder eine Nachricht über unseren Support-Button hier auf der Webseite. Wir freuen uns schon von dir zu hören.

Alle, die unser Aino-Projekt bisher schon so fleißig unterstützt haben, möchten wir hier auch noch einmal ein riesiges Dankeschön sagen. Eure Nachrichten, Fehlermeldungen, Vorschläge zur Verbesserung und euer tolles Feedback zu Aino helfen uns unglaublich weiter. 1000 Dank!

Beteilige dich an der Diskussion

  1. Ich verstehe, dass den unabhängigen Theme-Herstellern gar keine andere Wahl bleibt, als auf Gedeih und Verderb der von Automattic vorgegebenen WordPress-Roadmap zu folgen. Andernfalls würden sie sich ja selbst aus dem Markt kegeln.

    Als Anwender sehe ich das differenzierter: Grundlegende konzeptionelle Änderungen im virtuellen „Maschinenraum“ haben stets den Nachteil, dass sie von den Usern immer mehr Aufwand (und Sachkunde!) verlangen, nur um das bereits Bestehende und Erreichte weiterhin lauffähig zu halten. Das erfordert viel Zeit und Mühe, die dann nicht mehr den eigentlichen Inhalten gewidmet werden kann. Und die sind ja das Wichtige, die Technik drumherum darf nicht zum Selbstzweck ausarten…

    Ich für meinen Teil habe viel Herzblut und ungezählte Stunden in die insgesamt 15 von mir selbst oder auftragshalber gestalteten und betriebenen WordPressen gesteckt, ich mag den Block-Zirkus nicht mitmachen, der mit der Einführung des Gutenberg-Editor ja erst seinen zaghaften Anfang genommen hat. Auch Websites mit wunderschönen Themes von elmastudio sind mittlerweile von Inkompatibilitäten betroffen. Die betroffenen Themes sind offenkundig deshalb inzwischen aus dem Programm genommen und in den Ruhestand abgeschoben worden (wie z.B. „Renkon“). Da blieb mir nur das Einfrieren der Sites auf dem Stand der WordPress-Version 5.4.2 übrig, mit regelmäßigen Datenbank-Backups und weiterhinnigen Updates der beteiligten Plugins, solange noch funktional möglich.

    Professionelle Dienstleister (Webdesigner) werden es nicht immer offen zugeben, aber die meisten haben mit dem von außen verordneten „Fortschritt“ auch ihre liebe Not: Wie will man Bestandskunden verklickern, dass man deren Websites im Backend mit irrem Aufwand modernisieren will/soll/muss, obwohl der bislang zufriedene Kunde aus seiner Sicht keinerlei Änderungsbedarf sieht, schon gar keinen, für den er wieder zahlen soll?

    OK, wenn ich heute neu in die Blog-Welt einsteigen würde, würde ich mich natürlich mit dem aktuell angesagten WordPress-Konzept auseinandersetzen (müssen). Oder gleich was Einfacheres nehmen, wie z.B. das Flat-File-CMS „Bludit“.

    Fazit: Ich verweigere mich aus Altersstarrsinn der Tendenz zur wachsenden Software-Komplexität und den aktuellen Umbrüchen im WordPress-Unterbau, habe aber höchsten Respekt vor Eurer Leistung als Einzelunternehmer in einem schwierigen und volatilen Markt und wünsche Euch weiterhin viel Erfolg!

    1. Susanne

      Hallo Ellen, hallo zonebattler,

      danke für den Beitrag, der sehr hilfreich ist!

      Und danke für den Kommentar, der mir aus der Seele spricht. Auch ich arbeite als Webentwickler und bin gerade einigermaßen damit überfordert, meinen Kunden zu verklickern, dass da nun was Neues kommt – schon der Umstieg überhaupt auf Gutenberg war für viele zu anspruchsvoll und entsprach auch überhaupt nicht ihren Bedürfnissen. Der Kunde sieht überhaupt nicht die Notwedigkeit ein, wozu auch? Seine Website läuft einwandfrei, den „neumodischen Kram“ braucht er für seine Firmenpräsentation im Internet überhaupt nicht.

      Aber auch ich als Entwickler, der individuelle Themes für Kundenprojekte entwickelt, weiß im Augenblick nicht, wie ich vorgehen soll. Will ein Kunde jetzt eine neue Website haben, wie plane ich das? FSE ist noch nicht fertig nutzbar (ich habe selber die Erfahrung bei ersten Gehversuchen mit FSE gemacht, dass mein Testprojekt bei der nächsten Aktualisering von Gutenberg schon wieder „zerschossen“ wurde, weil nun CSS-Klassen, theme.json-Einstellungen etc. sich schon wieder geändert hatten ), es ist weiterhin experimentell, der Kunde möchte aber nun eine Website haben. Sein Verständnis und seine Bereitschaft für Fortschritt hält sich auch in Grenzen, wenn ich ihm sage, „ja, Ihre Website müsste dann nächstes Jahr bzw. wenn dann FSE komplett zur Verfügung steht, erst mal wieder aufwändig überarbeitet werden“. Welcher Kunde macht das mit?

      Insgesamt hoffe ich ein bisschen, dass es mehr User/Entwickler mit „Altersstarsinn“ gibt, einfach auch weil es einen großen Bedarf für kleinere Projekte gibt, die auch nicht alle paar Jahre ein Relaunch benötigen – aus meiner Sicht eigentlich eine ziemlich große Anzahl an Menschen.

      Euch bei elmastudio wünsche ich viel Erfolg in diesem Markt, der so wie ich das sehe, immer schwieriger wird!

  2. Hallo Ellen, hallo Manuel,

    vielen Dank für euren mutigen Vorstoß in ein echtes Full-Site-Editing-Theme. Ich bin ein wenig skeptisch, was den Einsatz des Gutenberg-Plugins auf Live-Seiten angeht. Daher nutze ich euer Theme aktuell mehr zum Probieren und testen der neuen Funktionalitäten. Seid ihr sicher, dass man Aino schon für “echte” Seiten nutzen kann, ohne beim nächsten Gutenberg-Update vor einem kaputten Layout zu sitzen?

    Aber auf jeden Fall und ganz wichtig: euer Design und die liebevoll gestalteten Icons im Aino-Theme sind großartig!!!

    Und noch einmal: Danke für euren Vorstoß in die Neue Welt von WordPress. Mit dem WP Release 5.9 wird es sicherlich einen weiteren Fortschritt geben. Und man wird dann auch ohne das Gutenberg-Plugin die neuen Möglichkeiten von Footer- und Header-Gestaltung, Navigationsblock, Full Page Patterns etc. nutzen. Ich bin auf die weitere Entwicklung von Aino sehr gespannt und freue mich über Neuigkeiten von euch.

    Gruß
    Jonas

  3. Hallo Ellen,

    Gratulation zu eurem neuen WordPress-Block-Theme! Ich finde es gut, dass ihr hier mutig seid und immer am Puls der Zeit bleibt.

    Das Full Site Editing klingt überaus vielversprechend. Es könnte nicht weniger als eine richtige Zäsur darstellen. Denn wenn es erst mal vollständig ausgereift ist, könnte es auf mittlere Sicht einige etablierte Page Builder (Elemtentor, Beaver Builder, Brizy etc.) durchaus überflüssig machen. Der große Vorteil hierbei: Es fügt sich nahtlos in WP ein. Gut für die Performance (Stichwort: Page Speed) und auch für die Nutzerfreundlichkeit. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie es von der Community angenommen wird (schließlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier) und ob es sich in der Praxis tatsächlich bewährt. Umso spannender bleibt es, was die Folgeversionen von WP dahingehend mitbringen werden.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg

    Jürgen

  4. Ellen, Du weißt, ich bin ein Fan.

    Im Hintergrund arbeiten wir auch schon daran, wie wir unsere beliebtesten klassischen Themes wie Zuki oder Uku mit Aino als Basis-Theme für diese WordPress Block-Theme Ära vorbereiten können. Dazu aber bald mehr.

    Hinweise für die Roadmap / Zeitstrahl bzgl. Uku kann ich kaum erwarten.

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