Tipps für Kundenprojekte: WordPress-Funktionen in kurzen Screencasts erklären

Kurze Videos, in denen du dein Bildschirm abfilmst und gleichzeitig etwas erklären kannst sind schnelle und hilfreiche Tools, um deinem Kunden auf unkomplizierte Weise Funktionen in WordPress oder anderen Content Management Systemen zu erklären. So kannst du umständliche Emails vermeidest oder Schlimmeres, wie z.B. ein fehlgeschlagenes, automatisches WordPress-Update ohne Backup.

1. Gute Gründe für kleine Screencast-Anleitungen

Mit unkomplizierten und kostenlosen Screencast-Lösungen und einem Headset ausgestattet, ist es ganz leicht, kurz etwas auf dem eigenen Bildschirm aufzunehmen, und per Email oder Link an einen Kunden weiterzuleiten. So kannst du deinen Kunden beispielsweise Funktionen eines speziellen WordPress-Plugins erklären, oder eine grundlegende Anleitung zum WordPress-Adminbereich geben.

Per Email oder Text-Dokument sind solche Anleitungen oft mühsam. Bei einer Erklärung am Telefon, oder während eines persönlichen Treffens, hat dein Kunde später keine Referenz mehr, noch einmal nachgucken zu können, wie die ein oder andere Sache in WordPress doch gleich funktioniert hat. Schließlich ist der umfangreiche Admin-Bereich eines CMS für einen nicht Profi anfangs oft ein wenig überwältigend.

2. Beispiele für mögliche Screencast-Erklärung in WordPress

Aus unserer Erfahrung sind folgende Funktionen in WordPress anfangs oft problematisch, und könnten in kleinen Screencasts schnell erklärt werden.

  • Das Admin-Dashboard erklären.
  • Auf Update-Erinnerungen von WordPress-Versionen und Plugins hinweisen.
  • Plugins installieren, deinstallieren oder deaktivieren.
  • Neue Artikel oder Seiten anlegen.
  • Sidebar-Widgets hinzufügen, bearbeiten oder umsortieren.
  • Funktionen umfangreicherer Plugins (z.B. NextGEN Gallery) erklären.
  • Benutzer verwalten, neue Benutzer hinzufügen.

3. Praktische Programme für Screencasts

Inzwischen gibt es eine Reihe praktischer und kostenloser Online-Tools und Programme zum Downloaden, mit denen du schnell kleine Videos drehen kannst.

3.1. Das Twitter-Tool Screenr

Screenr ist ein praktisches Online-Tool, mit dem du (vorausgesetzt du hast ein Twitter-Konto) Screencasts in hoher Qualität aufnehmen, und entweder Twittern oder im mp4-Format auf deinen Computer herunterladen kannst.

Die wichtigsten Fakten

– max. Aufnahmelänge ist 5 Minuten
– HD Videoqualität
– Übertragung zu Youtube, Einbetten auf Websites, Verlinkung oder Download möglich
– Format zum Download (mp4)
– Mann muss ein Twitter-Konto haben, um Screencasts aufnehmen zu können.
– Alle Screenr-Videos sind öffentlich in der Timeline sichtbar.

Beispiel-Screencast: Das WordPress Dashboard einrichten

Damit du dir die Videoqualität bei Screenr anschauen kannst und eine bessere Vorstellung bekommst, wie du deine Videos aufnehmen kannst, habe ich ein Beispiel-Screencast mit Screenr aufgenommen.

Wenn du das Video hilfreich findest, kannst du es gerne teilen oder gerne auch an deine Kunden weiterleiten.

Und so funktioniert’s

Auf der Screenr-Webseite findest du den Button »Sign in with Twitter«, über den du dich bei Screenr einloggen kannst (es ist keine extra Anmeldung mehr nötig). Jetzt kannst du mit dem Record-Button sofort loslegen, deinen Bildschirm aufzunehmen. Du kannst die Größe deines Aufnahme-Rahmens einstellen, und auf den roten Aufnahmebutton klicken.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte

Ich nutze für meine Aufnahmen ein Headset von Philips (du solltest lediglich darauf achten, dass der Ton nicht zu leise eingestellt ist, und keine all zu lauten Nebengeräusche im Hintergrund zu hören sind).

Nachdem du dein Video aufgenommen hast, kannst du es kontrollieren, und anschließend publizieren (alle Screencasts werden automatisch über den Twitter-Account getweetet).

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
Es kann einen kurzen Moment dauern, bis dein Video zu Screenr hochgeladen ist.

Möchtest du nicht, dass all deine Follower dein Video anschauen, könntest du den Tweet gleich nach der Veröffentlichung wieder aus deinem Twtter-Stream löschen. Allerdings werden alle neuen Videos in der Public-Timeline von Screenr veröffentlicht.

Sobald dein Screencast fertig geladen ist, kannst du es dir auch auf als mp4 auf deinen Computer herunterladen, auf deinem YouTube-Channel posten, auf deiner Webseite oder Blog einbetten oder per Link weiterleiten.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
Benötigst du dein Video nicht mehr, kannst du es hier auch wieder löschen.

3.2. Jing-Programm zum Downloaden

Jing gibt es in einer kostenlosen und in einer Profi-Version. Du kannst deine Screencasts auf deinen Computer herunterladen oder direkt auf deinen Server per FTP hochladen. So kannst du schnell praktische Videos im SWF Flash-Movie Format aufnehmen und an deine Kunden weiterleiten.

Die wichtigsten Fakten

– 5 Minuten max. Videolänge
– SWF Flash-Movies
– Programm zum Downloaden auf den Computer
– in der kostenlosen Version ist Jing-Werbung integriert (Pro-Verison werbefrei).
– Möglichkeit Videos direkt zu Screencast.com hoch zu laden (bis zu 2GB kostenlos).

Beispiel-Screencast: neue Artikel in WordPress erstellen

Als Beispiel für ein Jing-Screencast habe ich kurz erklärt, wie man einen neuen Artikel in WordPress anlegen kann.

Und so funktioniert’s

Sobald du Jing auf deinen Computer heruntergeladen und geöffnet hast, siehst du in deiner Taskleiste das kleine gelbe Jing-Symbol. Hier wählst du die Option Capture (Aufnehmen).

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte

Der Aufnahmerahmen erscheint, und du kannst bestimmen welchen Bereich deines Bildschirms du aufzeichnen möchtest. Dann klickst du in der kleinen Navigation auf »Capture« und die Aufnahme mit Jing beginnt.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
Der Aufnahme-Rahmen bei Jing.

Dein fertiges Video kannst du entweder als SWF-Falsh-Datei auf deinen Computer herunterladen, oder du erstellst dir ein Account bei Screencast.com (vom gleichen Anbieter wie Jing, Techsmith) und lädst dein Video in dein Account. Den Link zum Video kannst du dann an deinen Kunden weiterleiten.

3.3. Screentoaster

Screentoaster ist ebenfalls ein Online-Tool, bei dem du dir ein kostenloses Account einrichtest, und dann bis zu 5 Minuten lange Screencasts, entweder zum Download auf deinen Computer oder zum Upload bei Screentoaster aufnehmen kannst.

Die wichtigsten Fakten

– Online-Tool mit kostenlosem Account
– 5 Minuten max. Videolänge
– Download im mp4-Format möglich
– Upload zu Screentoaster auch als privates Video möglich (erscheint nicht in Screentoaster-Timeline)

Beispiel-Screencast: WordPress-Widgets kurz erklärt

Und so funktioniert’s

Bei Screentoaster kannst du dir ein kostenloses Account einrichten, und nach dem Login deinen Bildschirm mit dem Online-Tool aufnehmen. Auch hier ziehst du die Auswahl deiner Aufnahme mit einem Rahmen auf, bevor du mit deiner Aufnahme beginnst.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
Das Aufnahmefeld von Screentoaster.

Hast du dein Video fertig aufgenommen, kannst du aus einigen Optionen wählen, um dein Screencast zu teilen oder abzuspeichern.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
Die verschiedenen Möglichkeiten dein Screencast zu spiechern.

Während des Uploads zu deinem Screentoaster-Account hast du die Möglichkeit, dein Video auf eine private Einstellung zu setzen, so dass es nicht in der öffentlichen Timeline von Screentoaster erscheint.

Praktische Screencasts fuer Kundenprojekte
So kannst du dein Screentoaster-Video beschriften und auf privat setzen.

Wie gefällt dir diese Möglichkeit der Kunden-Betreuung? Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht, wenn du deinen Kunden oder Freunden eine neuer Funktion in einem Content Management Systems erklärt hast? Kennst du weitere praktische Methoden und Tipps, um diese Problematik zu lösen?

Über dein Feedback, deine Erfahrungen und Tipps freue ich mich sehr!

16 Kommentare zu “Tipps für Kundenprojekte: WordPress-Funktionen in kurzen Screencasts erklären

  1. wahnsinn. find ich sooo toll, dass du das alles mit uns anderen webdesigner teilst. THUMPS UP!!

    • @ruetty: Vielen Dank für deinen Kommentar :-) Es freut mich sehr, dass die Tipps im Beitrag dir so gut gefallen :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  2. Klasse Beitrag, wie immer.
    Finde das Thema Screencasts sehr interessant und du hast es mir sehr ausführlich und gut näher gebracht.

    Von den Vorgestellten Diensten würde ich Screenr nehmen, weil es mir einfach sympathisch ist. Wäre noch interessant zu wissen, welches Programm du benutzt bzw. benutzen würdest.

    Ich selber habe noch keinen Screencast verwendet, aber könnte es mir sehr gut vorstellen, da manche Funktionen und Anleitungen auf Video einfach besser rüberkommen.

    Gruß Robin

    • @Robin, vielen Dank für dein Feedback. Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt :-)

      Ich denke es kommt immer auf das Projekt an, welches Tool sich gerade am besten eignet. Und ob man das Video online teilen möchte, oder eher per Mail verschicken möchte. Per Email eignet sich Jing besonders gut.

      Viele Grüße,
      Ellen

  3. Auch ich finde die Übersicht wieder klasse.
    Übersichtlich, mit Kurzerklärungen zu den Funktionen und der Bedienung der Tools. Toll !

    Willst Du auf die Seite nicht mal einen Flattr-Button stellen?

    Und dann fand ich es spannend, Dich auch mal sprechen zu hören …

    Viele Grüße und weiterhin so viel Spaß bei allem was Du tust.
    Oliver

    • @Oliver: Vielen Dank für dein tolles Feedback. Es freut mich sehr, dass dir der Beitrag so gut gefällt :-)

      Video-Screencasts machen mir auch sehr viel Spaß, und mit den beschriebenen Tools ist es auch super einfach. In ein paar Minuten hat ein Video gedreht und hochgeladen. Für kleine Erklärungen besonders in WordPress oder einem anderem CMS ist das wirklich sehr praktisch :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  4. Die Dichte und Qualität eurer Beiträge ist wirklich frappierend. Mir fällt auf, dass ich nirgendwo anders häufiger unterwegs bin.

    • Hallo Horst,

      vielen Dank für dein tolles Feedback :-) Und das du so gerne auf unserem Blog vorbei schaust, freut uns natürlich riesig :-)

      Beste Grüße,
      Ellen

  5. Liebe Ellen,

    eine wirklich sehr gelungene Einführung in das Thema. So ein Screencast ist auch sehr hilfreich, um neue Besucher mit dem eigenen Blog vertraut zu machen.

    Wem 5 Minuten nicht genügen, dem kann ich das kostenlose Programm BB FlashBack Express empfehlen: http://www.bbsoftware.co.uk/BBFlashBack_FreePlayer.aspx

    Und wer sich die Arbeit sparen möchte, findet bei Irene Wolk vielleicht das Passende: http://wordpresskurse-von.irene-wolk.de/

    Liebe Grüße,
    Jürgen

    • Hallo Jürgen,

      vielen Dank für dein tolles Feedback und deine weiteren Tipps. Das Programm BB FlashBack Express kannte ich noch gar nicht. Werde es wohl auch mal testen müssen :-)

      Danke auch für deinen Tipp zu Irenes WordPress-Blog. Da sind ja wirklich etliche tolle Videos mit Erklärungen besonders für Anfänger dabei :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  6. Hallo Ellen!

    Danke für diesen tollen vor allem ausführlichen Artikel. Habe mich gefreut, noch eine gleichgesinnte finden, die Screencasts als effektives Kommunikationsmittel propagiert =)

    Gleich auf twitter gefolgt!
    Wer sich generell für Screencasting interessiert, findet evtl. einen oder anderen interessanten Artikel in meinem Blog.

    Gruß,
    Waldemar

    • Hallo Waldemar,

      vielen Dank für dein Feedback, oh ja, ich finde Screencasts klasse und sehr sehr praktisch :-) Es ist im ersten Moment vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig so auf den Bildschirm zu plappern, aber Screencasts machen auch riesigen Spaß :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  7. Herrschaftszeiten, ich komm kaum noch dazu, andere Blogs zu lesen – (fast) egal, was ich zurzeit nachschlage, zack – lande ich bei euch im Blog.

    Auch noch klasse für Screencasts ist Camstudio http://camstudio.org/ (gratis)

    und für Podcasts audacity (super simpel zu bedienen und auch gratis) http://audacity.sourceforge.net/?lang=de

    Viele Grüße

    Elke

    • Hallo Elke,

      es freut mich, dass du so oft bei uns vorbei schaust. Ich hoffe, dir gefallen unsere Beiträge :-)

      Vielen herzlichen Dank für die weiteren Screencast Tipps, Camstudio hatte ich auch schon einmal ausprobiert, audacity kenne ich bisher noch nicht. Das möchte ich mir unbedingt einmal anschauen :-)

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch,
      Ellen

  8. Liebe Ellen, dass ich bei Dir immer wieder lande, wenn ich jemanden suche der mir etwas erklären kann, so dass ich´s verstehe, ist ja an sich schon toll, aber dass ich jetzt auch noch in den Kommentaren die Leute treffe, mit denen ich auch auf einigen anderen Plattformen gerne im Austausch bin, zeigt doch gleich noch einmal mehr, dass ihr mit dem Blog wirklich alles richtig macht ;o}
    Danke für immer wieder hilfreiche Tipps, verständlich erklärt!

    • Hallo Angie,

      vielen herzlichen Dank für dein tolles Feedback zu unseren Artikeln. Das freut mich wirklich riesig, dass du die Beiträge hilfreich findest :-)

      Ich versuche mir immer Mühe zu geben, alles möglichst verständlich zu erklären. Selbst mag ich es auch nicht so gerne, wenn eine Erklärung zwar fachlich super informativ, aber sooooooo umständlich erklärt ist, dass man hinterher leider immer noch nicht schlauer ist :-)

      Liebe Grüße,
      Ellen

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