Eine neue Webseite entsteht (Teil 4): Das Webdesign-Styling

Im Teil 3 des Tutorials ist der erste, grobe Webdesign-Entwurf entstanden. Damit dein Design auf jeden Fall ein echter Hingucker wird zeige ich heute, mit welchen Effekten und Tricks du deinem Entwurf den letzten Feinschliff geben kannst. Denn nur mit Liebe zum Detail wird ein Webdesign zu etwas ganz Besonderem.

Das fertige Webdesign der Startseite

Am Ende dieses Tutorial-Teils wird die CoffeeLove-Seite durch etliche kleine, aber feine Details bereichert sein.

Webseiten Tutorial Teil4
Klicke auf das Bild, um dir das Webdesign in einer größeren Ansicht anzuschauen.

Also los geht’s, an die Arbeit :-)

1. Header-Hintergrund mit Photoshop-Pinsels gestalten

Mit Photoshop-Pinseln kann man herrliche Effekte für den Vintage oder Grunge-Stil gestalten, und so dem Webdesign mehr Individualität verleihen. Außerdem macht das Arbeiten mit Photoshop-Pinseln auch noch jede Menge Spaß. Auf Webseiten wie Brushezzy und Brushking kannst du du nach kostenlosen Pinseln und Stempeln suchen.

Für meinen Header habe ich mich für einen coolen Pinsel entschieden, mit dem man alte Landkarten stempeln kann.

Nachdem ich meinen neuen Pinsel in den Ordner Programme / Adobe / Photoshop / Presets /Brushes eingefügt habe, kann ich in einer neuen Photoshop-Datei (in der Breite meines Headers) kann ich jetzt mit dem Stempeln beginnen. Im Fenster Pinsel (F5) kannst du deinen neuen Pinsel im Photoshop hochladen.

Webseiten Tutorial Teil4
Klicke dazu auf das kleine Pfeilchen im Pinsel-Fenster von Photoshop.

Hilfreich ist es auch, dein Webdesign in eine extra Ebene zu speichern, und diese dann leicht transparent setzen. So siehst du, während deiner Arbeit mit dem Pinsel, welche Bereiche des Headers später vom Logo etc. überdeckt werden.

Jetzt wählst du die passende Größe für den Pinsel im Pinsel-Menü aus, und stempelst auf einer neu angelegten Ebene in die Header-Datei. Gefällt dir dein Ausschnitt, kannst du beginnen mit dem Radierer die die Ränder deiner Datei auszuradieren. Das ist ganz wichtig, damit später nicht sichtbar ist, wo dein transparentes PNG Hintergrund-Bild aufhört.

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Die Seiten mit einem Grunge-Pinsel ausradieren.

Wie du siehst, habe ich eine grungy Pinselspitze zum Ausradieren meiner Karte verwendet. So bekomme ich leicht den Stil einer alten, vergilbten und ausgeblichenen Karte hin.

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Die alte Karte in einem Braunton habe ich mit dem Radiergummi an den Seiten ausradiert.

Die fertige Header-Datei schneide ich jetzt so klein wie möglich zu, und speichere das Bild als transparentes PNG. Es ist wichtig, möglichst kleine Bilder für das Design zu verwenden, da sonst die Ladezeiten deiner Webseite später unnötig lang sind. Ein toller Tipp, um deine Bilder noch weiter zu komprimieren ist das Online-Tool Smush.it von Yahoo. Hier kannst du deine Bilder verlustfrei noch ein bisschen weiter komprimieren.

In meiner Illustrator-Datei kann ich nun das Header-Bild einfügen. Dabei habe ich das Bild noch ein bisschen transparenter gesetzt und vom Hintergrund der Webseite ein wenig Transparenz weggenommen.

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2. Das Logo stylen

Als nächsten Schritt möchte ich das Logos der Webseite noch ein wenig detaillierter gestalten, damit es nicht mehr so flach aussieht.

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Das Vorher / Nachher-Ergebnis des Logo-Stylings.

Dazu habe ich dem Banner einen weißen Hintergrund gegeben, und mit dem Pfad-Werkzeug eine neue, blaue Fläche gezeichnet. Jetzt habe ich beide Flächen in den Photoshop kopiert und Ebenenstile (mit Doppelklick auf die jeweilige Photoshop-Ebene) angewandt. Der weißen Fläche habe ich einen Schlagschatten, einen Schein nach Innen und eine Kontur gegeben. Der blauen Fläche einen Schein nach Innen, eine Kontur und eine Verlaufsüberlagerung. Am besten du spielst ein wenig mit den Ebenenstilen herum, um für dein eigenes Design die passenden Effekte hinzubekommen.

Bei der blauen Fläche habe ich außerdem noch den Strukturierungsfilter Leinwand (unter Filter / Strukturierungsfilter / mit Struktur versehen…) angewendet.

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Auch die Logo-Schrift habe ich noch in den Photoshop kopiert und ihr den Ebenenstil Schlagschatten und Schatten nach Innen gegeben.

Das fertige Logo speichere jetzt ich als transparentes PNG. Dann kannst du das fertiges Logo wieder in deine Illustrator-Datei platzieren.

3. Weitere Photoshop-Effekte setzen

Ähnliche Photoshop-Effekte habe ich anschließend auch bei der Borte ganz oben am Webseiten-Rand eingefügt. Anschließend habe ich mir einen kleinen Ausschnitt der Borte ausgeschnitten. Das Bild werde ich später mit der CSS-Eigenschaft x-repeat horizonal wiederholen.

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Auch bei den Muffin-Icons der Slider-Navigation, bei dem Menü Download-Button und den Sprechblasen für die Kundenreferenzen im Footer habe ich mit Photoshop-Effekten wie Schlagschatten, Schein nach innen, Verläufe und Rahmen ins Detail gestaltet. Wo es möglich ist, werde ich diese Effekte später mit CSS umsetzen.

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Der Menü-Button wurde ordentlich aufgepeppt. Schließlich sollen die Webseiten-Besucher ja auf das aktuelle Menü aufmerksam gemacht werden.

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Auch die Sprechblasen im Footer haben ein ordentliches Styling verpasst bekommen.

4. Icons gestalten

Eine weitere schöne Möglichkeit, einem Webdesign mehr Detailfreudigkeit zu verleihen, sind Icons. Es gibt jede Menge sehr schöne, kostenlose Icons zum downloaden (meist allerdings nur im PNG-Format), z.B. bei Icondock. Ansonsten lohnt es sich manchmal auch, einfache Icons im Illustrator selbst zu gestalten.

Für die CoffeeLove-Webseite habe ich im Header Icons für die Social-Media Buttons verwendet.

Webseiten Tutorial Teil4
Diese Icons hatte ich bereits für ein früheres Webdesign selbst gebaut.

Auch für die Überschriften im Content-Bereich und die Kontaktdaten habe ich einfach Icons gestaltet. Eine hilfreicher Tipps ist es, sich eine eigene, nach Themen sortierte Icon-Sammlung anzulegen. So kannst du auch all deine selbst erstellten Icons sammeln und findest sie bei Gelegenheit schnell wieder.

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Die Icons für die Überschriften und Kontaktdaten hatte ich bereits für frühere Designs gestaltet, und hier wieder verwendet.

5. Text-Schatten setzen

Als letzten Styling-Tipp für dein Webdesign, kannst du deinen Überschriften, Navigationspunkten und Intro-Texten noch einen Textschatten hinzufügen. So gekommen deine Texte ein wenig mehr Tiefe, die Texte sind durch den größeren Farbkontrast besser lesbar und wirken etwas schärfer.

Webseiten Tutorial Teil4
Der Textschatten der Navigations-Button wirkt auch bei Rollover-Effekt.

Webseiten Tutorial Teil4
Auch der Introtext wird durch Textschatten besser hervorgehoben.

Textschatten kannst du inzwischen praktisch mit der CSS3-Eigenschaft text-shadow umsetzen (für ältere Browser werden dann einfach keine Schatten angezeigt).

Mit all diesen Details und Effekten gefällt mir die Startseite der CoffeeLove-Webseite inzwischen schon sehr gut. Natürlich gibt es noch jede Menge mehr Tricks und Kniffe, um ein Webdesign so richtig zu pimpen. Da hat jeder Webdesigner bestimmt so seine ganz eigenen Tricks.

6. Wie detailiert sollte ein gutes Webdesign also gestaltet sein?

Natürlich kommt es immer auf das Budget und den Zeitrahmen eines Projektes an, in wieweit man im Webdesign ins Detail gehen kann. Dem Styling sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich kenne Webdesigner, die Monate und unzählige Stunden an einem Design arbeiten. Meiner Meinung nach lohnt sich ein bisschen Mehraufwand immer, und am Ende sieht man die kleinen, mühevollen Details in der Gesamtwirkung einer Webseite. Die Detailarbeit sollte aber auf keinen Fall das gesunde Maß überschreiten, denn ein Webdesign das niemals fertig wird, ist natürlich auch nicht anzustreben ;-)

Ich hoffe dir hat auch dieser Teil der Webseiten-Serie wieder gut gefallen, und du hast einige hilfreiche Tipps und Tricks für deine eigene Arbeit entdecken können.

Im nächsten Teil des Tutorials werde ich das Design der wichtigsten Elemente der Unterseiten (Über Uns, Kontakt und Blog-Element) bearbeiten, bevor es dann ab in die Programmierung der Webseite und die Umsetzung eines WordPress-Theme geht. Hast du Fragen zu den einzelnen Effekten, oder Vorschläge für weitere Styling-Tipps und Tricks? Über deine Fragen, Erfahrungen und Tipps freue ich mich sehr!

Weitere Teile der Tutorial-Serie

20 Kommentare zu “Eine neue Webseite entsteht (Teil 4): Das Webdesign-Styling

  1. Das ist der Wahnsinn. Die Handschrift ist unverkennbar, Ellen. Wenn ich mal eine Website brauchen sollte, würde ich mich vertrauensvoll an dich wenden. Schöner geht das nicht!

    • Hallo Horst,

      vielen herzlichen Dank für dein geniales Feedback zum Tutorial :-) Die Serie macht mir sehr viel Spaß, und ich bin sehr froh, dass es dir auch so gut gefällt :-)

      Viele Grüße und ein schönes Wochenende :-)
      Ellen

  2. Ui, das ging ja fruchtbar schnell.

    Ich muss meinem Vorredner zustimmen, Ellen, du hast wirklich einen unvergleichbaren und sehr niedlichen Stil. Gefällt mir sehr gut.

    Zu dem finde ich es sehr interessant, zu sehen wie die „Konkurrenz“ … nein nein, ich mein natürlich die Kollegen so arbeiten. Ich muss bisher schon feststellen, dass sich deine Herangehensweise schon deutlich von meiner unterscheidet. Um so gespannter bin ich dann auf die Umsetzung als WordPress Theme.
    Ich denke da kann ich nur dazu lernen … ;-)

    Ich hoffe, dass du dir mit deinen Tipps und Tricks hier keine zu große Konkurrenz heranzüchtest. :D

    • @LeStift: Vielen herzlichen Dank für dein Feedback. Es freut mich riesig, dass dir das Tutorial gefällt :-)

      Das stimmt natürlich, dass jeder Webdesigner anders an die Design-Umsetzung einer Webseite herangeht, und auch mit verschiedenen Programmen gearbeitet wird etc. Ich hoffe jedoch, dass ich den ein oder anderen hilfreichen Tipp unserer Arbeitsweise hier weitergeben kann :-) Nee, Konkurrenzdenken liegt mir überhaupt nicht. Ich finde es klasse, wenn man sein Wissen teilen kann, und sich gegenseitig hilft. Gemeinsam macht es ja auch viel mehr Spaß :-)

      Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
      Ellen

  3. Tcha liebe Ellen,
    was soll man dazu noch sagen ? Wow ! UND: Danke ! Meinst Du einige der Dinge könnte man auch mit OS Tools wie gimp o.ä. hinbekommen ?

    Viele liebe Grüße
    Jasmina

    • Hallo Jasmina,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Es freut mich so, dass dir das Tutorial so gut gefällt :-) Ja, auf jeden Fall. Gerade GIMP ist ein klasse Programm, mit jeder Menge Möglichkeiten. Probiere es doch am besten mal aus :-) Als Grafik-Programm (und Illustrator-Ersatz) ist Inkscape eine tolle Alternative.

      Viele liebe Grüße,
      Ellen

  4. Das ist ein tolles Tutorial. Vielleicht kann ich nach dieser Anleitung nun endlich mal mein eigenes Blogdesign basteln. Wenn man wenig Ahnung vom Webdesign hat, ist es doch immer etwas schwierig, weil man nicht so recht weiss, wo man anfangen soll.

    • @Seelendieb: Vielen lieben Dank für dein Feedback, es freut mich sehr, dass dir die Anleitung gefällt :-) Ja, probiere es doch einmal selbst aus, Webdesign macht wirklich sehr viel Spaß :-)

      Viele Grüße, und noch einen schönen Sonntag,
      Ellen

  5. Auch ich muss mich meinen Vorrednern anschließen, das Design der Seite ist Klasse. Mit so vielen Liebevollen kleinen Details, aber dennoch so, dass der überblick nicht verloren geht. Daumen hoch!

    • Hallo Chris,

      vielen herzlichen Dank auch dir, für dein Feedback. Es freut mich sehr, dass dir das Webdesign so gut gefällt :-)

      Ja, ein Raster zu nutzen hilft wirklich sehr (auch bei freieren Arbeiten), um eine gewisse Struktur im Layout bei zu behalten :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  6. Liebe Ellen, dein Design sieht einfach umwerfend schön aus! Vielen Dank für die super Anleitung :)

    • Hallo Barbara,

      vielen lieben Dank für dein tolles Feedback. Es freut mich so, dass dir das Webdesign und das Tutorial gefällt :-)

      Liebe Grüße,
      Ellen

  7. Wirklich eine ganz ganz tolle Anleitung und gerade für jemanden, der mit dem Gedanken spielt, sich selbst eine kleine Seite zu basteln sehr hilfreich.

    • Hallo Matthias,

      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir das Tutorial gefällt und du die Tipps hilfreiche findest :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  8. Hallo Ellen,

    wow, wirklich eine super Serie von Artikeln, bin sehr begeistert. Auch das Endprodukt gefällt mit sehr, sehr gut und deine Erklärungen sind spitze und leicht verständlich.

    Thumbs up!

    Liebe Grüße
    Andi

    • Hallo Andi,

      das freu mich riesig, dass dir das Tutorial und auch das Webdesign so gut gefällt :-) Ich finde dein Webdesign auch immer wunderschön :-)

      Liebe Grüße nach Göppingen,
      Ellen

  9. Hi Ellen,

    danke für die Info – Inkscape habe ich auch schon in Erwägung gezogen…gut, dann werde ich mich demnächst mal an die Arbeit machen :)

    mal schauen, was dabei raus kommt oO

    Viele liebe Grüße
    Jasmina

    • Hallo Jasmina,

      vielen Dank für deinen Kommentar :-) Ja, mit Inkscape kann man wirklich ganz toll arbeiten. Natürlich gibt es nicht alle Funktionen, aber dafür ist es ja auch kostenlos ;-)

      Ich wünsche dir auf alle Fälle ganz viel Spaß und Erfolg bei deiner Arbeit :-)

      Viele liebe Grüße,
      Ellen

  10. Hallo Ellen,

    ich bin nicht vom Fach, aber immer auf der Suche nach guten Tipps, die ich als Laie umsetzen kann. Eure Artikel sind eine Fundgrube – anregend, hilfreich, verständlich geschrieben und nützlich bebildert und überdies eine Augenweide!

    Vielen Dank!

    Schöne Grüße
    M + M

  11. Hallo Ellen,
    ich bin beim Eigenstudium zu WordPress und dem Erstellen einer neuen eigenen Website ziemlich ins straucheln geraten und hab schon an mir gezweifelt. Deine Tipps und Erklärungen rund um WordPress und dem Aufbau einer Webseite machen mir aber doch wieder Mut, es erneut zu versuchen.
    Echt toll geschrieben und mit Tipps und Kniffen gespickt. Ich lese jetzt gleich die nächste Folge und freu mich schon drauf.
    Eine Kleinigkeit noch: Der Link zu smush.it existiert in dieser Form nicht mehr. Jetzt gibt es dafür eine eigene Seite, die Du hier finden kannst: http://imgopt.com/
    Nochmal Danke und viele liebe Grüße auf die andere Seite der Erde.
    Martin

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