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Große Typografie als neuer Trend im Webdesign

Lange Zeit galten kleine Schriften im Webdesign als besonders schick und elegant. Lesbarkeit und Usability mussten da einfach hinten anstehen. Doch mit der Weiterentwicklung von responsive Webdesign und dem neuen Fokus auf optimierte Nutzbarkeit auch auf mobilen Geräten, wird das Thema Schriftgröße derzeit von vielen Webdesignern neu überdacht und große Typografie entpuppt sich mehr und mehr zum absoluten Webdesign-Trend.

Großzügige Fließtexte und riesige Überschriften

Diesen aktuellen Trend zu immer größeren Schriften (sowohl für Fließtexte, als auch für Überschriften) kann man wohl vor allem der immer wichtiger werdenden Webseiten-Optimierung für mobile Geräte zuschreiben.

Erst vor ein paar Tagen haben die Webdesigner Jeffrey Zeldman und Elliot Jay Stocks neue Redesigns ihrer Webseiten mit deutlich größerer Typografie veröffentlicht.

Große Typopgrafie als Webdesign Trend

Die Schrift von Zeldman.com ist auf deim iPad sehr angenehm lesbar (Fließtext Georgia, 24px).

Große Typografie als Webdesign Trend

Das neue Webdesign von Elliot Jay Stocks spielt mit riesigen Überschriften.

Auf der Webseite von Webdesigner Tim van Damme kommt ebenfalls eine große Schriftgröße (Elena, 24px) für den Fließtext zum Einsatz.

GRoße Typografie als Webdesign Trend

Auf der Webseite Maxvoltar.com wird eine großzügige Schriftgröße für den Fließtext verwendet.

Schriftgrößen neu überdacht

Auch wenn diese Tendez vielen Webdesignern anfangs etwas ungewöhnlich erscheint, ist der Trend zu großen Schriften meiner Ansicht nach auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Den schließlich werden täglich immer mehr hochwertige Inhalte im Web veröffentlicht und gerade beim längeren Lesen auf mobilen Geräten strengen zu kleine Schriftgrößen die Augen unnötig an.

Große Typografie als Webdesign Trend

Das Lesen eines Artikels auf der Spiegel Online Webseite ist dagegen sehr anstrengend.

Da responsive Webdesign sich immer mehr durchsetzt sind hoffentlich auch die Zeiten des ständigen Heran-Zoomens von Webtexten möglichst bald vorbei. Der Bedarf Schriftgrößen im Webdesign für die verschiedensten Geräte individuell zu optimieren, dürfte damit also noch weiter wachsen.

Typografie als wichtiges Stilelement

Große Typografie ist natürlich nicht nur sehr viel angenehmer lesbar. Sie kann, wenn richtig eingesetzt auch sehr stylisch und schick daher kommen.

Schließlich wird große Typografie nicht nur für Kinderbücher eingesetzt, sondern kann auch einen kreativen und künstlerischen Charakter haben. Und da es mit Hilfe von Google Webfonts oder Typekit Schriften auch immer mehr Auswahl an schönen und individuellen Schriften gibt, kann Typografie derzeit mehr denn je als wichtiges Stilelement im Webdesign verwendet werden.

Große Typografie als Webdesign Trend

Webdesigner Trent Walton gestaltet jeden einzelnen Artikel mit einer riesigen, individuellen Überschrift.

Wie ist deine Meinung?

Wie gefällt dir der aktuelle Trend zu immer größeren Schriften im Webdesign? Kennst du weitere Webseiten-Beispiele, die diesem Trend ebenfalls bereits folgen? Über deine Meinung und weitere Webdesign-Beispiele mit großer Typografie freue ich mich sehr!

20 Kommentare

  1. Carsten F.

    Hallo Ellen,

    ich sehe das eigentlich auch so, dass man schon größere Typografie verwenden sollte. Gerade was den Fließtext angeht. Allerdings wird dies noch ein langer Prozess werden. Weil gerade bei Überschriften neigen gerade unerfahrene Kunden dazu unendlich lange Texte als Überschriften zu verwenden, was die Gestaltung zu nichte macht.

    Also es wird sicher noch ne weile dauern, aber ich denke der Schritt ist der Richtige.

    LG

  2. Sehr interessanter Artikel. Typografie ist einfach ein spannendes Thema bzw. Schrift im Allgemeinen. Da gibt es auf der einen Seite die nüchteren Anforderungen an Schrift hinsichtlich der Lesbarkeit (Größe, Kontrast, Art) und andererseits den Anspruch die Gestaltung betreffend.
    Nicht umsonst ist das Thema so viel behandelt und meiner Meinung nach steht und fällt eine Webseite mitunter an den verwendeten Schriften.

    Ich denke, dass die großen Überschriften und Lauftexte mehr Hintergrund haben, als lediglich die Anpassung an neue Endgeräte. Da passt ein Spruch aus der Werbe-Grafik: “Wenn du willst, dass etwas auffällt, dann mach es nicht groß, sondern riesig. Wenn das nicht reicht, dann mach es rot.” Besondere Schriftarten können ihre Wirkung auch erst in der Größe entfalten.

    Mir persönlich gefällt es jedoch nicht so, wenn ich auf eine Website mit riesiger Schrift komme – ebensowenig wie mir Seiten mit winzigen Schriften gefallen. Ich finde eigentlich alle deine verlinkten Seiten wirklich mühsam zu lesen und habe gleich nach den ersten Worten wieder aufgehört. Ich fühle mich erschlagen und es kann in der Größe schlicht auch kein schönes regelmäßiges Schriftbild entstehen. Irgendwie wirkt das dann auf mich sehr schnell unübersichtlich.

    Ich persönlich verwende mittlerweile größere Schriften als früher – einfach weil ich es schöner und angenehmer zu lesen finde. Gerade beim Fließtext. Überschriften dürfen schon auch mal Schreien. Insgesamt würde ich jedoch lieber ein extra Template für iPad & Co. anlegen, als mich selbst und andere Besucher mit riesigen Schriften zu nerven. Schließlich sind auch Texte mit vielen Ausrufezeichen am Satzende irgendwie unschön zu lesen !!!!!

    Seiten, die für mich einen guten Mix aus schöner großer Typografie und angenehm lesbaren Texten haben:
    http://markup.io/
    http://solidgiant.com/
    http://www.designzoom.in/
    http://stephencaver.com/

  3. Ich denke, auch hier Maß halten angesagt. Große Typografie bewusst eingesetzt kann den Fokus geschickt lenken. Setze ich sie aber inflationär ein, ist der Leser ebenso schnell davon erschlagen wie von zu viel Infografiken oder zu kleiner Typografie.

  4. nur wegen den apple-usern werde ich doch beim surfen von buchstaben erschlagen und finde beim scrollen kein ende. grässlich, ich meide diese newage-seiten aufjedenfall und werde solche nicht programmieren :P

  5. Ich finde es wunderbar, dass die Schriften wieder größer und lesbarer werden! Die Webseiten in Zwergenschrift nerven mich schon seit langem. Ich habe neulich auch erst die Fonts auf meiner Seite im Yoko-Theme vergrößert und auf % umgestellt, um alles noch lesbarer zu machen vor allem auch auf Tablets. In dem Zusammenhang wollte ich auch das google-fonts Plugin ausprobieren, bin aber noch nicht dazugekommen.

  6. Ich denke bei Spiegel Online wäre eine größere Schrift nicht praktisch für den Leser. Zudem kann man am Mac via. [cmd] und + die Schrift im Browser größer machen.

    Im Prinzip ist es schon ein Trend und sieht gut aus, allerdings nicht auf alltäglichen Websites wie Facebook, Google, eBay und sonst wo.

    Lediglich ein Trend unter den Webdesignern, nicht für das normale Website-Publikum. Wie man an deinen Beispielen ja auch gut sieht.

    Oder kennst du eine sehr bekannte Seite (Top 100, weltweit) die große Typografie einsetzen?

    Grüße, Vincent

  7. Pingback: Ist große Typografie die Zukunft? › Zure.org - Design, Inspiration, Typografie, Webdesign und WordPress › große, große typografie, typo, Typografie, Webdesign

  8. Sehr schön, dass das hier angesprochen wird. Im Fließtext nehme ich ungerne unter 14px, auch wenn das die Auftraggeber gerne anliefern. Ich finde es ist einfach besser lesbar als so ein Fliegendreck auf großen Bildschirmen.
    Seit neuestem verwende ich häufig letter-spacing, da die Schrift auch noch besser lesbar wird.

  9. schön, dass hier nochmal schwarz auf weiß zu lesen. wir setzen in der agentur auch immer mehr auf größere schriften. gerade weil man nun auch mit der fontwahl etwas freier ist, kann man damit auch sehr schöne ergebnisse erzielen. euer blog ist doch auch ein gutes beispiel dafür…

  10. Patrick

    Der Trend wird vielleicht eine zeitlang anhalten, dann wird man sich sattgesehen haben und etwas anderes wird folgen. Die Ergonomie liegt irgendwo zwischen den pendelnden Extremen.

    Zu den riesenhaften Überschriften bleibt mir nur anzumerken: Die “Bild”-“Zeitung” liegt voll im Trend.

    Allerdings macht sowas bei Boulevardzeitungen noch Sinn, weil die Headlines aus weiterer Entfernung am Kiosk lesbar sein sollen. Weder bei Webseiten am Desktop, noch bei mobilen Geräten ist es in irgendeiner Form hilfreich, wenn der Mitreisende drei Sitze hinter mir im Zugabteil mitlesen kann. Auf meinem 25″-Monitor sind die riesigen Überschriften einfach nur unleserlich.

    Der einzige dauerhaft zukunftsfähige Trend ist der Dienst am Nutzer. Modeerscheinungen sorgen gelegentlich für etwas Abwechslung und kurbeln bestenfalls das Geschäft der Webdesigner an.

  11. Kann ich nur begrüssen!
    Trotz “grösser/kleiner”-Option im Browser schrecken mich
    Seiten mit winzigem Text absolut ab.
    Wenn dann noch “ganz coole” Farbkombinationen das Lesen
    fast schon unmöglich machen, bin ich im Regelfalle weg von der Seite!

    Eine leichte angenehme Lesbarkeit sollte beim Design an allererster Stelle stehen…

    Viele Grüsse,

    Helmut

    .

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