Nach dem Update ist vor dem Update: Wie sich in WordPress Version 3.8 das Backend ändern soll

wordpress-backend-new-thumb Im Jahr 2003 sah die Welt noch ganz anders aus: Wer damals ins Internet schreiben wollte, musste seine Texte mühsam händisch in ein HTML-Gerüst einwickeln. Blogging-Systeme wie WordPress waren ein dynamischer Sprung nach vorne: Im Mittelpunkt stand plötzlich wirklich das Publizieren und nicht mehr die Suche nach der Tastenkombination einer sich schließenden spitzen Klammer.

Seitdem sind zehn Jahre ins Land gegangen und die Webdesign-Welt hat viele Trends kommen und gehen sehen: Flash, Skeuomorphismus oder seit neuestem Flat Design. Doch wie ein Fels in der Internetbrandung blieb eines (fast) immer gleich: der WordPress-Admin-Bereich.

Seit der Version 2.7, die 2008 veröffentlicht wurde, hat sich strukturell und grafisch kaum etwas verändert. Wir alle kennen die Ansicht: Eine horizontale Leiste mit Schnell-Navigation und einer Begrüßung, links die Navigation, deren Buttons sich bei einem größeren Blog mit vielen Plugins schon mächtig nach unten ziehen kann. Nur die blauen Links bringen Abwechslung in das Grau in Grau.

Spätestens mit den Custom Posts Types hat sich WordPress zu einem ausgewachsenen Content-Management-System gemausert – auf Kosten der reinen Blogging-Funktion. In dem Bereich scheinen die Neuerungen von anderen Diensten wie Tumblr zu kommen. Tumblr hat viel vereinfacht: Ein reduziertes Backend mit großen und wenigen Buttons die Hürden weiter senken. In die gleiche Kerbe schlägt das mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestattete Ghost, ein Projekt eines ehemaligen WordPress-Core-Mitarbeiters. Mit dem Spruch „Just a blogging platform“ soll gezeigt werden, dass Ghost das werden soll, was WordPress in den Augen der Macher nicht mehr ist: Eine Plattform zum Bloggen – nicht mehr und nicht weniger.

Radikale Änderungen in WordPress Version 3.8

Diese Konkurrenz blieb natürlich auch den WordPress-Machern nicht verborgen und für die kommende WordPress Version 3.8 sind umfangreiche Updates im Adminbereich angekündigt. Diese Baustellen stehen als sogenannte Features bereits zum Teil als Plugins zur Verfügung. Das hat Vorteile: Es verspricht ein gutes User-Testing, selbst wenn nur ein Bruchteil aller WordPress-Benutzer die Plugins installieren. Schließlich behauptet Usability-Guru Jakob Nielsen, dass schon fünf Personen genügen, um die meisten Fehler zu vermeiden. Gerade gibt es 13 solcher Features, die in WordPress 3.8 einfließen sollen – zumindest, falls sie bis dahin ausgereift sind.

Die gesamte Entwicklung kann im Blog make.wordpress.org verfolgt werden, wo du dich in den Kommentaren auch in die Diskussion einmischen und die zukünftigen Versionen beeinflussen kannst. Im folgenden sollen drei Bereiche genauer betrachtet werden, die sich mit Version 3.8 erheblich ändern sollen:

  • Flat Design für den Admin-Bereich
  • Umstrukturierung des Dashboards
  • Front-End-Editor

Flat Design für den Admin-Bereich

Die auf den ersten Blick offensichtlichste Veränderung, zeigt das Plugin MP6, das Matt Mullenweg 2013 bei seinen jährlichen „State of the Word“-Rede ab Minute 43 vorstellte: Es verwandelt das Backend mit einem Klick in ein Flat Design.

Wordpress MP6 Plugin
Matt Mullenweg und seine Mitstreiter haben Humor: Das Bild zum neuen Backend-Design scheint bewusst geschmacklos gehalten zu sein. / Screenshot: wordpress.org

Die Buttons an der linken Leisten verschwinden, stattdessen gibt es eine helle Schrift auf dunklem Hintergrund. Im Hauptbereich heben sich weiße Boxen von einem grauen Hintergrund ab.

In der kommenden Version 3.8 verpassen WordPress-Gründer Matt Mullenweg und seine Mitstreiter dem Admin-Bereich ein flaches Design.
In der kommenden Version 3.8 verpassen WordPress-Gründer Matt Muellenweg und seine Mitstreiter dem Admin-Bereich ein flaches Design. / Screenshot: wordpress.org

Das sieht zweifelsohne gut aus, an den Funktionalitäten ändert sich allerdings nichts. Dafür braucht es ein überarbeitetes Dashboard.

Umstrukturierung des Dashboards

Das bisherige Dashboard hat meiner Meinung nach eine Überarbeitung dringend nötig. Ich persönlich benutze die angebotenen Möglichkeiten nie und es kostet mich dadurch immer mindesten einen Klick mehr, um einen Blogpost zu publizieren. Ich bin damit nicht alleine.

Das WordPress-Plugin „Dashboard“ zeigt, wie „Armaturenbrett“ in Zukunft aussehen soll – ein einem Wort: aufgeräumt. Das Herzstück ist eine Art Stream aus Kommentaren, geplanten und zuletzt veröffentlichen Texten. WordPress-Designer Joen Asmussen sagt dazu in einem Interview bei WordPress Tavern:

„As you may have spotted in the mockups, one ambition for the project is to lay the foundations for an “activity stream”, a list of events that happen to your blog. I can think of nothing more appropriate to show in any dashboard than what’s been happening.“

Das neue Dashboard soll übersichtlicher werden.
Das neue Dashboard soll übersichtlicher werden. / Screenshot: wordpress.org

Die „Quick Draft“-Box hat nur mehr eine Eingabefeld – ein Element, bei denen sich die Entwickler an Diensten wie Tumblr orientiert haben, die ja sehr gut darin sind, die Eingabefelder zu reduzieren und den Weg von einer Idee zur Veröffentlichung möglichst kurz zu halten. Allerdings bleibt so ein Eintrag weiterhin ein Entwurf und kann nicht direkt aus dem Dashboard veröffentlicht werden.

Die größten Platz-Einsparungen gab es dadurch, dass die „Other WordPress News“, „WordPress-Blog“ und „Plugins“ zu „WordPress News“ zusammengefasst werden. Eine sinnvolle Idee.

Insgesamt gefällt mir die neue Struktur des Dashboards sehr gut, denn bisher gibt es auf der Startseite des Backends noch viel Luft nach oben.

Front-End-Editor

Es ist ja fast ein wenig paradox: Viele von uns geben sich große Mühe, unsere Webseiten möglichst schön zu gestalten. Die Beiträge dafür schreiben wir allerdings in einem weniger schönen Ambiente. Was liegt da näher, als ein Front-End-Editor? Einen „What you see is what you get“-Editor wie er im Buche steht, kannst du mit dem Plugin, das „WordPress Front-end Editor“ ausprobieren. Ein „Bearbeiten“-Link öffnet dann die Seite im Bearbeitungsmodus. Am unteren Rand des Bildschirms verläuft eine Leiste, über du Bilder hochladen, Kategorien und Schlagworte vergeben und speichern kannst.

Mit dem Front-End-Editor soll eine ganz neue Funktion eingeführt werden.
Mit dem Front-End-Editor soll eine ganz neue Funktion eingeführt werden. / Screenshot: wordpress.org

Wie das neue Dashboard macht der Front-End-Editor auch Boden gut gegenüber anderen Blogging-Plattformen wie Tumblr oder Ghost, das sich an Leute richtet, die in erster Linie veröffentlichen wollen. Anders sieht es aus, wenn WordPress als Content-Management-System für komplexere Webseiten genutzt wird. Diese grundsätzliche Kritik manifestiert sich in einem Satz des Webdesigners Mark Boulton: „Content is more than you can see.“

Benutzt du also viele Taxonomien, um eine effektive Content Strategy zu gewährleisten, macht ein Front-End-Editor nicht mehr viel Sinn. Dieses Problem ist auch Janneke Van Dorpe bewusst, die sich für die Entwicklung des Editors verantwortlich zeichnet. In den Kommentaren zum neuen Editor schreibt sie:

„The thing about front-end editing is that, if the site if less blogging oriented, and WordPress is more used as a CMS, the front-end editor looses its magic. If there’s almost no content, and lot of fields in the modal, it’s pointless.“

Fazit

Der Adminbereich ist in die Jahre gekommen: Eine Überarbeitung hat es seit fünf Jahren nicht gegeben – in der Internetzeitrechnung eine halbe Ewigkeit. Die geplanten Neuerungen sind deshalb notwendig und erwünscht: Das Auge schreibt ja schließlich mit. Mit dem Flat-Design-Ansatz ist das WordPress-Backend dann endlich wieder auf Augenhöhe mit modernem Webdesign und ein entrümpeltes Dashboard kann der Produktivität nur gut tun. Die größte Veränderung ist der Front-End-Editor, weil er eine Funktionalität hinzufügt, die es so zuvor noch nie gab – und sich von vielen gewünscht wurde. Die Zielgruppe sind Blogger, weniger die Betreiber komplexer Webseiten.

WordPress folgt mit einem radikalen Redesign des User Interfaces Microsoft und Apple, die mit Windows 8 bzw. iOS7 auf Flat Design umgestellt haben – und sich damit nicht nur Freunde gemacht haben. Im Unterschied zu den beiden Firmen hält WordPress als Open Source Software das neue Design nicht bis zum Stichtag unter Verschluss, um die User bereits in der Entstehungsphase einzubinden und kann so hoffentlich große Schnitzer vermeiden.

Was hältst du davon?

Das wichtigste bei all diesen Updates ist das Feedback von Usern: Findest du, dass der WordPress-Adminbereich die Schönheitsoperation nötig hat oder bist du mit dem bisherigen Backend zufrieden? Wo sollte der Adminbereich zusätzlich verbessert werden? Hast du die Plugins zu den Features bereits ausprobiert?

30 Kommentare

  1. Was ich davon halte? Ganz ehrlich? Man sieht diesesn sog. Neuerungen an, dass WordPress weder ein Konzept noch eine mittelfristige Strategie hat, wie mit den jüngeren Entwicklungen bei den Wettbewerbern umgegangen werden soll. Die angekündigten Änderungen sind nur Kosmetik, damit kann WordPress aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sie keine eigenen Ideen, zu schweigen von Innovationen, entwickeln.

  2. Vielen Dank für diese Vorschau – wir freuen uns auf 3.8! Ja, die Schönheitsoperation und die Vereinfachungen machen Sinn und werden von Inhaltsredakteuren geschätzt werden. Den Front-End Editor werden wir gleich mal testen, es gab ja bisher auch schon so ein Plugin.

  3. Kann dem Luka nur Recht geben. Immer wieder kosmetische Anpassungen, aber der Code-Moloch bleibt. Schade. Meine Hoffnung bleibt bestehen, ab WP4.0 wird auf Symfony2 gesetzt.

  4. Mich stört seit langem schon dieses WordPress „Design“ welches aussieht als käme es aus PHPKit oder einem anderen alten Schinken. Funktioniert alles einwandfrei, aber wie gesagt das Auge isst bekanntlich mit. Aber wie Luka bereits sagte, WordPress sieht man seine Planlosigkeit einfach an.
    Würde mich sehr über ein Update freuen, welches fischen Wind in das ganze System bringt.
    Ghost verfolge ich schon seit einiger Zeit und finde dies Mittlerweile ansprechender. Warte aber bis eine Finale Version erscheint. Wer weiß, wo uns das ganze hinführt.
    -Lukasz

    • Hi Lukasz,

      vielen Dank für dein Feedback. Ghost klingt in der Tat recht interessant. Je mehr ich erfahre, desto skeptischer werde ich allerdings, wernn ich höre, dass für die Installation Node.js nötig ist – das dürfte viele weniger technik-affine Menschen abschrecken.

      VG Katharina

      • Hallo Katharina,

        ja das war bei mir ebenfalls der Fall. Hab mich wirklich sehr drauf gefreut und hab das Ganze dann heruntergeladen und auf den Server hochgeladen unnnnddd – Pustekuchen!
        Ich musste dies machen, das machen und war dann echt genervt von „Ghost“.
        Hätte toll sein können, wäre das ganze nicht auf Standards von 1988 aufgebaut. :)

        Vielleicht wird das ganze noch, andernfalls hat die Begegnung mit Ghost ein Ende gefunden bevor wir uns überhaupt kennen lernen konnten denn „Simple & Easy“ sehen für mich ganz anders aus.

        LG Lukasz

  5. Danke für die Zusammenfassung. Das geplante Redesign des Backends ist schon ganz OK, das markanteste neue Feature aber, der Frontend-Editor, ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Mir als Betreiber einer auf WP basierenden Site oder als Blogger auf eigener Site oder Co-Blogger auf einer Site mit ein paar weiteren Redakteuern oder Autoren ist es völlig egal, ob ich im Frontend oder im Backend editiere. In diesem Sinne ist dieser Frontend-Editor „nice to have“, aber nicht dringend nötig.

    Was WP hingegen wirklich dringend fehlt, ist ein Frontend-Editor für User Generated Content. Und als User in diesem Kontext verstehe ich nicht Redakteure, Autoren und Mitarbeiter, sondern schlicht die Besucher der Website, also Benutzer, die sich unter Umständen noch nicht einmal registrieren, sondern lediglich Name und E-Mail-Adresse hinterlassen müssen, um posten zu dürfen. Für diesen Zweck ist ein Editor nötig, der nicht nur das Posten ermöglicht, sondern auch das Editieren eines existierenden Beitrags im Frontend durch denn ursprünglichen Autor. Und diese Benutzer sollen bitte NIEMALS das Backend auch nur sehen geschweige denn benutzen können. In diesem Sinne müsste auch diese Sch..ß Toolbar verschwinden, die kein Sch…n wirklich braucht.

    Soweit gedacht würde der Frontend-Editor bei einem CMS-Einsatz auch nicht seine „magic loosen“ sondern selbstverständlich CPTs und CFs unterstützen

    Da gehen die WP Devs aber nicht ran, vielleicht weil sie dann auch gleich die vermurkste Mediathek-Architektur für diese Art Frontend-Editing tauglich machen müssten. Deren Architektur ist nämlich der Grund, warum ich z.B. in meinem Frontend-Post-Plugin nicht angemeldeten Benutzern den Media-Upload nicht erlauben kann.

    Facebook, LinkedIn, Pinterest, 99Designs… alles Websites, die von User Generated Content leben. Alles Website, die sich selbst in Verbindung mit dem halbgaren BuddyPress mit WordPress nicht ansatzweise realisieren ließen, weil es die soeben beschriebene Frontend-Editing-Funktionalität nicht gibt, auch mit dem neuen Frontend-Editing-Feature nicht.

    Und interessanterweise habe ich in letzter Zeit nur Projekte auf dem Tisch liegen, wo genau die nicht vorhandene Funktionalität dringend erforderlich ist. Falls das bei euch auch so ist und WP nichts unternimmt, wird WP wieder das werden, was es mal war: ´ne gute Single-User-Blogging-Plattform.

    Flame on…

    • Hallo Dirk,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Für den Bereich des User-Generated-Content ist WordPress wirklich nicht ausgelegt. Wenn man den Front-End-Editor aber in diese Richtung weiterdenkt, bekommt er wirklich großen Reiz. Aber deinen Schilderungen nach, liegt das noch weit mehr als eine Version in der Zukunft ;)

      Viele Grüße
      Katharina

    • WordPress ist doch Entwickler-freundlich. Warum suchst du nicht jemanden, der dir das programmiert? Verstehe gerade nicht dein Problem.

      • Ich habe kein Problem, WordPress hat ein Problem, und zwar das Problem, dass es nach einem Einstieg in CMS-Gefielde durch das Hinzufügen von CPTs und CFs langsam aber sicher das CMS-Terrain wieder verlassen wird, weil es nicht darauf reagiert, dass die große Masse von Inhalt heutzutage von den Usern selbst erzeugt wird. Das finde ich schade, denn ich nutze WP überall dort, wo es geht, sehr gern, eben weil es entwicklerfreundlich ist. Einen geeigneten Frontend-Editor habe ich selbst geschrieben, da brauche ich mir keine externen Programmierer suchen. Aber für die Funktionalität, die mir noch fehlt, müsste ich nun existierende Core-Komponenten komplett neu schreiben, z.B. die Mediathek. Und da stellt sich langsam die Frage, wofür ich WP dann überhaupt noch brauche.

  6. Hallo Katharina,

    vielen herzlichen Dank für deinen tollen Artikel und den hilfreichen Überblick zur aktuellen Diskussion bzgl. der geplanten Erneuerungen im WordPress-Backend. Mir persönlich gefallen die geplanten Erneuerungen sehr gut und soweit man hört, wird fleißig daran gearbeitet auch inhaltlich das Backend übersichtlicher und benutzerfreundlicher zu machen.

    Klar, Kritik gibt es immer, aber ich selbst habe eigentlich noch keine Alternative gefunden, mit der ich lieber arbeiten würde. Mit WordPress kann man meiner Ansicht nach sehr gut täglich arbeiten und die unterschiedlichsten Webseiten betreuen. Auch die Verwaltung der Websites online mit Hilfe der Apps finde ich schon sehr schön gelöst.

    Nach meinen Erfahrungen haben eigentlich auch CMS- und Blog-Newbies relativ wenig Probleme mit dem Backend zurecht zu kommen. Den Frontend-Editor finde ich als Bloggerin allerdings auch eine sehr wichtige Errungenschaft, auf die ich auch schon sehr gespannt bin.

    Viele Grüße,
    Ellen

  7. Wegen mir kann das Backend so bleiben wie es ist. Fast.
    Aber ich habe ein paar Kunden, die sich trotz der besten Worte davor scheuen. Und für diese Spezies wäre eine Bearbeitungsmöglichkeit im Frontend ideal!
    Sabienes

  8. Stephan Lück 29. Oktober 2013

    Sehr schön das endlich diese DP6 eingebaut wird, schon länger beobachtet. Kann mich Ellen nur anschliessen. Was mich eher stört, ist die kurze Update Zeit, in Bezug auf Theme / Plugin Entwicklung so die Entwickler meist halb fertiges sozusagen bereitstellen

  9. Hey,

    schöner Artikel, sehr informativ geschrieben. Also zum neuen Design, alles gut gemacht kann man nichts sagen. Aber mir fehlt ein wenig die Perspektive und eine einheitliche Richtung. Vor kurzem bezeichnete Mullenweg WordPress noch als »Web OS« nun soll es aber für Blogger attraktiv gemacht werden. Warum nicht einen Fahrplan entwickeln der WordPress die Möglichkeit gibt auszuwählen ob man ein schlankes System möchte – eben für Blogger – oder aber ein umfangreiches CMS für aufwendige Seiten. Ich glaube einfach der Zug WordPress als reine Bloggin Platform zu nutzen ist längst abgefahren. Da sind Ghost oder Tumblr die bessere Alternative, auch wenn ich immer noch hoffe das Ghost kein Rohrkrepierer wird.

    WordPress hat seine Berechtigung als CMS, dafür ist es perfekt ausgelegt. Und ich glaube darauf sollten die Entwickler auch den Fokus setzen, statt neue User mit einem Flatdesign zu ködern.

    LG
    Florian

    • Hi Florian,

      dass WordPress seine Berechtigung als CMS hat, sehe ich inzwischen anders. Es war mal auf gutem Weg dahin, aber Custom Fields und Custom Post Types machen noch kein CMS, und leider hat sich seit Einführung dieser beiden Features eigentlich nichts mehr getan. Web OS? Traumtänzerei. Ein CMS soll Content managen, aber Content wird heute nicht mehr von wenigen Bloggern erzeugt sondern von der großen Masse der Internet-Nutzer. Und genau das kriegt WordPress nicht gebacken.

      Schau dich mal in den Foren auf wordpress.org um, wie viele WordPress-Nutzer händeringend nach einer Möglichkeit suchen, beliebigen Benutzern zu erlauben, Inhalt zu erzeugen und eigenen Inhalt zu verwalten, ohne ihnen Zugang zum Backend zu gewähren. Aus meiner Sicht muss heute eine Plattform, die sich als CMS bezeichnet, so etwas unterstützen. WordPress tut dies nicht, und von einer Entwicklung in diese Richtung ist weit und breit nichts zu sehen.

      CU, Dirk

      (siehe auch meine Kommentar weiter oben)

      • Hallo Dirk,

        das sind Punkte mit denen ich mich noch nicht weiter beschäftigt habe. Was mir gerade bei WordPress fehlt ist eine richtige Roadmap an der man sehen kann wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Mir scheint es als würde man Update an Update schieben ohne etwas neues zu probieren.

        Die Post Style Types sind doch eh von tumblr kopiert, wann war also die letzte wirklich Neuerung? Manchmal ist es einfach das beste alte Zöpfe abzuschneiden und etwas neues zu beginnen. Von daher, vielleicht sollte man nach und nach WordPress neu entwickeln, alten Code ohne Rücksicht rausschmeissen und ein Paar richtige Features einbauen. Nur so können die auf lange Sicht überleben.

        Es kann doch nicht sein das eine Plattform wie etwa Ghost zwei Wochen am Start ist, mit einem minimalen aber konzentrierten Funktionsumfang an den Start geht und schon jetzt als ernst zu nehmende Konkurrenz für WordPress in Betracht gezogen wird. Oder?

        LG
        Florian

        • Hallo Florian,

          danke für deinen Kommentar. Du hast recht, es gibt eine gewisse Diskrepanz zwischen Muellenwegs Aussage und den Veränderungen, die jetzt vor allem die klassischen Blogger betrifft. Vielleicht kann man das mit dem Open-Source-Charakter von WordPress erklären. Open Source ist immer dezentral und – so stelle ich es mir zumindest als Beobachterin vor (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) – im Grunde wird das weiterentwickelt, worauf die Freiwilligen Lust haben.

          Zu Ghost: Ein paar Wochen hatte Ghost wirklich viel Medienecho, aber nur wenige haben es bisher ausprobiert – und wenn, dann stand immer im Raum, dass die Installation schwierig ist. Um wirklich beim Massenpublikum anzukommen, muss da sicherlich nachgerüstet werden. Ich bin wirklich schon sehr gespannt!

          LG Katharina

  10. Ich finde den Backend-Bereich so wie er ist sehr gut. Ob das Design jetzt flach ist oder nicht – wen interessiert das?
    Das Stream Feature der Aktivitäten ist ganz nett aber kein muss.

    Ich würde mich viel mehr über ein full responsive Backend freuen, wo ich die möglichkeit habe, kommentare und statistiken die über externe plugins gesammelt werden, sehen und bearbeiten kann. Das aktuelle Backend macht es einem eher schwer mit dem Smartphone zu navigieren. Auch die passende WordPress App für Android ist nicht ausreichend für die meisten Zwecke.
    Man hat die Standardfunktionen, aber was ist mit meinen plugins die ich verwalten oder sehen möchte? – Die fehlen!

    Da gibt es noch vieles was man dringender braucht, als ein flaches Design…

    Trotzdem vielen Dank für den Beitrag, so kann man sich darauf gefasst machen, was man beim nächsten Update zu erwarten hat.

  11. Das Flat Design im Backend ist wunderschön, ich freue mich drauf. Ich finde diese Art von Design einfach benutzerfreundlicher, auch wenn es viele nicht mögen. Beim ioS 7 Update hat man gemerkt dass es nicht Alle mögen.

  12. Danke für den ausführlichen Beitrag!
    Ich finde die Neuerungen ganz ok, denke aber, dass es diese Anpassungen einfach nicht zwingend gebräucht hätte. Hätte es nicht andere „Baustellen“ die dringender bereinigt werden müssten? Ich zum Beispiel würde mir ein Umfangreicheres User- und Berechtigungsmanagement wünschen :-)

    LG
    Thomas

  13. Wichtiger als ständige Updates ist, dass es funktioniert. Heute morgen hab ich kämpfen müssen, bis ich ins Dashboard kam. Nach einer Datenbankprüfung kam ich nur zur Webseite, nicht aber in WordPress. Nach ein bisschen Probieren hat es dann geklappt. Da ich oft nur in Wochenabständen Updates im Content mache, nervt die ständige Updaterei bei Templates, Plug-Ins und WordPress. Plug-ins lasse ich meist so wie sie sind. Never change a running system – das scheint in Vergessenheit zu geraten. Meine andere Webseite habe ich nach massiven Problemen wieder in – jetzt nicht lachen – Fusion 11 aktualisiert aufgesetzt. Aufgeblähter Html-code zwar, aber stabil wie Holle. Was nützt ein hochdekoriertes 5-Sterne Kontakt-Plug-In unter WP, wenn’s nicht funzt. Mein 1998 von Hand programmierter Code tut in reiner Html-Umgebung treu seinen Dienst… Ich find’s schade, dass das so sein muss. Ich klopf mal an Holz, dass die Seite für unsere Geschäfte weiterhin einigermaßen stabil läuft. Mit Troubleshooting verdienste kein Geld.
    Grüße
    Rolf

  14. Ich finde den neuen Adminbereich gelungen, was mir vor allem gefällt, ist das responsive Design, das ich den Editor also auch auf meinem iPhone benutzen kann. Die WordPress-App lässt da leider zu wünschen übrig.

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