Diskussionsanregung: Wie wichtig ist die Webseiten-Optimierung für mobile Geräte heute schon?

Die Möglichkeiten zur Optimierung von Webseiten für mobile Geräte wachsen ständig und das Thema ist unter Webdesignern und Entwicklern derzeit auf jeden Fall ein „Hot Topic“. Da die Umsetzung eines mobile-optimierten Webdesigns (z.B. mit Hilfe eines responsive Layouts) aber auch einiges an Mehraufwand bedeutet und viele Techniken zur Umsetzung mitten in der Entwicklung stecken (es gibt also oftmals noch keine standardisierte Vorgehensweise), möchte ich zu einer kleinen Diskussionsrunde anregen und fragen, ob und warum man bereits heute auf die Webseiten-Optimierung für mobile Geräte setzen sollte.

Learning by Doing

Meiner Ansicht nach ist es immer sinnvoll innovativ zu denken und neue Trends möglichst bald auszuprobieren und umzusetzen. Gerade im Web, wo sich sowieso alles in einer ständigen Dynamik und Weiterentwicklung befindet, ist es wohl nur schwer möglich zu warten, bis sich ein bestimmter Trend etabliert hat. Denn in den meisten Fällen ist bis dahin bereits schon wieder der nächste Trend entstanden.

Inhalte für alle Besucher zugänglich machen

Hinzu kommt natürlich auch noch das wichtigste Argument: Wenn immer mehr Menschen ein Smartphone oder Tablet besitzen und mobil mit ihren Geräten im Web unterwegs sind, sollten diese Besucher doch auch eine optimale Erfahrung beim Besuch einer Webseite haben. Ständiges Zoomen auf kleinen Bildschirmen ist eine Qual und in vielen Fällen kann auf Inhalte und Funktionen von einem mobilen Browser aus überhaupt nicht zugegriffen werden (Formulare können beispielsweise oft nur sehr schlecht bedient werden).

Ein Blick auf die Statistiken

Um ein deutlicheres Bild davon zu bekommen, wie viele Besucher tatsächlich schon mobil im Web unterwegs sind, habe ich mir die Google Analytics Daten von Elmastudio und unserem zweiten Blog Gertis PC-Tipps einmal genauer angeschaut. Hier die wichtigsten Zahlen von Oktober 2010 und Oktober 2011 im Vergleich:

Gertis PC-Tipps:
  • 2,65% Besuche von mobilen Geräten im Oktober 2010 (ca. 550 Besuche im Monat, davon an erster Stelle über das iPhone, darauf folgend Android und iPad)
  • 5,51 % Besuche von mobilen Geräten im Oktober 2011 (immerhin fast 7000 Besuche im Monat)

Anmerkung: Seit der Umstellung von „Gertis PC-Tipps“ auf ein responsive WordPress-Theme Anfang November ist die Besuchszahl über mobile Geräte noch einmal auf 6,42% gestiegen.

Elmastudio:
  • 1,98% Besuche von mobilen Geräten im Oktober 2010 (an erster Stelle das iPhone, dann iPad und Android) (insgesamt 480 Besuche im Monat bei 1.5 Min. Besuchszeit im Durchschnitt)
  • 3,5% Besuche von mobilen Geräten im Oktober 2011 (an erster Stelle das iPad, dann iPhone und Android) (ca. 3000 Besuche bei durchschnittlich 2,44 Minuten Besuchszeit)

Bei den Zahlen von Elmastudio ist mir besonders aufgefallen, dass die Besuchszeit sich deutlich erhöht hat. Außerdem kommen die meisten Besucher mobiler Geräte inzwischen über das iPad auf die Seite.

Ich denke das liegt vor allem daran, dass Elmastudio bereits seit einiger Zeit ein responsive Layout hat (seit März 2011). Im Gegensatz zu den Inhalten auf Gertis PC-Tipps sind die Elmastudio-Artikel aber meist länger und viele Beiträge sind technische Erklärungen und Tutorials. Diese werden wahrscheinlich eher selten zwischendurch auf dem Smartphone gelesen, wohingegen bei Gertis PC-Tipps viele kurze Artikel und Tipps zu finden sind. Meiner Ansicht nach kommt es also auch immer stark auf den Inhalt einer Webseite an, wie das Verhalten der Besucher auf mobilen Geräten ist.

Kunden sollten informiert werden

In der letzten Zeit habe ich festgestellt, dass es Kunden gibt, die eine Webseiten-Optimierung für mobile Geräte quasi für selbstverständlich halten. Daher fehlt aber leider auch oft das Verständnis für die Mehrkosten einer solchen Optimierung. Andere Kunden wiederum halten die Anpassung einer Webseite für mobile Geräte noch für Zukunftsmusik und wollen dies lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Wichtig ist meiner Ansicht nach auf jeden Fall immer, dass man seinen Kunden ehrlich vermittelt welchen Mehraufwand es ausmacht, ein Webdesign (z.B. mit einem responsive Layout) für unterschiedliche Bildschirmgrößen und Geräte zu optimieren. Ich denke es ist sinnvoll, hier etwas Aufklärungsarbeit zu leisten und auch auf die Schwierigkeiten bei einer solchen Webseiten-Optimierung hinzuweisen.

Falls ein Kunde derzeit noch nicht an einer Optimierung für mobile Geräte interessiert sein sollte, ist es meiner Meinung nach aber auch wichtig, dass man als Webdesigner seine Kunden über den zukünftig auftretenden Mehraufwand (eventuelles Redesign oder zusätzliche Optimierungen zu einem späteren Zeitpunkt) und die dadurch entstehenden Kosten informiert.

Da Statistiken oft Überzeugungsarbeit leisten können, schaue dir doch einmal die Artikel und Präsentationen (in Writings und Presentations) auf der Webseite von Mobile-First Buchautor Luke W an.

Wie ist deine Meinung?

Für wie wichtig hältst du die Webseiten-Optimierung für Smartphones und Tablet PCs? Hast du eigene Erfahrungswerte oder Statistiken, wie viele Webseiten-Besucher mobile Geräte nutzen und wie stark diese Zahl steigt? Wie sind deine Erfahrungen als Webdesigner oder Entwickler in der Zusammenarbeit mit Kunden? Möchten diese eine mobil-optimierte Webseite oder sind die meisten Kunden an einer solchen Optimierung noch nicht interessiert?

Über dein Feedback zum Thema freue ich mich sehr!

43 Kommentare

  1. Hallo,

    ich persönlich bin über eine Optimierung für mobile Geräte geteilter Meinung. Bei Web-Apps beispielsweise finde ich das schon wichtig, da diese teilweise auch unterwegs benutzt werden. Bei einem Blog oder einer Firmenwebseite finde ich dies nicht so wichtig, schließlich sollen die Inhalte rüberkommen und die Firma soll vorgestellt werden, dies klappt am besten am PC wenn man in Ruhe surft und nicht zwischen zwei U-Bahn Haltestellen kurz reinguckt. Solle dies aber gewollt sein, müssen auch die Texte auf mobile Leser angepasst werden, denn mobile Leser wollen schnell wissen worum es geht und nicht erst durch 25 Zeilen Einleitung gelangweilt werden.

    Zu diesem Thema möchte ich noch einen Tipp geben wie man mobile Designs am besten testet: http://www.xn--fundstcke-im-netz-72b.de/2011/11/24/iphone-simulator-fur-windows/

    Ich bin offen für Anregungen und freue mich auf andere Meinungen
    Kevin

  2. Ich sehe das ähnlich wie Kevin. Bei Web-Apps unbedingt, bei Blogs eher nicht. Dafür gibt es mMn auch genug Reader-Apps, womit ich Blogs sowieso meistens einfacher lesen kann ;-)

  3. Habe da auch eine gespaltene Meinung. Auf der einen Seite ist es sicher von Vorteil, dass man es für alle Geräte anpasst, weil die Anzahl derer, die mit Smartphone, Tablet etc. surfen, in Zukunft sicher nicht weniger werden.
    Andererseits ist es aber mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Will man es richtig machen, dann müsste man zum Testen sogar alle Geräte vor Ort haben und spätestens da hört für die meisten sicherlich der Spaß auf.

    Ich habe mich bis dato noch nicht allzu sehr mit der Materie beschäftigt, meine aber bemerkt zu haben, dass einem bei der Gestaltung ein wenig die Hände gebunden sind, will man ein kilometerlanges Stylesheet verhindern.

  4. Ich finde der Computer ist eine andere Welt wie ein Smartphone/Tablet-PC. Man hat auf Stand- und Mobilgeräten eine völlig andere Bedienoberfläche.

    Meiner Meinung sollte man zum Beispiel auf einen Smartphone eine Webseite egal ob Blog, Webapp o.ä. so bedienen, wie ich auch den Rest des Gerätes bedienen würde.

    Außerdem ist wie von Ellen schon angesprochen durch ein „Responsiv Webdesign“ eine wesentlich bessere Nutzung möglich.

  5. Ich behaupte mal frech, ja man sollte der Trend geht immer mehr zu Mobilen Endgeräten, weg vom Standgerät. Immer mehr Menschen haben das Internet in der Hand und immer dabei.

    Ich selbst surfe auch oft mit dem Smartphone oder mit dem Tablet durch das Netz und ärgere mich wenn ich bei einem neuen Auftritt einer etablierten Seite, mich zu tode Zoomen kann, weil ein Optimierung für mobile Geräte nicht vorhanden ist.

    Klar kann man auch extra Apps programmieren, nur verkaufe das erst mal einem kleinen Mittelständigen Betrieb, die knirschen in der Regel so schon mit den Zähnen beim Angebot für eine reine Desktop Site.

    Da verkauft man leichter ein responsive Design, mit der nötigen Optimierung. Ist in der Regel günstiger (wenn man sich einmal die Mühe gemacht hat, den Workflow zu optimieren sind nachfolgende Seiten eher Formsache) und für die meisten Mittelständigen Seiten ausreichend, damit effektiv.

  6. Ich bin da geteilter Meinung. Mit Responsive Webdesign hat man inzwischen eine gute Möglichkeit die Dinge umzusetzen. Als Webdesigner sollte man auch den Anspruch haben diese nutzen zu wollen. Die Zugriffszahlen auf Webseiten von mobilen Endgeräten sind steigend, aber noch nicht so relevant, dass sich oft der Mehraufwand überhaupt lohnt. Ist wahrscheinlich auch sehr von der Zielgruppe abhängig.
    Wenn ich mein eigenes Nutzungsverhalten begutachte, muss ich auch sagen, dass ich auf dem Smartphone alles mit Google Reader abdecke. Doch da wo ich weiß, die haben eine auf mobile Endgeräte optimierte Version gehe ich doch gerne auch mit dem Telefon vorbei.

    Fazit: Ich finde optimierte Webseiten für mobile Devices klasse, aber Aufwand-Nutzen muss stark abgewogen werden und ich denke in den meisten Fällen übersteigt einfach zur Zeit noch der Aufwand den Nutzen…

  7. Man sollte bei der Wahl der Mittel ganz klar unterscheiden, wie und warum die Seite genutzt wird.
    a) Die Seite wird hauptsächlich bis oft mobil genutzt
    b) Die Seite wird gelegentlich mobil genutzt, soll aber auch schnell Infos liefern
    c) Die Seite wird selten bis nie mobil genutzt

    Es ist wohl klar, dass bei c) keinerlei Optimierung vorgenommen werden muss. Natürlich kann man so was immer verkaufen, aber eine Notwendigkeit besteht nicht.
    Für Punkt a) finde ich den Weg über ein responsive design unangebracht, ja schon falsch. Man würde zu viele Daten laden und per css ausblenden, was für eine mobile Internetverbindung nicht optimal ist. Hier ist sollte man, meiner Meinung nach, eine separate, mobile Version anbieten.
    Bei Seiten, die gelegentlich aufgerufen werden, zb. Produktinformationsseiten, Konzert- bzw. Terminseiten auf denen man auch unterwegs schnell etwas nachsehen möchte, halte ich den Aufwand die Seite über ein responive design anzupassen schon angebracht.

    Generell sollte man ein responsive design immer in einem Zug mit dem Hauptdesign fertigen. Ich möchte keines meiner Projekte nachträglich anpassen. Hier würde ich dann immer zu einer separaten Seite raten.

    Man könnte ja sagen, ohne jetzt zu genau rechnen zu wollen, dass die Faktoren für die Seiten wie in etwa so sind:
    Einfaches design = 1x; responsive design = 1,5x; separates design = 2x (ohne Backend usw.)

    Um zum Punkt zu kommen:
    Für oft und darüber hinaus genutzte Seiten, ist eine Anpassung an Smartphones und Tablets absolut sinnvoll.

  8. Auch wenn ich mich jetzt als rückständig oute, aber bei mir persönlich ist der Hype um responsive Layouts noch nicht angekommen.

    Natürlich sollte man einer Entwicklung rechnung tragen, wenn es sinnvoll ist. Bei einer Vielzahl von Websites – meiner Meinung nach eher die mit Blog-, oder News-Charakter – mag das auch sinnvoll sein. Aber bei vielen anderen Websites – vornehmlich wohl Unternehmenssites – kann es auch möglicherweise einfach nicht gewollt sein, dass die Website auf einem mobilen Endgerät total anders aussieht, als auf dem Desktop.

    Ich sag´s ganz ehrlich: Ich mag viele responsive Designs einfach nicht, eben WEIL die Website dann schon auf meinem iPad anders aussieht, obwohl das wirklich nicht nötig wäre, da das Ding eigentlich genug Platz bietet. Und echtes Surfen auf einem Smartphone…also bei aller Liebe…puhhh.

    Also für ein Tablett braucht es eigentlich kein responsive Design und für ein Smarthone könnte man auch eine „abgespeckte“ Version anbieten. Letztlich alles eine Kosten/Nutzen-Frage.

    Ein Bisschen wie bei HTML5 – man muss nicht sofort auf jeden Zug aufspringen. Das lässt sich mit der täglichen Realität oft nicht vereinbaren.

    Das bedeutet natürlich nicht, dass ich diese Entwicklungen ablehne (schön blöd wäre ich und speziell HTML5 ist ne feine Sache) aber eben auch mal zurücklehnen und beobachten. Wie gesagt sieht es in der täglichen Arbeitsrealität mit Kunden oft anders aus.

    So, der ewig Gestrige, als der ich mich hier jetzt vermutlich präsentiert habe, macht jetzt mal Feierabend…

    Schönes Wochenende.

  9. Die Fragestellung und die Comments lesen sich als kämen diese aus einer Zeitkapsel.

    Mit dem Auftreten der Smartphones und heute, Generationen später, halte ich es für absolut notwendig, dass Websites, Blogs etc. ein responsible Layout, Optimierungen für Mobiles aufweisen – Für mich einfach eine logische Entwicklung und eine nötige Zweckmäßigkeit.

    Der Klient wird in ein paar Jahren sensibilisiert sein und die Mehrkosten, falls das dann noch Mehrkosten sind und nicht nur „Kosten“ für ein Projekt, ein Design etc. tragen, weil es einfach eine Notwendigkeit sein wird responsible-Layouts zu haben. Eine Frage der Zeit und Entwicklung.

    Wir sind gerade beim Übergang in eine auf Mobilität ausgerichtete Informationsgesellschaft.
    Wenn ich mir die Displaygrößen anschaue, 4-4,3 Zoll, dann kann ich die Entwicklung doch schon absehen.

    Pads werden gewiss mittelfristig einen bedeutenden, prozentualen Anteil der mobilen Geräte aufweisen, jedoch werden die Smartphones dominieren – weil diese eben mit z.B. 4 Zoll Display weitaus mobiler sind. Zudem wächst der Markt noch. Wieviele haben heute überhaupt ein Smartphone oder Feature-Phone?

    Pads mit 9 Zoll Größe werden atm Zuhause genutzt. 5 Zoll ist tot, 7 Zoll gibt’s so gut wie gar nicht und wenn, dann Android-Verschnitt, altes OS, kein UMTS und billige Haptik. Das kauft kein Mensch.

    Die Smartphones werden immer größer – Die Zukunft ist mobil – Der Anteil der Desktops wird schwinden, ganz klar.

    Die ganze Fragestellung kann man vergleichen mit der Einführung der Angurtpflicht im Auto, Airbags, ABS … Benzin oder Diesel, Verbrauch… die erste Audio-CD…

    Für mich ist es keine Fragestellung sondern eher, wie setze ich das am Besten um.

    Ob nun responsible-Layout oder ein Service, Plug-In etc. man braucht es, weil wir im heute sind.

    Just my 2 Cents.

  10. Also ich will nicht mehr ohne leben, ich bin fast den ganzen Tag unterwegs, 90% meiner Zeit bin ich mit dem iPad oder iPhone online. Sollte es doch mal was grösseres sein bin ich mit meinem netbook (600×800) unterwegs. Alle Seiten die ich regelmäßig lese sind für die mobile Nutzung optimiert. Wenn nicht werden sie nicht gelesen.

    Das gleiche verhalten Stelle ich auch bei Freunden fest.

    Ich betreue mehrere Arztpraxen und kleiner lokale Unternehmen. Bei fast allen ist der Anteil der mobilen Nutzer nach der Optimierung sprunghaft angestiegen. Der Anteil liegt jetzt 1 Jahr nach Umsetzung im Durchschnitt bei ca. 70%.

    Die Ergebnisse der Umfragen unter neuen Patienten bestätigt meine Einschätzung. Gerade wenn das Geschäfft auf jüngere Kunden ausgerichtet ist wird es immer wichtiger sich auch mobil von seiner besten Seite zu zeigen.

  11. Der Grundtenor der Kommentare bis hier ist offenbar die geteilte Meinung. Ich schließe mich da an. Ob ich eine Website für Mobile Devices optimiere bzw. überhaupt optimieren KANN, richtet sich nach der Botschaft, die diese spezifische Site übermitteln soll. Habe ich eine Site, die größtenteils als Mittel für eine Art plakativer Werbung im Netz dient, dann lässt sich das machen, denn hier sind die Texte in der Regel kurz und es sprechen eher die Bilder (die ich für kleine Displays anpassen kann). Habe ich aber eine Site, die vielleicht einige erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen verkaufen soll, dann geht das nicht mehr, denn hier habe ich es normalerweise mit langen Texten zu tun. Und für lange Texte ist das Mobile Device – ich rede hier erstmal nur von Smartphones! – schlicht ungeeignet. Es sieht einfach unerträglich aus, wenn ein Text, der im PC-Browser zwei Bildschirmseiten beansprucht, auf dem Smartphone dargestellt wird. Bei Print reden wir von Bleiwüsten, die wir grundsätzlich vermeiden sollen. Das Resultat eines langen Textes, auf dem Smartphone dargestellt, ist nichts anderes als eine Bleiwüste. Hinzu kommt ein nervendes Scrolling. Klar könnte ich das auflockern, indem ich viele Zwischenüberschriften und Abbildungen einstreue. Aber das wirkt dann in der Regel gezwungen. Gestalte ich gleich die komplette Site entsprechend, dann sieht es auf dem PC-Bildschirm bescheiden aus.

    „Mobile First“ klingt erst einmal nicht schlecht und bedingt die Reduktion aufs Wesentliche. Wenn aber allein das Wesentliche schon zwei PC-Browserseiten füllt, kann ich das einfach nicht für Smartphones optimieren, denn dann blieben entweder zu viele wichtige Informationen auf der Strecke oder die User Experience. Ganz ehrlich: Wer möchte denn z.B. drei, vier von Ellens Posts inkl. Kommentare auf einem iPhone lesen?

    Eine Geschichte wie Nike’s Better World-Kampagne (http://www.nikebetterworld.com/) ließe sich wohl fürs Smartphone zurecht biegen, Ellens Website oder meine eher nicht. Meine Site kann man sich auf dem Smartphone ansehen, aber so richtig gefallen tut es mir selbst nicht – da ist noch Arbeit erforderlich. Also, für Smartphones dort optimieren, wo es geht. Lassen sich Informationen kurz und knapp liefern, ohne dass Wichtiges verloren geht, dann bitte optimieren. Denn in diesem Fall ist der Inhalt geeignet für die Darstellung auf kleinen Displays, und ich kriege damit auch auf dem Desktop was Ordentliches hin. Haut das mit der Reduktion aber nicht hin, dann muss ich anders vorgehen. In diesem Fall kann ich die Website nicht mehr fürs Smartphone zurecht biegen, sondern muss parallel dazu etwas bauen, was fürs Smartphone geeignet ist. Vielleicht schicke ich dann nur noch ein paar Teaser Richtung Phone, die dem Benutzer Geschmack auf Inhalte machen, die er sich später auf dem Desktop (oder Laptop, Netbook, Tablet) anschaut.

    Responsive Design? Unbedingt, aber nicht für jede Display-Größe. Damit will ich sagen, dass ich befürworte, grundsätzlich jede Website so weit responsive zu gestalten, dass sie sich auf Größen bis zur iPad-Größe einstellt. Dies allein schon deshalb, um mit den verschiedenen PC-Browser-Einstellungen von 800 x 600 bis vielleicht 1280 x 1024 klar zu kommen. Runter bis auf Smartphone-Größe aber nur dann, wenn es Sinn macht (siehe oben).

    • Ellens Seite lässt sich herunter biegen, was sie auch munter macht weil sie Responsive ist und deine eigene würde das ebenso können.

      Dein Ansatz mit den Textwüsten ist insofern richtig und falsch zugleich. Sind Seiten nicht für Mobile Endgeräte optimiert was ist dann? Dann werden die Seiten Skaliert und der Endnutzer darf sich ranzoomen und auf zwei Achsen scrollen, die Textmenge ist die gleiche nur wesentlich unbequemer. Das Scaling der Mobilen Browser betrachte ich auch nur als Notlösung.

      Der Nutzer auf einem Smartphone kommt auch mit mehr Text zurecht, nur sollte die Ladezeit durch Bilder einem nicht das Downloadvolumen auffressen und schnell laden sollte es eben auch – das gilt aber nicht nur für Smartphones sonder auch für Netbooks, Notebooks, Laptops, Slades und Tablet die ab und an nur mit Edge, UMTS oder LTD ins Netz gehen.

      Insofern ist die Diskussion an sich schon leicht ironisch, denn da müssen erst Mobile Endgeräte kommen und zu zeigen wie falsch das DIN A4 Papier Denken im Web eigentlich ist.

      • Ich habe ja nicht geschrieben, dass du dir Ellens (und meine) Site NICHT mit dem Smartphone anschauen kannst. Das geht schon, ohne das du zoomen musst, sowohl bei Ellens als auch bei meiner Site. Nur das Ergebnis dieses Herunterbrechens auf Smartphone-Niveau ist nichts, was einen Besucher vom Hocker haut.

        Ich habe mir jetzt gerade eben genau diesen Post hier mit all seinen Kommentaren auf meinem Galaxy-Phone angesehen. Hier ist genau das passiert, was ich oben beschrieben habe: Text, Text, Text. Bis zu den Kommentaren, wo es dann wenigstens ein paar Avatars gibt. Und dabei war der Text dieses Posts hier noch gar nicht mal so lang (auf dem Desktop). Auf dem Phone: Scrollen, scrollen, scrollen. Und du siehst: Text, Text, Text. Das ist doch (‚tschuldigung) stinklangweilig. Wofür haben wir denn all die Jahre weiter entwickelt? Wozu CSS1, CSS2, CSS3, inzwischen HTML5? Wenn es deiner Meinung nach reicht (so kommt das jedenfalls in deinem Kommentar rüber), den Text einfach rauszuhauen … Nee, nee, ein gewisses Design muss es auch auf dem Phone geben, sonst springen die Besucher ab genau wie von einer verkorksten full-scale Website. Und zum freundlichen Design gehört der auszugebende Text. Und bei einer textlastigen Site ist der in der Regel einfach zu lang, um noch optisch annehmbar auf dem Phone rauszukommen.

        Ich sage nicht, dass das Phone vernachlässigt werden darf. Ich sage aber, dass nicht jede Site trotz responsive Design und adaptiv Images in einer für den Besucher angenehmen Art und Weise auf dem Phone darstellbar ist. Warum glaubst du wohl, hat z.B. Wired (www.wired.com) ihre Website nicht einfach per responsive Design aufs Smartphone adaptiert sondern ist einen ganz anderen Weg gegangen?

        • Mal von der Warte aus gesehen, ein Nutzer der eine Seite mit seinem Smartphone ansurft geht mit einer „Textwüste“ ehr konform als mit einer unoptimierten Seite auf der man erst horizontal und vertikal herumscrollen muss und dabei noch wild herum zoomen muss.

          Wenn ich mit dem Smartphone durch das Netz turne, dann erwarte in Informationen und auch das man mir da auch entgegen kommt. Grausig sind nicht optimierte Seiten, mit drei Spaltigen Layouts und verschobenen Content Blöcken, dazu noch micker Links die ich mit dem Finger kaum treffe, etc.

          Vor allem warum sollte man, nur weil es ein Smartphone Nutzer ist hingehen und dem den Text auch noch kürzen? Anhand der Auflösung kann man das nicht mehr festmachen. Was hat man den gemacht als die Defaultauflösung für das Web noch bei 800×600 px bestand (weil größere Monitore noch zu teuer waren für die Masse), da hat man auch keinen Text gekürzt. Nebenbei steigt sogar die Auflösung moderner Smartphones 1280×800 Pixel sind da schon angebrochen.

          Warum Wired das macht lässt sich einfach erklären, weil man durch die App Geld verdient, da man sich dort jede Ausgabe bezahlen lässt. Was aber nur für die Apple Kunden gilt. Androiden erhalten eine mobile Seite, die nicht sonderlich schön ist die sich aber nicht tot lädt durch die ganzen Ads, Videos und Social Network Connects (auserdem funzen einige der Fixed Layer eben auch nicht auf mobilen Browsern). Unterm Strich wäre das ganze wohl auch Responsive möglich gewesen, den Weg wollte man dort aber nicht gehen.

  12. Ich schließe mich dem Kommentar von @Dirk voll und ganz an.
    Man kann nicht alles in einen Topf reinhauen, es kommt meiner Meinung nach auf den Zweck der jeweiligen Website an.
    Auftritte die eher in Richtung Werbung/Selbstdarstellung usw. gehen oder rein vom erwarteten Zielpublikum darauf schließen lassen dass viele mit Smartphone auf die Site zugreifen, da gibts keine Frage, also möglichst dafür optimieren. Und auch überhaupt sollte man dieses Ziel haben.
    Es macht jedoch aus meiner Sicht beiweitem nicht bei jedem Projekt Sinn, unbedingt für jedes Ausgabemedium optimale Ergebnisse liefern müssen zu wollen.
    Responsive Design auf alle Fälle machen.
    Ich bin (derzeit) nur nicht dafür, UNBEDINGT die Optimierung für Smartphone & Co als MUSS anzusehen.

  13. Meine Website besteht aus elend langen Textwüsten – was zwar der Sache angemessen ist, nicht aber der mobilen Nutzung. Umso überraschter war ich nun, als ich eben feststellen musste, dass von Mitte Juni 2011 (als ich Google Analytics einschaltete) bis jetzt 1,25 % meiner Besucher mobil heransurften und diese Mobilen doch tatsächlich 207 % länger auf der Site verweilten als der Rest der Besucher insgesamt. Hätte ich nicht gedacht.

    Da ich gerade ein weiteres Projekt plane und da eher an was Statisches und Unbloggiges dachte, werde ich nun meine Planungen noch einmal überdenken. Als Webseiten-Betreiber will man ja Besucher haben. Wo diese Besucher sich zum Zwecke des Besuchs meiner Site gerade aufhalten, ob mit Rädern oder Flügeln unterm Allerwertesten oder auf Schienen, ob sie gut gegessen haben und/oder gut gekleidet sind, ist mir herzlich egal.

    Ich selbst bevorzuge eine eher unmobile und mehr statische Lebensweise, aber wenn meine Besucher das anders machen wollen, soll es mir recht sein. Auf sie verzichten, nur weil sie anders sind als ich, werde ich sicher nicht.

  14. Also ich kann Sabine da nur vollkommen beipflichten.

    Ich selbst bin Smartphone Nutzer und habe überhaupt kein Problem mit langen Texten. Es kommt eigentlich täglich vor, dass ich im Zug, im Bus oder sei es sonst wo auf meinem iPhone Artikel jedweder Art lese.

    Ich habe überhaupt kein Problem mit längeren Texten oder damit, 20 Minuten auf mein Gerät zu starren und zwischendurch die Zeilen hinunter zu scrollen.

    Von daher halte ich ich eine Anpassung des Designs für mobile Geräte gerade bei Blogs oder Nachrichtenseiten für sehr wichtig.

  15. 2010 gab es etwa 13 Millionen Smartphone-Benutzer in Deutschland. Dieses Jahr – nur ein Jahr später – gibt es schon über 20 Millionen Nutzer. Ein Drittel dieser Smartphone-Nutzer, über 6 Millionen, gehen regelmäßig mit ihrem Gerät ins Netz. Ein Ende des Zuwachses ist nicht in Sicht.

    Wir Designer und Entwickler sind verantwortlich einen geräteübergreifenden- und Cross-Browser-kompatiblen Zugang zu ermöglichen. Und wir Designer haben die Pflicht den Kunden über ein solches Nutzerverhalten aufzuklären.
    Jeder Klick ist ein potentieller Kunde – wird das dem Kunden überzeugend kommuniziert, sehe ich keinen Grund, warum der Kunde da nicht zustimmen sollte. Denn unsere Kunden wollen in der Regel selbst Kunden.

    Es liegt nun an den Entscheidungsträgern innerhalb der Dienstleister-Firma oder am Freelancer, ob ein Responsive-Design zur Standard-Lieferung gehören sollte – denn das sollte es meiner Meinung nach. Schließlich müssen wir ja auch den IE6 beim Theme-Bau berücksichtigen.

    Und ich finde nicht, dass Responsive-Design was mit Hype zu tun hat, wie Michael es meint. Hier zählen Fakten und Analyse. Es ist ein ganz klarer Trend zu verzeichnen, dass seit vermehrter Smartphone-Anwendung auch die Ansprüche an an Qualität der Website steigen.

    Es ist einfach: wir können es uns nicht wirklich aussuchen, ob wir für Smartphones Kundenwebsites erstellen möchten. es sei denn wir sind an steigendem Umsatz nicht interessiert.

    Es wäre etwas bequem zu sagen, dass es derzeit noch keine Notwendigkeit darstellt. Ein Webdesigner und -Entwickler muss über vieles Andere hinaus erkennen, wann es Zeit ist, neue Techniken und Standards in den Arbeitsalltag zu implementieren. Wer heute noch Websites nur für den Desktop-Anwender erstellt, hat schlechte Karten für die Zukunft.

    Lieben Gruß,
    Jonathan

  16. Mit „Hype“ meine ich übrigens keine vorübergehende Erscheinung, denn das wird es kaum sein. Damit meine ich, dass man nicht gleich auf jeden fahrenden Zug aufspringen muss, nur weil er neu ist. Natürlich muss man sich damit auseinandersetzen und nach Abwägen aller Parameter mit dem Kunden entscheiden, ob oder ob nicht. Es gibt natürlich jetzt schon gute Gründe dafür und es gibt ebenso Gründe dagegen (wurde alles bereits genannt).

    Und ich sagte weiter oben auch, dass „der Hype“ bei MIR noch nicht richtig angekommen ist. Und das ICH nicht in jedem Fall auf responsive Design stehe. Ich mag es einfach in vielen Fällen nicht. Das wird gestattet sein. Deshalb verteufele ich es ja nicht und verweigere mich dem auch nicht (wäre auch etwas dämlich).

    Und ein klares NEIN: Wir müssen IE6 NICHT berücksichtigen. Wir haben sogar im Zweifelsfall die Aufgabe das zu verhindern. Ich persönlich verweigere IE6 kategorisch, ohne wenn und aber. Meine Kunden konnte ich mit guten Argumenten – und davon gibt es eine Menge – immer davon überzeugen, auf eine IE6 Unterstützung zu verzichten. Und wer dennoch darauf besteht, der muss sich einen anderen Dienstleister suchen. Das mag arrogant klingen, ist aber einfach nur konsequent. Ich arbeite auch nicht für die Rüstungs-, oder Atomindustrie.

    • Was ist am Responsive den jetzt so neu? Die ersten Anfänge gab es schon mit Fluid und Liquid Designs – die Media Queries setzen jetzt nur noch eine Logische Komponente oben drauf.

      Was ich nicht verstehe, mit deiner Haltung „IE6 No Way“, was dein gutes Recht ist, willst du das Web mit modernisieren, auf der anderen sträubst du dich gegen den „Hype“ – der dann auch nicht bei deinen Kunden ankommt.

      Jetzt könntest du sagen (was ich bei meinen Kunden auch mache) „IE6 lohnt sich nicht für die paar Prozent an Nutzern“, was auch stimmt, nur auf der anderen Seite steigt die Nutzerquote der Smartphone und Tablet Nutzer.

      Der größte Mehraufwand beim Responsive Design besteht mehr in den Mockups und Screendesigns wenn diese vom Kunden erwünscht sind, programmiertechnisch ist das nichts mehr dramatisches wenn der Workflow erstmal steht. Da verkommt es schon ehr zum Drama eine Moderne Seite die IE6 Kompatibilität „beizupuhlen“.

  17. Jetzt wollen wir doch mal keine Haare spalten, ob die Sache als solche neu ist, oder nur der „Hype“ darum oder auch nicht. Ich „sträube“ mich auch gar nicht, ich bin nur halt einfach kein übermäßiger „Fan“ davon.

    Ich mag es einfach oft nicht, wenn eine Site auf dem iPad (wo es nicht nötig wäre) anders aussieht als im Browser. Aber mann kann natürlich auch jedes Wort auf die Goldwaage legen und mich falsch verstehen wollen ;-)

  18. ich bin da eher bei Michael.
    Man muss nicht jedem neuen Hype hinterherlaufen. Erst mal zugucken und beobachten.
    Man darf ja auch nicht vergessen das so ein Hype nur von einer kleinen Minderheit in die Welt hinausgeblökt wird.
    Es sind nur scheinbar so viele, weil sie so laut schreien. Sowas wird deshalb dann gerne von der Presse aufgenommen und schon hat man den Eindruck als ginge es praktisch nicht mehr ohne. ;)

    Bei den geringen Nutzerzahlen lohnt sich eine extra mobile Version für den Kunden nicht, bzw. wird er einen Teufel tun mir das zu vergüten.

    • Hypes der Vergangenheit:
      Das Internet „Komische Technik legt sich auch wieder kräht kein Hahn nach“
      Layerlayouts „Pah! Layer so ein Schrott, Tabellenlayout sind wesentlich besser“
      Barrierefrei „Blinde surfen nicht braucht kein Mensch“
      Ajax „So ein Spielkram hat keinen Nutzen der Hype legt sich wieder“
      HTML5 „Bloss nicht, ist doch nicht mal Stabil“

      Und jetzt Responsive und Mobile. Ich bin jetzt 20 Jahre aktiv am Web beteiligt und ich hab es so oft gehört, jede neue Technik wird als Hype verteufelt dem einige „Idioten“ hinterher rennen müssen. Nur das die „Idioten“ meistens recht behalten, während die Zweifler entweder auf einem Wissenstand stehen bleiben oder anfangen hektisch zu rudern um den Wissensrückstand aufzuholen.

      Rein von der Nutzerquote.
      Wie viele Behinderte Menschen tummeln sich auf den Seiten herum? Wahnsinnig viele werden es nicht sein, könnte man sich fragen warum man sich überhaupt die Mühe macht – der Kunde würde den Teufel tun dafür extra Geld für hin zu legen.
      Gleiches wie Mobile, nur die ist wirklich messbar, die liegt mittlerweile bei 5 – 10% und die Tendenz ist steigend.

  19. @Sascha: Wenn Du meine Beiträge gelesen hast, dann hast Du sicher auch gesehen, dass ich weder den „Hype“ verteufele, noch irgendwen als „Idioten“ oder ähnliches tituliert habe. Ansonsten ist von meiner Seite alles gesagt.

      • naja, das ich Hypes verteufele kann ich meinem Beitrag nicht entnehmen, höchstens das ich da erst mal abwarte und beobachte statt gleich hinterherzurennen.
        Es ist natürlich einfacher Beiträge anderer mit seinen Erwartungen in die gewünschte Richtung zu verlängern und dann gleich loszutröten. Dann redet man aber leider i.d.R. aneinander vorbei. ;)

        Der Mensch an sich ist ja eher ein hysterisches Wesen, sonst gäbe es ja keinen Mob! Deshalb ist bei solchen Dingen auch i.d.R. erst mal Zurückhaltung und Beobachtung meinerseits angesagt. Das erstreckt sich bei mir nicht nur auf den Webbereich.

        Das ich eher ein Zweifler bin ist sicher richtig, das heißt aber nicht das ich hektisch rudern muss um vermeintliche Rückstände aufzuholen.

        So ganz verstehe ich allerdings nicht warum du Behinderte mehrfach ins Spiel bringst.
        Das mir ein Kunde das nicht extra vergütet wenn ich der Barrierefreiheit Beachtung schenke ist unstreitig.
        Eine Website möglichst für alle Menschen zugänglich zu gestalten ist eine Selbstverständlichkeit, über die ich nicht extra reden muss. Ich hab das in meinem normalen Arbeitsablauf integriert und würde gar nicht auf den Gedanken kommen sowas extra zu berechnen! ;)

        Das die Zahl der Schmachtfonuser bei 5-10% (Tendenz steigend glaube ich gerne.
        Jedoch frage ich auch weiter auf welche Art sich diese Menschen mit ihrem SM im Internet bewegen.
        Ich lass mir in einer fremden Stadt mal Restaurants/Sehenswürdigkeiten in der Nähe anzeigen, mach was auf meinem WhatsApp, guck mir E-Mails an, empfange Nachrichten von meinem BVB-App.

        Unternehmenswebsites schaue ich mir hingegen viel lieber zu Hause am PC/notebook an, besonders wenn ich z.B. eine Dienstleistung suche. Da suche ich per google und öffne mir gleich mal sechs Tabs mit Suchergebnissen und checke die dann in Ruhe.
        Deshalb ist imho eine mobile Version für Unternehmenswebsites nicht unbedingt erforderlich, bzw. das bespreche ich mit dem Kunden (der winkt eh i.d.R. eh gleich ab)

        • Du hast es gerade selbst geschreiben:
          „Eine Website mög­lichst für alle Menschen zugäng­lich zu gestalten ist eine Selbstverständlichkeit, über die ich nicht extra reden muss.“

          Webseiten die für mobile Endgeräte nicht mit Optimiert wurden, weisen aber Barrieren auf, die Zoom Funktion ist eine Behelfslösung weil es damals nicht anders möglich war. Nur wirklich schön ist das nicht – vor allem geht man nicht auf die unterschiedlichen Bedienkonzepte ein (Dropdowns auf Touchscreen ist immer nett, oder durch ein dreispaltiges Layout durch zu scrollen etc).

          Meine Frau surft mittlerweile nur noch mit dem iPad durch das Netz, ich mit Tablett oder Smartphone wenn ich Abends vor der Couch sitze. Und so machen es immer mehr Menschen, das Nutzerverhalten passt sich der neuen Technik einfach an, dementsprechend ändert sich die Anspruchshaltung.

          Bei einer meiner Kunden, ein Gastrobetrieb, da kommen mittlerweile wildfremde Gäste aus ganz Deutschland. Durchreisende die mit ihrem Handy nach Restaurants in der Nähe suchen, und dann auf seiner Seite landen wo sie sich Speisekarte usw. schon mal vorab studieren können. Dank Responsive und der mobilen Optimierung kommen sie auch schnell zu den Inhalten – das sind dann meist die Gäste die in den Laden kommen „Schön ist es hier, Speisekarte brauchen wir nicht wir haben im Auto schon ausgewählt“

          Mein nächster Kunde (auch aus dem Mittelstand) will das gleich von Haus aus. Aber nicht weil er ein Smartphone Jünger ist, sondern weil seine Kids damit hantieren und er die Generation eben als zukünftige Kunden ansieht.

          Sich den entsprechenden Workflow aufbauen, ist beileibe kein Hexenwerk, Programmiertechnisch sind das 30% mehr. Design da kommt es drauf an wie Detailliert das Screendesign (wenn vom Kunden überhaupt gewünscht) werden soll. Und so verkaufe ich das auch meinen Kunden, wenn das von Anfang an mit eingeplant ist, kommt es günstiger. Überlegt er sich es erst hinterher wird es fast genauso teuer.

  20. @Michael
    schön, dass auch Du seit dem 11. März 2011 gegen Atomkraft bist.
    Solange die Leute ihren Stromverbrauch nicht einschränken müssen, können Sie gerne auf Atomkraftwerke verzichten.
    Aber auf ihren jährlichen Urlaub am anderen Ende der Welt, für den natürlich das Flugzeug benötigt wird, verzichten die Leute nicht. Wieso auch? Man gönnt sich ja sonst nichts. Und das mit dem Klimaschutz wird doch sowieso total übertrieben und die Meldungen über den Klimawandel sind schließlich auch vollkommen auf den Haaren herbei gezogen. Nach uns die Sintflut. Das ist anscheinend das Motto vieler Leute.
    Und wieso die Firma Apple so beliebt ist, verstehe ich auch nicht. Immer wieder stehen im Greenpeace-Magazin erschreckende Artikel rund um diese Firma, was aber anscheinend niemanden interessiert, denn die Produkte dieser Firma sind ja so cool.

    Meine Internetseiten erstelle ich übrigens so, dass sich auch noch auf den Internet Explorer 6 prima dargestellt werden. Immerhin liegt der Mehraufwand dafür bei nicht einmal 5 min und da immer zwischen sechs und 8 % der Besucher bei meinen Projekten diesen Browser verwenden, ist die Unterstützung für diesen Browser unbedingt erforderlich, denn meine Klienten möchten schließlich etwas mit Ihrer Internetseite verdienen.
    Gruß, Felix

    • @Felix: Beachtlich, das Du glaubst beurteilen zu können, seit wann ich wogegen oder wofür bin. Woher nimmst Du diese und andere Weisheiten?

      Ich glaube nicht, dass dies das richtige Forum dafür ist, diese Diskussion weiterzuführen. Aber bei Bedarf kannst Du mich gerne über meine Website kontaktieren.

  21. @alle:

    Ich finde die Diskussion und die unterschiedlichen Meinungen wirklich sehr spannend, ein paar Punkte möchte ich gerne noch ergänzen:

    Zum einen wollte ich noch einmal betonen, dass neben der Layout-Anpassung für unterschiedliche Bildschirmgrößen auch die Optimierung für die Handhabung per Touch statt Maus eine enorm wichtige Rolle spielt. Buttons, Abstände etc. müssen angepasst werden und auch die Integration von Touch-Gesten finde ich ein wichtiges Thema, mit dem man sich meiner Ansicht nach auf jeden Fall auseinander setzen sollte.

    Außerdem wollte ich noch einmal ansprechen, dass zwar derzeit noch nicht jede Webseite unbedingt viel direkte Besucher über mobile Geräte haben muss. Aber gerade über die Apps von Twitter, Facebook oder Google+ werden ja täglich unzählige Links zu Webseiten geteilt. Diese werden dann von mobilen Geräten aus aufgerufen. Meiner Ansicht nach ein weiterer wichtiger Grund, um auf die Webseiten-Optimierung für mobile Geräte zu setzen.

    Viele Grüße,
    Ellen

  22. Natürlich muss man bei der Erstellung einer Webseite für alle Geräte auch beachten, dass das Anklicken zum Beispiel bei Smartphones nicht mit der Maus sondern mit dem Finger erfolgt. Auch muss man beachten, dass manche Menschen nicht so schlanke Finger haben die andere.
    Für eine Bildergalerie finde ich die touch & wipe-Funktion äußerst sinnvoll, weil das die Smartphone-Benutzer so gewöhnt sind. Eine entsprechende Bildergalerie gibt es hier: http://neteye.github.com/touch-gallery.html

  23. Interessant. :)

    „Wie wichtig ist die Webseiten-Optimierung für mobile Geräte heute schon?“

    Rethorische Gegenfrage: Heute schon?

    Das hört sich an als ob wir „früh dabei“ wären. Vielleicht trifft dies zu, in Anbetracht der derzeitigen Statistik wieviele Seiten „heute schon“ ein mobiles Layout anbieten. Es trifft aber nicht zu wenn man sich mal ansieht wieviele Smartphones und Tablets im Gebrauch sind und wieviel mit diesen gesurft wird.

    Wir sind „heute schon“ nicht früh dabei. Vielleicht sind wir früh dabei innerhalb der Leute die Webseiten designen, aber was aber entscheidender ist: wir sind nicht früh dabei wenn man sich das Verhalten der „Benutzer“ ansieht (und man sich selber als professionellen und damit fortschrittlichen Designer/Publisher). Denn diese haben längst klar entschieden: wir mögen Tablets, wir mögen Smartphones, und wir surfen damit. Immer öfter, aus immer mehr Gründen, und nicht mehr nur weil’s geht.

    Als Designer sind wir vielleicht „noch“ früh dabei (wenn man das überhaupt noch sagen kann), als Anbieter von Webseiten hinken wir allerdings dem steigenden Trend hinterher. Dies bestätigt schon der Fakt das man auch „heute noch“ bei vielen Seiten einfach nicht davon ausgeht, dass diese „heute schon“ ein mobiles Layout anbieten.

    PS: „Textwüsten“ haben auch auf mobilen Geräten eine Daseinsberechtigung. Sonst würde es wohl niemanden geben der eBooks, Kindles, iBooks kauft/lädt.

    Die Frage ist lediglich wie diese präsentiert, angeboten & zur Verfügung gestellt werden (Beispiel Stichwort „HTML5 Application Cache“).

  24. Ein großes Problem welches ich bei WordPress und mobile-first habe, ist dass ich nicht weiß, außer über mediaqueries, wie ich den Content beeinflussen kann. Und da mediaqueries ja eigentlich nur für’s CSS benutzt werden, und dieses ja nix mit dem Content, sondern nur mit dem Style zu tun hat, weiß ich nicht wie ich z.B. für max width 620px nur den Excerpt zeige, für alle größeren Viewports aber den kompletten Inhalt.

    Hab ich was verpasst und gibt es da bereits eine Lösung für? :)

  25. Hallo allerseits,

    ich finde es sehr wichtig dass man heutzutage eine Webseite für sämtliche Devices generiert. Auch wenn es „nur“ eine Firmenseite ist.

    Momentan fange ich gerade mit einem Projekt für eine SAP Consulting Firma an (mein zweites Projekt für diese Firma übrigens). Die Kunden der Firma sind viel unterwegs da es immer Firmenchefs sind.

    Die sind generell mit dem iPad/iPhone im Web und somit habe ich, bei meiner Projektpräsentation, sofort einen Rohling der Seite präsentiert die responsive ist.

    Auch auf Fachmessen sind die Meisten mit mobile Devices unterwegs und so kann man auch die Webseite oder gewisse relevante Artikel ad hoc präsentieren, egal wo man gerade ist.

    Es kam auch sehr gut an und es wurde auch als selbstverständlich angesehen dass die Internetpräsenz der Firma für sämtliche Endgeräte optimiert ist.

    Heutzutage sollte das eigentlich standard sein, denn man kann auf diese Art und Weise „alle Herren dienen“ (Herren sind dann die Endgeräte) und es ist für den Kunden um Einiges einfacher.

    Mutti schaut auf dem Desktop, Papa auf dem iPad und die Kids auf dem Phone :) Und alle bekommen die gleiche Infos und der gleiche Look.

    Ich arbeite mit Joomla und für dieses CMS gibt es auch eine Komponente die automatisch mobile Versionen der Seite erstellt. Jedoch ist das Styling sehr basic und ein Besucher der Seite bekommt die Atmosphäre der Seite nicht mit.

    Als Designer lege ich großen Wert darauf die „personality“ der Firma umzusetzen, damit die Besucher spüren wie gut, zuverlässig, seriös und, last but not least, kompetent eine Firma ist.

    Mit einem Design dass man in der Breite anpasst, kann man dieses Feeling beibehalten.

    Responsive Webdesign wird sehr bald der Standard sein.

    Einen Gruß aus Berlin,

    Rob

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