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Backup-Plan für WordPress-Webseiten: Hilfreiche Tipps, Programme und Plugins

Bei der Umsetzung von Webseiten-Projekten ist es auch wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über die zukünftige Datensicherung der Webseite zu machen. Und nicht nur die eigenen Projektdaten sollte man absichern, auch mit Kunden sollte rechtzeitig besprochen werden, welche Möglichkeiten regelmäßiger Backups es gibt, und wer die Datensicherung nach Projektabschluss übernehmen wird. Damit Backups nicht mehr Zeit als nötig in Anspruch nehmen und auch keine Daten durch unübersichtliches Abspeichern verloren gehen, gibt es jede Menge praktische Online-Tools, Plugins und Programme.

1. Tipps zur Erstellung eines Backup-Plans

Bevor du mit deiner Daten-Sicherung beginnst, solltest du dir Gedanken machen, wie du deine Backups organisieren möchtest. Folgende Fragen sind zu klären:

  • Wie viele Backup-Versionen möchtest du anlegen?
  • Wie groß sind die Datenmengen?
  • Wie oft werden die Daten bearbeitet?
  • Steht eine schnelle Internet-Verbindung zur Verfügung, um Daten ohne viel Zeitaufwand online zu sichern?
  • In welchen Zeitabständen sollen die Daten gesichert werden?
  • Wie kann der Backup-Prozess möglichst automatisiert werden?
  • Sollen mehrere Personen Zugriff auf die Backup-Daten bekommen, und einen Überblick über den Backup-Prozess haben?

Nachdem du dir Gedanken über die Anforderungen an deine Daten-Sicherung gemacht hast, kannst du aus einer ganzen Reihe praktischer Tools und Programme auswählen, die helfen deinen Backup-Plan so unkompliziert, zeitsparend und sicher wie möglich zu machen.

2. Hilfreiche Backup-Anleitungen und Plugins für WordPress

Für WordPress-Webseiten und Blogs gibt es jede Menge Möglichkeiten und Tipps, um Backups sicher und zeitsparend zu organisieren. Wichtig ist zu beachten, dass sowohl die Datenbank regelmäßig gesichert werden muss, als auch die Daten der WordPress-Installation.

2.1. Das Datenbank-Backup

Regelmäßige Backups der Datenbank kann man sehr praktisch mit Hilfe eines WordPress-Plugins vornehmen. Mit dem WP-DB-Backup-Plugin kannst du beispielsweise zwischen einem manuellen Backup auf deinen Computer, einem Backup auf den Server, oder einem Datenbank-Backup an eine Email-Adresse wählen. Es können auch regelmäßige Backups (auf deine Email-Adresse) geplant werden.

WordPress Backup Plan erstellen
Die Optionen des WP DB-Backup Plugins.

Ein weiteres Plugin ist WP DBManager. Mit Hilfe des Plugins kannst du neben Backups auch die Verwaltung deiner Datenbank direkt aus dem WordPress-Adminbereich übernehmen.

Alternativ zu den Plugin-Lösungen kannst du deine WordPress-Datenbank auch über das Programm PHPMyAdmin sichern. Auf der WordPress-Deutschland Webseite findest du dazu eine hilfreiche Anleitung mit Screenshots.

2.2. Die WordPress Dateien

Neben der Datenbank ist es wichtig, auch die Dateien deiner WordPress-Installation zu sichern (z.B. Theme-Ordner, hochgeladene Bilder, installierte Plugins etc.). Dazu solltest du ein regelmäßiges Backup mit Hilfe eines FTP-Programms (z.B. dem kostenlosen Programm Filezilla) vornehmen. Auf der Webseite von WordPress-Deutschland findest du ebenfalls eine Beschreibung, was du beim Backup deiner Dateien beachten solltest.

3. VaultPress als alternative Komplettlösung

Automattic, die Macher von WordPress.com bieten mit dem kostenpflichtigen Dienst »VaultPress« eine Art All-Inklusive Lösung für Backups deiner WordPress-Webseiten an. Der Dienst befindet sich derzeit noch in der Beta-Version, und kann in der Basic-Version für 15 US$ und als Premium-Version für 40US$ monatlich erworben werden.

Auf der VaultPress-Webseite kannst du dir ein kleines Intro-Video zum Angebot anschauen, sowie dir die Features inklusive Screenshots im Detail anschauen.

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Da ich VaultPress selbst noch nicht getestet habe, würden mich dein Feedback und deine eigenen Erfahrungen mit dem Dienst ganz besonders interessieren.

4. Backup-Optionen: Offline oder Online

Nachdem du deine Dateien und die Datenbank auf deinem Computer gespeichert hast, solltest du diese Sicherheitskopien genau wie alle anderen wichtigen Daten deiner Arbeit entweder offline z.B. auf einer externen Festplatte oder online z.B. über dein Google-Konto oder einen Dienst wie Dropbox speichern. Ich habe einige Optionen, Programme und Onlinedienste zusammenstellt.

4.1. Daten offline sichern

Deine WordPress-Daten, genau wie alle anderen wichtigen Dateien deiner Arbeit kannst du auf eine externe Festplatte, einen USB-Stick oder auch DVD’s abspeichern. Dazu erstellst du dir am besten einen Zeitplan, damit du deine Backups auch regelmäßig durchführst. Besonders hilfreich für ein sorgenfreies Sichern deiner Daten sind kostenlose Backup-Programme, mit denen du den Speicherprozess weitgehend automatisieren kannst.

Für Windows gibt es beispielsweise die kostenlose Programme »Areca Backup« und »Personal Backup«, beide kannst du dir bei chip.de herunterladen (dort findest du auch eine kleine Beschreibung der Programm-Funktionen).

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Backup-Auftrag mit dem Programm Personal Backup erstellen.

Für Mac-Nutzer gibt es z.B. das kostenlose Programm »Time Machine«. Eine hilfreiche Anleitung für die ersten Schritte und die Einrichtung des Programms kannst du auf der Apple-Supportseite nachlesen.

4.2. Daten online sichern

Vorausgesetzt du hast regelmäßig eine Internet-Verbindung zur Verfügung, kannst du deine Daten auch bei einem externen Backup-Dienst online speichern. Auf diese Weise kannst du beispielsweise auch auf Reisen auf deine Daten zugreifen. Eventuell bietet sich diese Methode auch als zusätzliches Backup z.B. neben der Sicherung auf einer externen Festplatte an.

Das Google-Konto nutzen

Wenn du ein Google-Konto hast, kannst du deine Daten z.B. über Google Docs abspeichern.

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Über Google Documents kannst du deine Daten in deinem Google-Konto speichern.

Dazu hast du kostenlos ca. 1 GB bei Google Docs oder ca. 8GB über dein Googlemail-Konto zur Verfügung. Zusätzlichen Speicherplatz kannst du auch dazu kaufen. Auf der Google-Hilfeseite findest du eine Übersicht über die Kosten.

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Übersicht der Kosten für zusätzlichen Google Konto-Speicherplatz.

Dropbox

Mit dem Online-Dienst Dropbox kannst du nicht nur mehrere Computer und Arbeitsplätze miteinander synchronisieren, sondern der Dienst erstellt auch ein automatisches Backup deiner Daten. Bis zu 2GB sind kostenlos, 50 GB Speicherplatz bekommt man für 9,99 US$ im Monat, 100GB für 19,99 US$ im Monat.

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Alle Features des Online-Dienstes kannst du dir auf der Webseite genau anschauen, oder das Tool mit einem kostenlosen Account einfach einmal ausprobieren.

Mehr Infos über Dropbox kannst du auch im Artikel »Five Useful Ways Dropbox Can Improve Your Business« von Freelance Folder nachlesen.

Weitere Online-Angebote zum Daten-Backup bieten z.B. die Dienste backupify mit 2GB kostenlosem Speicherplatz, und box.net mit bis zu 5GB kostenloser Speicher-Möglichkeit.

Welche Backup-Strategie hast du für deine WordPress-Webseite, deine Kundenprojekte und übrige wichtige Daten? Kennst du weitere praktische Tools, Plugins oder Programme? Über dein Feedback und deine Tipps freue ich mich sehr!

18 Kommentare

  1. Ich hatte das “WP-DB-Backup”-Plugin einige Zeit in Verwendung, doch es fiel immer wieder durch nicht versandte Mails (ich hatte tägliche Backups eingestellt) auf.

    Das “WP-DBManager” macht diesen Job perfekt und ich musste nach der Einrichtung nicht noch einmal auf die Settings-Seite gehen. Meine Empfehlung gilt also dem zweitgenannten Plugin…

    • Hallo NetzBlogR,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Erfahrungen zu den WP-Plugins. Wir nutzen das WP-DB-Backup-Plugin erst seit kurzem auf Gertis PC-Tipps, bis jetzt hat alles geklappt. Die zusätzlichen Funktionen der Datenbank-Verwaltung bei WP DBManager sind aber eventuell auch noch ein weiterer Pluspunkt :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

    • Hallo Vincent,

      vielen Dank für deinen Kommentar :-) Ja, sich einen regelmäßigen Backup-Plan für deine Webseite zu erstellen ist auf jeden Fall wichtig. Schließlich steckt man ja jede Menge Mühe in die eigene Webseite :-)

      Meiner Meinung nach reicht es aber in den meisten Fällen eine kostengünstige bzw. kostenlose Lösung zu finden (z.B. Backups deiner Daten auf einem Google-Konto, deinem Server-Speicherplatz o.ä. plus Sicherung auf einer externen Festplatte oder auch einem iPod, USB-Stick, DVD…). Eine teurere Premium-Lösung könnte in Frage kommen, wenn man sich z.B. aus Zeitgründen nicht selbst um die Backups kümmern möchte :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

    • Hallo Seelendieb,

      vielen Dank für dein Feedback zum Artikel :-) Ja, an regelmäßige Backups sollte man auf alle Fälle vorab denken, dann ist man auf der sicheren Seite :-) Zum Glück gibt es ja jede Menge praktische Lösungen, die auch nicht viel Zeit in Anspruch nehmen müssen, das ist schon klasse :-)

      Viele Grüße,
      Ellen

  2. Rocko

    “Back your Space up” ist für die Sicherung von WordPress- und sonstigen Dateien meine erste Wahl. Man definiert den Ordner, den man sichern möchte und kann bestimmte Dateinamen ausschließen. Das Herunterladen geht auch deutlich schneller als über FTP.
    http://www.ruinelli.ch/projects/web/bysu

    Für Datenbanken ist MySQLDumper empfehlenswert. Man kann sich die Daten sogar per Mail schicken lassen. Perfekt für kleinere Datenbanken. Am besten eine Extra-E-Mail-Adresse einrichten, die andere nicht kennen.
    Auch wichtig – was viele gar nicht beachten – ist, dass das Einspielen damit erfahrungsgemäß viel einfacher geht.
    http://www.mysqldumper.de/

      • @Rocko, @Tino,

        vielen Dank für eure Empfehlungen und euer Feedback zum Thema Backups :-)

        Ich selbst habe beide Lösungen noch nicht getestet, die Möglichkeiten hören sich aber echt klasse an, vor allem MySQLDumper würde ich sehr gerne testen :-)

        Vielen herzlichen Dank für die hilfreichen Tipps und viele Grüße,

        Ellen

  3. Guido

    Noch als Hinweis zu WP DB Backup:

    Das plugin funktioniert nur bis zu einer gewissen Datenbankgroesse – wird’s dem Plugin zu viel versendet es nicht nur keine Mails mit den Backup-Dateien sondern blockiert den gesamten Cron von WordPress.

  4. Was mich früher an Backups immer gestört hat, war, dass ich immer selber regelmäßig aktiv werden musste, zumindest was die Daten auf dem FTP-Server angeht. Mit der Zeit habe ich jedoch eine Möglichkeit gefunden, wie man das ganze automatisieren kann:
    http://www.wlabs.de/backup-strategie-fuer-wordpres

    Noch ein Tipp: Ich würde statt Dropbox lieber Wuala nutzen, da hier die Daten um einen verschlüsselt werden und zum anderen die Möglichkeit besteht, kostenlos zu mehr Speicher zu kommen.

  5. Ich bin letztens aus das Backup Tool XCloner für WordPress (dort als Plugin) und Joomla gestossen.
    Man kann zwischen den Varianten DB, Files, und DB + Files wählen. Die komprimierten Sicherungsarchive können in einem Ordner der WP Root, per Email oder auf einen anderen FTP Server abgelegt werden.
    Dazu gibt es die Möglichkeit (ein bischen umständlich beschrieben zwar), eine gesicherte WP Installation an anderer Stelle wieder hochzuziehen.
    Bei Bedarf können verschiedene CronJobs angelegt werden, also unterschiedlich fein konfigurierte Backupstrategien gefahren werden.
    Die ersten Tests mit diesem Plugin sind sehr vielversprechend, wobei ich die Lösung noch nicht für Produktivumgebungen einsetze. Ich hoffe dennoch, die ganzen WP Backup Plugins damit mal ersetzen zu können.

  6. Hallo und guten Abend. Ich habe da auch eine Frage zu der Backup-Planung. Zur Zeit habe ich auch WP-DB Backup im Einsatz. Seit einiger Zeit werden meine Backups aber nicht mehr, wie vorgesehen, an meine E-Mail Adresse geschickt, sondern landen auf dem Server. Das könnte an der Größe liegen. Aber selbst wenn ich angebe, dass das Backup auf meinem Computer heruntergeladen werden soll, was früher auch funktioniert, landet es auf de Server.Habt ihr eine Idee, woran das liegen könnte. Danke im voraus..

  7. TKosowski

    Kann ich WP-DB-Backup für WordPress 3.4.1, Theme Yoko nutzen? Wenn ich das Plugin installieren wollte, bekam ich die Info, es wurde mit meiner Version nicht getestet.

  8. Das Backup von WordPress war auch Thema bei unserem vorletzten Meetup in Potsdam. Ich hatte dort das Plugin BackWPup empfohlen, das eigentlich alle Features eines guten Backup-Plugins mitbringt und dabei auch noch kostenlos ist. Alle Fragen, die Ellen am Anfang des Artikel stellt kann man damit umsetzten. Durch mehrere, zeitlich unterschiedlich einstellbare, Backup-Jobs kann man z.B. täglich einen Datenbank-Dump, wöchentlich einen WordPress-XML-Export und monatlich ein Gesamtbackup machen. Oder eben jede andere Konfiguration.

    Neben der genauen Auswahl, was wie oft gesichert werden soll, kann man auch das Ziel des Backups einstellen. Neben einer Speicherung auf dem eigenen Server, einem externen FTP-Server und einem Versand per E-Mail kann man auch zu allen großen Cloud-Diensten wie Dropbox, SugarSync, Microsoft Azure, Amazon und Google synchronisieren. Ich habe mich z.B. einen kostenlosen 5GB Sugarsync-Account geholt, zu dem ich die Daten hochlade und nach 10 Backups automatisch die ältesten löschen lasse. Aber auch der kostenlose Dropbox-Account mit 2GB den wohl die meisten ohnehin schon nutzen reicht für kleine Blogs bei der richtigen Einstellung auf jeden Fall aus.

  9. Lars

    Hallo und danke für den interessanten Artikel! Gibt es eigentlich auch ein kostenloses Plugin, welches WP-Dateien UND Datenbank zusammen als Sicherung erstellt und auf dem Server oder per Email verschickt)? Gruß, Lars

    • Hi Lars, sieh dir doch einfach meinen Kommentar direkt über dir an. Das darin erwähnte Plugin BackWPup macht genau das alles möglich. Aber auch wenn es dir die Daten per Mail schicken kann glaube ich kaum das dein Mail-Provider ein Backup inkl. Dateien annehmen würde, da dort die Dateigröße je nach Auswahl der Dateien schnell mehr als 20MB hat, was in der Regel das Limit bei Mail-Providern ist. Aber du hast wie schon erwähnt viele Alternativen bei der Ablage der Backups.

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