Webseiten-Optimierung für mobile Geräte: Verschiedene Lösungen im Vergleich

Die rasant wach­sende Verbreitung von mobilen Geräten (Smartphones und Tablet PCs) hat auch deut­liche Auswirkungen auf die Gestaltung von Webseiten. Webdesign muss fle­xi­bler werden und auf die unter­schied­li­chen Geräte mit ihren ver­schie­denen Bildschirmgrößen und beson­deren Eigenheiten ange­passt sein. Denn schließ­lich möchte man Besucher, die eine Webseite von ihrem mobilen Gerät aus auf­rufen nicht ver­lieren. Und ein stän­diges Zoomen, um Inhalte lesen oder Buttons bedienen zu können, ist sicher­lich kein opti­maler Zustand. Zum Glück gibt es bereits einige Lösungen, um diese neue Herausforderung anzu­gehen. Im fol­genden Artikel habe ich mir diese einmal genauer ange­schaut und die unter­schied­li­chen Ansätze mit­ein­ander vergleichen.

1. Eine eigen­stän­dige mobile Webseiten-Version

Der erste Ansatz ist, eine wei­tere, spe­ziell für mobile Geräte erstellte Webseiten-Version umzu­setzen. Diese wird dann auto­ma­tisch von einem mobilen Gerät aus erkannt und auf­ge­rufen. Als Option gibt es bei dieser Lösung meist einen Link im Footer, um auch von einem mobilen Gerät zurück auf die Standard-Version der Webseite zu wechseln.

Ein Beispiel für eine solche Lösung ist die Webseite »Zeit Online«. Hier gibt es eine mobile Version (mobil.zeit.de) für die Online-Version der Zeit und eine Desktop-Version der Webseite (zeit.de).

Eine eigens für mobile Geräte erstellte Webseiten-Version hat natür­lich den großen Vorteil, dass man sich in Design und Funktion voll auf die mobilen Geräte kon­zen­trieren kann und keine Kompromisse ein­gehen muss.

Inhalte können in dieser mobilen Webseiten-Version z.B. gekürzt oder anders sor­tiert ange­zeigt werden. Navigationsmenüs können spe­ziell für kleine Geräte opti­miert werden (z.B. in dem man nur die wich­tigsten Navigationspunkte anzeigt, um mehr Platz für den Inhalt zu schaffen).

Die Desktop-Webseite von Zeit Online.

Der größte Nachteil ist wohl, dass der Arbeits- und Verwaltungsaufwand mit einer eigenen mobilen Webseiten-Version sehr viel höher ist, da man ja zwei kom­plett unab­hän­gige Webdesigns betreuen muss.

Daher kommt diese Lösung wohl vor allem für große Webseiten mit vielen Inhalten und einem großen Budget in Frage. So kann garan­tiert werden, dass beide Webseiten-Versionen par­allel ver­waltet und auf einem aktu­ellen Stand gehalten werden können.

2. Externe Mobile Theme-Plugins für Blog- und CMS-Systeme

Das bekann­teste externe Mobile Theme-Plugin für WordPress ist wahr­schein­lich WPTouch (wei­tere Optionen sind das WordPress Mobile Pack oder das Premium Handheld Mobile Theme). Installiert man ein Mobile-Theme Plugin, wird auf mobilen Geräten ein eigenes (vom Standard-Themedesign unab­hän­giges) Theme genutzt, wel­ches spe­ziell für mobile Geräte opti­miert ist.

WPTouch Screenshot

Screenshot des WPTouch Mobile Theme-Plugins (Flickr Foto von Wesley Fryer)

Gerade für Blogs war diese Option lange Zeit die gän­gigste Methode, um die Blog-Inhalte auch für mobile Geräte opti­miert anzu­zeigen. Auf Blog-Systemen wie Tumblr wird die Mobile-Theme Lösung sogar stan­dard­mäßig für alle Blogs genutzt.

Ein Vorteil eines eigenen Mobile Theme-Plugins ist, dass auch hier wieder spe­ziell auf die Bedürfnisse und Einschränkungen von mobilen Geräten mit kleinen Bildschirmen ein­ge­gangen werden kann. Außerdem muss man sich meist nicht mehr groß, um das mobile Theme küm­mern, da es ein Standard-Template ist.

Hier liegt meiner Ansicht aber auch der größte Nachteil der mobile Theme-Plugins. Zum einen wird dem Besucher einer Webseite auf dem mobilen Gerät eine kom­plett andere Optik geboten, als auf der Desktop-Webseitenversion. Außerdem haben die Mobile-Themes ein sehr stan­dard­mä­ßiges Design und es sind keine oder wenig indi­vi­du­elle Anpassungen mög­lich, um das CI der eigenen Webseite oder des Blogs beizubehalten.

Die Nutzung eines Mobile-Theme Plugins ist meiner Ansicht nach sicher eine gute vor­über­ge­hende Lösung. Längerfristig gesehen gibt es aber sicher­lich noch bes­sere Optionen.

3. responsive Webdesigns

Ein wei­tere Lösung für die Problematik, Webseiten auch für mobile Geräte zu opti­mieren, ist responsive Webdesign. Hier wird quasi »Eine Lösung für alles« gefunden und ein fle­xi­bles Webdesign wird so erstellt, dass es sich auf die unter­schied­lichsten Bildschirmgrößen anpassen kann. Mit Hilfe von eigenen CSS-Styles für die unter­schied­li­chen Bildschirmgrößen, können so neben dem Grundlayout auch Buttons oder Inhalte wie Videos und Schriften für mobile Geräte opti­miert werden.

Jede Menge Bespiele für responsive Webdesigns fin­dest du auf der Webseite mediaqueri.es. Hier kannst du dir die Webseiten-Varianten über­sicht­lich anschauen.

Auch unser Elmastudio-Blog ist mit einem responsive Webdesign (dem Piha-Theme) umge­setzt. Wenn du dein Browser-Fenster ver­klei­nerst oder unseren Blog auf einem mobilen Gerät auf­rufst, kannst du dir die fle­xible Umsetzung des Layouts anschauen.

Das Piha WordPress-Theme in der iPad-Ansicht.

Ein großer Vorteil von responsive Webdesigns ist, dass man nur ein Webdesign oder ein Theme erstellen muss, wel­ches dann auf den unter­schied­lichsten Bildschirmformaten genutzt werden kann.

Natürlich ist dies mit etwas mehr Konzept- und Arbeitsaufwand ver­bunden, als die Erstellung ein Webdesigns mit fest­ge­legtem Format. Allerdings muss so später auch nur ein ein­ziges Webdesign ver­waltet werden. Die Instandhaltung und Optimierung der Webseite bleibt daher übersichtlich.

Ein wei­terer Vorteil ist, dass ein Design auf unter­schied­li­chen Geräten bei­be­halten werden kann. Der Besucher muss sich so nicht mit einem Standard-Template zufrieden geben, son­dern das CI und der Wiedererkennungswert der Webseite bleibt beibehalten.

Da responsive Webdesign noch mitten in der Entwicklung steckt, muss man als Webdesigner und Entwickler sehr fle­xibel sein. Ständig werden neue Möglichkeiten und Techniken ent­wi­ckelt und es gibt jede Menge zu lernen und aus­zu­pro­bieren. Bei einem responsive Webdesign muss daher also auch immer etwas Zeit und Budget für die Weiterentwicklung des Webdesigns mit ein­ge­plant werden.

Ich hoffe meine Gegenüberstellung der ver­schie­denen Optionen, um Webdesigns »mobile-ready« zu machen, ist hilf­reich für dich.

Dein Feedback

Wie ist deine Einschätzung zu den Vor- und Nachteilen der unter­schied­li­chen Lösungen? Kennst du wei­tere Möglichkeiten oder Ergänzungen zu den im Artikel bespro­chenen Methoden? Über den Feedback freue ich mich sehr!

8 Kommentare

  1. Walter B. Walser

    Hi Ellen
    Danke für diesen Beitrag. Dieses Thema ist nach wie vor heiss und sollte nicht unter den Teppich gekehrt werden.

    Gibt es nicht noch eine 4. Variante mit ent­spre­chenden Scripts? Ich denke da an Programme wie z. B. ads-content.de. Wie gut sich wohl damit das Problem lösen wird?

  2. Stefan

    »Jede Menge Bespiele für responsive Webdesigns fin­dest du auf der Webseite mediaqueri.es. Hier kannst du dir die Webseiten-Varianten über­sicht­lich anschauen.«

    Die Seite ist echt klasse! Super Beispiele für responsive Webdesigns.

    Danke für den Link und diesen tollen Beitrag! ;)

    Stefan

  3. Thomas Seifert

    Hallo alle zusammen,

    pas­send zum Tehma ist natür­lich gerade heute jque­ry­mo­bile in der finalen Version 1.0 ver­öf­fent­lich worden. Das wäre doch ein Punkt 4 in Eurer Liste?

    Was mich bei diesem mobilen Lösungsansätzen viel mehr inter­es­sieren würde sind ver­schie­denen Möglichkeiten wie man Client- bzw. Serverseitig erkennen kann ob der User sich gerade per Desktop oder Mobil auf meiner Seite bewegt.

    Bis auf einen monster http_user_agent Switch habe ich da noch keine brauch­bare Lösung gefunden.

    So Far LG Thomas

  4. Christian

    Danke für die vor­ge­stellten Möglichkeiten. Ich muss gestehen, dass ich mich bisher wenig mit dem Thema befasst hab.
    Meist hab ich mir die erstellten Seiten zwar auf einem Smartphone oder dem iPad ange­sehen, aber so richtig dafür opti­miert nicht.

    Für mich ist also defi­nitiv Nachholbedarf angesagt…

  5. Pingback: Kleines CSS Rätsel unter Wordpress - seeseekey.net

  6. Pingback: Künftig noch mobiler – Responsives Webdesign | l-bloggt.de

  7. Andreas

    Zwei Dinge von mir:
    1) Ich finde dein Piha-Design wirk­lich sehr schön und auch gut umge­setzt. Hab es auch live gefunden, aber es wäre schön gewesen, hät­test du es zusätz­lich noch ver­linkt, damit man das leichter live sehen kann ;)
    2) Ich bin der­zeit auf der Suche nach einem Tutorial, wie man so etwas macht (Tabletanpassung inkl. Wischgesten). Dazu fehlte mir ein wich­tiger Punkt: die Sache mit dem Viewport in den Meta-Tags. (Ich hatte das mal irgendwo gelesen, finde es aber nicht wieder und auch keinen anderen Artikel, wo dies erwähnt wird. Glücklicherweise konnte ich es im Quelltext deines Piha-Themes nach­schauen.
    Hast oder machst du viel­leicht mal eine Kurzanleitung, was man alles beachten muss, wenn man selbst ein responsive Webdesign mit­hilfe von Media Queries umsetzen will? Das wäre echt klasse :)
    Viele Grüße
    Andreas

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