Typo-Tipps für Webdesigner (Teil 1): Styling der Überschriften

Beim Design eines Webseiten-Headers oder eines Logos gibt es jede Menge Möglichkeiten sich so richtig kreativ aus­zu­leben. Doch ein aus­ge­wo­genes Webdesign steht und fällt nicht nur mit dem Header, son­dern sollte bis ins Details aus­ge­ar­beitet sein. Vor allem bei Blog-Designs spielt die Gestaltung der Artikel-Elemente eine ent­schei­dende Rolle. Denn beson­ders die Artikel sollten über­sicht­lich gestaltet und ange­nehm lesbar sein. Deshalb habe ich hier einige hilf­reiche Tipps zur Gestaltung von Über­schriften zusammen gestellt.

1. Die Überschriften-Hierarchie

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Genau wie in Zeitschriften-Layouts gibt es auch auf Blogs eine Hierarchie für die Über­schriften. Die erste Über­schrift (mit dem HTML-Tag h1) wird dabei für die Blog-Überschrift (bzw. für dein Logo) ver­wendet. Sie sollte also auf jeder Seite nur einmal vor­kommen. Die zweite Über­schrift in der Hierarchie (mit dem HTML-Tag h2) kannst du dann für deine Artikel-Überschriften einsetzen.

Für die bes­sere Strukturierung deines Artikels kann es (vor allem bei län­geren Artikeln) hilf­reich sein, wei­tere Unterüberschriften ein­zu­setzen. Diese sind in der Schriftgröße kleiner als die Artikel-Überschrift. Die Schriftart soll­test du aber für alle Über­schriften beibehalten.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

2. Weißräume bewusst einsetzen

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Um die Über­schriften deines Artikels her­vor­zu­heben ist nicht nur die Schriftgröße von Bedeutung, son­dern auch der Abstand zwi­schen Über­schrift und dem Artikel-Text (margin und pad­ding).
Diesen Abstand soll­test du so wählen, dass zwar deut­lich wird zu wel­chem Text die Über­schrift gehört, aber gleich­zeitig die Über­schrift nicht »ein­ge­quetscht« wirkt.

Vor allem bei Web-Texten musst du beachten, dass der Leser deinen Text erst mit dem Auge abscannt, bevor er an einer Textstelle inten­siver zu lesen beginnt. Daher ist es wichtig, dass die Über­schriften lesbar, und deut­lich als solche zu erkennen sind.

Und nicht nur die Abstände zwi­schen der Über­schrift und dem übrigen Artikel-Text sind wichtig, son­dern auch der Abstand der ein­zelnen Überschrift-Zeilen (line-height). Beim Testen des rich­tigen Abstandes ver­wende ich immer eine Über­schrift die ein g, und ein Ü ent­hält. So kann ich sicher sein, dass der Abstand auch bei beson­ders über­lap­penden Buchstaben noch aus­rei­chend ist.
Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

3. Serifen oder Serifenlos

Als nächstes soll­test du ent­scheiden, ob du eine Schrift mit Serifen (z.B. Georgia oder Times New Roman) oder eine seri­fen­lose Schriftart (z.B. Arial oder Verdana) für deine Über­schriften ver­wenden möch­test. Um einen Kontrast zwi­schen Über­schrift und Fließtext zu erzeugen, kannst du für deine Über­schriften eine Serifenschrift wählen, und für den Fließtext eine seri­fen­lose Schrift (oder umgekehrt).

Eine Serifen-Schrift bringt meist mehr Charakter mit sich.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Eine seri­fen­lose Schrift wirkt dagegen moderner und ist viel­sei­tiger einzusetzen.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Du kannst dich natür­lich auch nur für einen Schrifttyp im gesamten Layout ent­scheiden. Deine Über­schriften könn­test du dann auch durch fette Schrift (font-weight: bold oder 700) spe­ziell hervorheben.

Eine wei­tere Alternative wäre den Über­schriften den CSS-Wert text-transform:uppercase; zu geben, und so alle Über­schriften in Großbuchstaben zu setzen. Wenn du oft lange Über­schriften für deine Artikel ver­wen­dest, ist ein Text in Großbuchstaben aller­dings nicht unbe­dingt zu emp­fehlen, da dieser schwerer lesbar ist.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

4. Verwendung von Farbe

Ein wei­teres Element mit dem du deine Über­schriften her­vor­heben kannst, ist der Einsatz von Farbe. Hierbei soll­test du aller­dings beachten, dass du Farbe auch sehr gut als Link-Style ver­wenden kannst. Daher soll­test du mit Farbe dezent umgehen.

Du könn­test bei­spiels­weise einen dezen­teren Ton deiner Link-Farbe als Farbe der Über­schriften verwenden.

Oder du ver­zich­test im nor­malen Zustand deiner Über­schriften auf Farbe und bringst diese erst beim Hover-Zustand zum Einsatz.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

5. Über­schriften als Links

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Wie gerade schon erwähnt eignet sich eine Farbe beson­ders gut für die Markierung von Links. Auf der Startseite deines Blogs sind alle Über­schriften Links zum jewei­ligen Artikel. Diese Überschriften-Links kannst du bei Hover ent­weder mit einer Farbe, unter­stri­chen oder mit einer Hintergrundfarbe beson­ders hervorheben.

Hast du dich für eine Link-Farbe ent­schieden, ist es sinn­voll diese Farbe auch bei deinen wei­teren Links wieder zu verwenden.

6. Datum, Kategorie, Schlagwörter und Autor des Artikels

Soweit es für deinen Blog sinn­voll ist, kannst du all diese Zusatz-Elemente ober­halb oder unter­halb deiner Artikel-Überschrift ein­fügen. Du soll­test darauf achten das die Infos über­sicht­lich ange­ordnet sind, und den Fokus nicht von der Über­schrift nehmen.
Viele Webdesigner nutzen diese Meta-Daten auch, um den Artikeln eine indi­vi­du­elle Note zu ver­leihen. Besonders bei der Darstellung des Datums gibt es viele krea­tive Lösungen.

Typo-Tipps Ueberschriften gestalten

Um nicht zu sehr von den Über­schriften abzu­lenken, kannst du die Meta-Daten (die keine Links sind) auch in einem leich­terem Farb-Ton dar­stellen, z.B. einem hellen Grau.

Findest du diese Tipps hilf­reich oder kennst du wei­tere Tricks, um Blog-Überschriften beson­ders zu gut zu stylen? Über dein Feedback freue ich mich sehr!

5 Kommentare

  1. Manuel

    Hallo Ellen,
    vielen Dank für diesen sehr hilf­rei­chen Artikel.

    Ich finde es total wichtig, dass die Über­schriften sehr gut abge­stimmt sind. Das macht ein sehr großen Unterschied.

    Du zeigst wie wichtig es ist Typografie wirk­lich als sehr wich­tiges Stilmittel zu nutzen.

    Bin jetzt schon sehr gespannt auf den nächsten Teil :)
    Lieben Gruß
    Manuel

  2. Caro

    Ich könnte gerade alle Artikel gleich­zeitig lesen. Macht Spaß und ist eine schöne Zusammenstellung von wich­tigem Wissen für Webdesigner. Vielen Dank!

  3. Vincent

    Der Artikel ist zwar schon etwas älter aber bin jetzt erst drauf gestoßen. Echt ein paar gute Tipps! Werde ich für meinen kom­menden Blog sofort umsetzten, beson­ders Punkt »6. Datum, Kategorie, Schlagwörter und Autor des Artikels« gefällt mir, also die Aufteilung (im Bild)

    Gruß
    Vincent

  4. The Ulli

    @Dominique:

    Bei Font-size ist am besten, was für Deinen Wrokflow am besten ist.
    Das ist bei jedem anders.
    Es defi­niert nur Deinen per­sön­li­chen Stil.

    Das Ergeniss ist, was letzt­end­lich ent­schei­dent ist.

    Du soll­test aller­dings die Auswirkungen aller Maßeinheiten kennen die mög­lich sind, für den Fall das Du mal an Scripten arbei­test, die jemand anders ent­wi­ckelt hat.

    Die besten Erklärungen zu den unter­schied­li­chen Maßeinheiten gibt es bei »Self-HTML«.

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