Webworker Focus

Müssen wir als Webworker bewusster mit dem Internet umgehen?

Als Webworker ist man konstant umgeben von der Fülle an Information im Web und ein großer Teil unseres Jobs ist es natürlich auch, informiert zu sein und sich immer wieder weiterzubilden. Doch diese ständige Verfügbarkeit von Informationen und Unterhaltungsstreams kann auch ganz schön anstrengend sein und man hat immer ein wenig das Gefühl, man könnte etwas Wichtiges verpassen.

Ich beobachte mich selbst immer wieder dabei, wie ich im Strom der Informationen abdrifte und dann recht unkontrolliert zwischen Twitter, einem interessanten Blog-Artikel und meinem Email-Posteingang hin und her springe. Wenn man viel zu oft am Tag Emails checked, bei Twitter vorbeischaut, den eigenen Facebook-Status updatet oder die neuesten Artikel im Feedreader überfliegt ist man extrem schnell ausgelaugt ohne eigentliche effiziente Arbeit geleistet zu haben. Dieses Abdriften von meiner eigentlichen Arbeit passierst mir selbst vor allem wenn ich nicht mehr ganz fokussiert oder schon/noch etwas müde bin oder wenn ich mich vor eine schwierigen Aufgabe drücken möchte.

In der letzten Zeit habe ich daher versucht, dieses energieraubende und zeiteinnehmende „Herumscharwenzeln“ im Web ganz bewusst zu unterbinden, sobald ich gemerkt habe, dass meine Aufmerksamkeit schwindet und ich den Fokus für meine eigentliche Aufgabe verliere. Dabei habe ich festgestellt, dass ich viele Aufgaben ruhiger und somit auch viel schneller erledigen kann, wenn ich den Zugang zum Internet während einer bestimmten Arbeitszeit ganz bewusst vermeide.

Müssen wir bewusster mit dem Internet umgehen?

Sehr spannend in Bezug auf diese Frage fand ich einen Beitrag auf einem meiner Lieblingsblogs Zenhabits. Im Artikel berichtet der Blogautor Leo Babauta von seinen Erfahrungen, die er während seines Experiments “1 Monat mit fast keinem Internet” gemacht hat. In diesem Monat hat Leo Babauta, der als professioneller Blogger natürlich auch auf das Internet als wichtigstes Arbeitstool angewiesen ist, bewusst nur maximal ein bis zwei Stunden am Tag das Internet genutzt. Auch er hat als Fazit festgestellt, dass er sich ohne Internetzugang viel besser konzentrieren konnte und kreative Arbeiten wie Schreiben ihm viel leichter gefallen sind.

Auch mir ist aufgefallen, dass ich viel entspannter arbeite und mich länger auch auf eine schwere oder unbeliebte Aufgabe konzentrieren kann, wenn ich das Internet während dieser Zeit bewusst meide oder nur nutze, wenn es sich für die Arbeit gar nicht vermeiden lässt. Ich merke erst im Kontrast so richtig, wie anstrengend die ständige Informationsflut eigentlich für das Gehirn ist und wie viel Energie man vergeudet, wenn man unkontrolliert Informationen im Web aufnimmt.

Mein Fazit

Natürlich schlage ich nicht vor, dass man das Internet komplett meiden soll. Ich liebe das Internet dafür, dass Informationen für jeden frei zur Verfügung gestellt werden können und jeder Mensch selbst und die Chance hat, sein Wissen zu teilen und so einen Beitrag zu einem besseren Internet zu leisten. Außerdem ist das Internet natürlich für viele Menschen auch ihr täglicher Arbeitsplatz und bietet neue, spannende Möglichkeiten, von denen wir vor kurzem noch nicht einmal zu Träumen gewagt hätten.

Ich denke nur, dass wir lernen müssen, noch bewusster mit den uns ständig zur Verfügung stehenden Informationen umzugehen, ganz besonders wenn das Internet der eigene Arbeitsplatz ist.

Meine Tipps für konzentriertes und bewussteres Arbeiten als Webworker:

  • Fokus bewahren. Alle Programme und Browserfenster schließen, die nicht unbedingt benötigt werden.
    Sich aus Twitter, Facebook & Co ausloggen, während man arbeitet und nur bewusst einloggen, um sich dann ganz kontrolliert und am besten für einen vorab festgelegten Zeitrahmen Zeit für Social Media zu nehmen.
  • Eine to-Do Liste machen. Den Arbeitstag mit dem Erstellen einer to-Do Liste für den Tag beginnen und sich ganz in Ruhe und bewusst den Arbeitstag einteilen. In den Tagesplan auch extra Zeit für Social Media und Emails einplanen.
  • Langsam in den Tag starten. Nicht gleich als erste Aufgabe mit Social Media oder Emails beginnen, wenn es nicht unbedingt für die Arbeit nötig ist.
  • Den Arbeitsplatz wechseln! Besonders für kreative Aufgaben den gewohnten Arbeitsplatz auch mal verlassen und sich eine besonders entspannte,schöne Atmosphäre schaffen. Vielleicht mit einer Tasse Tee ganz bewusst den Beginn der neuen Aufgabe zelebrieren.
  • Sich selbst vertrauen. Sich auch mal zurückziehen und ganz auf die eigene Arbeit konzentrieren. Die eigene Arbeit nicht mit anderen im Web vergleichen oder während der Arbeit an das spätere Feedback von anderen denken.
  • Ganz wichtig! Pausen machen. Wenn man merkt, dass die Konzentration sinkt, nicht unnötig am Computer sitzen bleiben, sondern eine Offline-Pause einlegen und spazieren gehen, Sport machen, einen Power Nap einlegen, in ein Café gehen, Zeit mit der Familie verbringen. Danach kann man sich konzentriert und mit neu gewonnener Energie wieder an die Arbeit machen.

Wie sind deine Erfahrungen und welche Tipps kannst du weitergeben?

Wie ist dein Umgang mit dem Internet im Alltag und vor allem während der Arbeitszeit? Hast du auch manchmal Probleme mit den Informationsflut im Web professionell umzugehen? Wenn ja, welche Methoden und Tipps kannst du weitergeben, um das Internet effizient als Tool für die Arbeit als Webworker zu nutzen? Über deine Tipps und dein Feedback zum Thema freue ich mich schon sehr!

33 Kommentare

  1. Hallo Ellen,
    danke für den Artikel. Mir geht es da sehr ähnlich. Das Internet verleitet einen einfach zu schnell und auch zu einfach mal schnell hier was zu lesen, da rein zu schauen und schwupp … ist der Vormittag rum und man hat noch gar nichts “wirklich” gearbeitet.
    Ich habe inzwischen auch angefangen mir jeden morgen eine to-do-liste anzufertigen und nach dieser funktioniert es dann meistens sehr entspannt.
    Und für mich ist auch ganz wichtig, dass ich ab und zu mal vom Bildschirm ganz weg komme. Mittags mache ich meistens eine Stunde Pause, wenn es schön ist fahre ich eine Runde mit dem Rad, bei schlechtem Wetter versuche ich mit ein paar Übungen meine eingerosteten Knochen wieder auf zu lockern.
    Und noch ein Tipp zum Arbeiten ohne Ablenkung der bei mir wunderbar klappt: Musik. Spotify sei Dank (und das sage ich als Vinyl-Sammler) kann man auch im Büro genau die Musik hören, die man tatsächlich hören will. Radio lenkt mich viel zu sehr ab. Wenn ich also ein Projekt habe, an dem ich einfach mal zwei, drei Stunden am Stück arbeiten will ohne mich ablenken zu lassen, mache ich mir gute Musik an und dann vergeht die Zeit wie im Flug aber ich schaffe auch richtig viel.
    Dein Tip “sich selbst vertrauen” finde ich auch ganz wichtig.
    So das wars :-)
    Andy

  2. Als Mensch der ganz klar mit und vom Computer lebt, habe ich mir schon vor einiger Zeit Arbeits-Regeln für den Umgang mit dem Rechner auferlegt: Wer mit Emails in den Tag startet arbeitet reaktiv aber nicht aktiv. Soll heißen, das Erste was am Tag passiert ist auf Mails zu reagieren. Dein Tipp nicht mit Mails zu starten ist superwichtig: Man sollte als Erstes mit einem größeren Projekt starten, da man hier schon viel Energie benötigt, die ansonsten in Netz oder mit Mails verpufft.

    Während der Arbeit Mailclient und Browser schließen und nicht der Versuchung verfallen, in einer kurzen Pause schnell die Nachrichten zu lesen (Nachrichten –> Kommentare –> Wikipedia-Check —> andere Seite zum Thema –> Forum –> usw. = ein kleiner Infoseekerteufelskreis ) bzw. seine Mails zu checken. Mails haben bei mir eigene Zeitfenster, in denen sie bearbeitet werden. Sie sind aber keine Pausenfüller(!), für das brauchen sie zu viel Energie. Pausenfüller sind ein Kaffee, frische Luft oder in einem Heftchen zu blättern, auf jeden Fall Dinge abseits des Computers.

    Natürlich nutze ich auch To-Do Tools (zur Zeit Things auf allen Devices, habe aber glaube ich schon so ziemlich alles am Markt erhältliche im Einsatz gehabt ;-) ), die für meine Projektorganisation sehr wichtig sind. Vor allem kann ich mir damit den Tag in feine, machbare Portionen einteilen. Bei den Portiönchen gilt: Nicht nur die feinen Leckerbissen als erstes machen, sondern auch die unguten Beilagen immer wieder einstreuen. Auf diese Weise leert man unvermittelt und recht rasch den ganzen Teller der Aufgaben.

    Was ich noch ergänzen möchte: Handy ausschalten! Ein Anruf mitten in der Arbeit reißt einen aus der Konzentration und es dauert länger als man denkt, wieder in seinen Fluß zurück zu finden.

    So, dies war mein Senf zum Thema, geschrieben in einer Arbeitspause, die ich besser abseits des Rechners genutzt hätte ;-)

  3. Dem stimme ich schon lange zu! Und dieses 24-Stunden-Erreichbar-Sein ist eh verrückt.
    Wenn ich bestimmte Aufträge erledigen muss, dann schalte ich schon seit Jahren das Internet ganz bewusst ab!
    Sollte das nicht möglich sein, dann schliesse ich zumindest Skype, Twitter, Facebook, und all die anderen Ablenkungen. Meine eMails werden nur regelmässig morgens gecheckt, sozusagen zum Aufwachen, und ggf. nochmals am späten Nachmittag… Ich habe festgestellt, daß mich selbst erneutes Einloggen zur Mittagspause zu sehr ablenkt (= andere Dinge in den Kopf tut) – und das meiste kann eh ein paar Stunden warten.

  4. Hallo Ellen,
    ich teile Deine Gedanke und freue mich, dass Du sie so schön auf “Papier” gebracht hast. Auf Deinen Artikel bin ich über Twitter gestoßen. Ich habe mal rein geschaut, weil ich keine Lust habe mich an andere Themen zu machen. Es ist definitiv leichter sich abzulenken, als sich wirklich an die Arbeit zu machen. Insofern werde ich Deine Tipps gerne mal ausprobieren. Ich habe an mir auch erkannt, fesselt mich eine Arbeit, lenke ich mich nicht ab, dann tauche ich voll ein, es ist leicht und es gibt mir ein gutes Gefühl. Die Aufgaben, die ich im Moment meide sind nicht schwer, nicht blöd, ziemlich schnell zu erledigten und doch, schreibe ich nun lieber eine Antwort auf Deinen Artikel. Das bedeutet, zu formulieren, nachzudenken und sich mit dem Gesagten zu befassen. Also genau das, was ich mit der vor mir liegenden Arbeit auch machen darf. Und doch… Vielleicht ist es auch das immer wieder Neue, die Faszination sich in andere “Energien” zu bewegen und sich daran zu erfreuen. Mir hat Dein Artikel daher viel Freude gemacht.
    Danke für die Ablenkung
    Andreas

  5. In der Tat ist es schwer, sich dem Informationsaufkommen entgegenzusetzen. Unser Gehirn will da nicht unbedingt mitmachen, schliesslich wird es auf Entzug gesetzt.

    Ich kämpfe da auch jeden Tag mit der Sucht nach Information. Tadam App hilft mir dabei, bestimmte Zeitabschnitte ungestört produktiv zu arbeiten.

  6. Hey Ellen,
    Wahre Worte, die Du schreibst. Das Maß an Überreizung ist zwar sicherlich recht individuell zu bemessen, ich zähle aber ganz klar zu denjenigen, die sich A: recht schnell ablenken lassen und B: schneller erschöpft sind als andere, die sich scheinbar ewig vor dem Bildschirm aufhalten können. Ich bin Online-Redakteur und muss daher viel zwischen Recherche, Text- und Grafikerstellung und Ausgabe hin-und-herspringen, anfangs resultierte diese Form der Einteilung in nur wenig produktivem und effektivem Output.

    Inzwischen trenne ich Arbeitsschritte viel konsequenter, d.h. ich teile mir ein Zeitfenster für die Recherche meiner Themen ein, erst wenn ich die komplett habe, meist erst einen Tag später, beginne ich mit der Artikelerstellung. Ein weiterer Schritt ist die Grafikbearbeitung und Artkellayout und nach einer Pause folgt erst die Korrektur des Geschriebenen (wieder in mehreren Durchläufen). Da kommt sehr viel Arbeitszeit zusammen, daher versuche ich inzwischen möglichst wenig in Social Networks aktiv zu sein und E-Mail verkehr auf ein Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt dort ist doch sehr zeitraubend und bringt ein großes Durcheinander im Kopf, dafür wenig Wichtiges. Dennoch muss ich dort auch meine Artikel einstellen und ein wenig Social Management betreiben – ganz ohne geht also auch nicht, außerdem profitiere ich ja auch davon.

    Ich möchte aber auch betonen, dass mir deshalb die Themes und Services von Euch so gut gefallen, nicht nur wegen der Schlichtheit, sondern auch deshalb weil mir der Umfang aus einer Hand sehr entgegen kommt und für mich persönlich optimal ist. Ich finde hier tolle Designs, Anregungen (Theme-Showcase), Antworten im Forum und.und.und. Auch das hilft mir dabei fokusiert zu bleiben, weil ich mich in dieser Hinsicht kaum noch wo anders umsehen muss.

    In der Mittagspause helfen mir meine 2 Hunde beim Gasigehen dabei den Kopf wieder frei zu bekommen.

    Vielen Dank für Eure tolle Arbeit!

  7. Hallo Ellen,

    manchmal hat Ablenkung schon seine Vorteile, sonst hätte ich Deinen Beitrag nicht so schnell entdeckt. ;-)

    Ich habe mir “Rituale” erschaffen, weil ich weiss, dass unser Gehirn daraus schneller Gewohnheiten werden lässt. So stecke ich beispielsweise ganz bewusst am Morgen das LAN-Kabel erst ab 11:00 Uhr in den Rechner und bis dahin arbeite ich ab, was auf der “Offline-ToDo-Liste” steht.

    Ein anderes Ritual ist, dass ich mir meinen Kaffee selbst aufbrühe, anstatt ihn einfach aus der Maschine zu lassen. So habe ich Pause und “Achtsamkeit” verbunden und geniesse meinen Kaffee viel mehr.

    Generell fahren wir “Internet-Spaziergänge” sehr zurück, denn es wird immer “mehr”, was an Informationen um uns herumschwirrt.

    Unser bestes Ritual ist es, bei schönem Wetter in den Wald zu gehen, über die Mittagspause. Das bringt Klarheit und neue Energie.

    So, nun habe ich mich auch wunderbar ablenken lassen! :-)
    Ich geh’ dann mal in den Wald :-)

    Beste Grüße

    Frank

  8. Hallo Ellen,

    genau diese Unproduktivität durch Ablenkung hat mich eine ganze Weile auch beschäftigt. Gerade dieses hin und her – von den meisten Leuten liebevoll als Multitasking bezeichnet – bewirkt eigentlich nur, dass man vieles auf einmal viel langsamer macht.
    Da ich viel im Internet zu tun habe beruflich kann ich es natürlich nicht komplett weglassen, habe für mich allerdings die Lösung gefunden auf den internetlosen Laptop zu wechseln wenn ich mich wirklich auf eine Sache wie längere Texte schreiben fokussieren muss. Inzwischen bin ich auch dazu übergegangen den PC teilweise komplett auszuschalten wenn ich ihn mal 1h nicht brauche, einfach um der Versuchung nicht so schnell zu erliegen etwas Nachzuschlagen/emails zu checken etc.
    Viele Grüße,
    Anne

  9. Hallo Ellen,

    danke für deinen selbstkritischen und selbsterkennenden Artikel. Ich teile deine Meinung und bemerke jeden Tag, wieviel Zeit verschwendet wird. Meine Anwesenheit bei Facebook und Konsorten ist zeitlich begrenzt, bekomme aber trotzdem mit, wieviele Leute dort von morgens bis abends aktiv sind – und zwar nicht solche wie du und ich, also Freiberufler, sondern Angestellte. Was die ihrem Arbeitgeber (und damit der Volkswirtschaft) an produktiver Arbeitszeit stehlen … halte ich für eine interessante Angelegenheit.

    Was mich persönlich betrifft, so finde ich es sehr schön und auch inspirierend, hin und wieder im Internet zu stöbern, und so lande ich auch bei Euch regelmäßig bei euch. Oft auch unbsichtlich, dann nämlich, wenn ich nach einem Begriff im Zusammenhang mit WordPress google. Diesbezüglich seid Ihr sehr gut “aufgestellt”.

    Mein Mailserver ist den ganzen Tag über aktiv – obwohl wirklich jede Mail sofort beantwortet werden muss. Aber: die Neugierde siegt.

    Was ich mir vor kurzem abgewöhnt habe: den Computer bis zur Schlafenszeit anzulassen. So gegen 19.00 Uhr schalte ich ihn ab und widme mich danach meinem Leben ohne Internet.

    Herzliche Grüße von Renate

    P. S.: Wenn du magst, kannst meinen Blog gern mit deiner Show-Case-Seite verlinken.

  10. Wenn ich an Designs oder neuen Webseiten sitze, mache ich Facebook, Twitter und Co. aus. Am Wochenende bin ich so gut wie nie im Internet.

    Als jemand, der vor dem Internet noch eine Menge mit seiner Zeit anzufangen wusste, kann ich auch mal ein oder zwei Tage ohne Internet gut leben und auch arbeiten!

  11. Einfach bewusst 25. Februar 2014

    Hallo Ellen, hallo zusammen,

    spannender Beinah-Offtopic-Artikel! Uch weiß schon, warum ich Euch im Feed-Reader habe ;-)

    Ich bin der Meinung, dass weniger mehr ist, in fast allen Dingen, auch in der Online-Zeit. Beschäftige mich schon länge dem Minimalismus und kenne natürlich die beiden Blogs von Leo Babauta. Auch den Blog von Tammy Strobel kann ich empfehlen. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann in einem 12 Quadratmeter (kein Schreibfehler!) großen Häuschen.

    Drei einfach Grundsätze helfen mir persönlich, dass ich nicht zu lange und zu unfokussiert am Rechner arbeite:
    1. Am Vorabend oder am Morgen eine To-Do-Liste aufstellen, allerdings mit maximal vier To-Dos, die dann aber auch wirklich erledigt werden.
    2. Nicht mehrere Sachen gleichzeitig machen. Also die E-Mails abarbeiten, danach den Blogartikel schreiben, dann zu Mittag essen, im Anschluss …
    3. Abschalten lernen. Also nicht auch abends auf der Couch oder in der Kneipe mit Freunden E-Mails checke und auf Facebook blubbern.

    Habe kürzlich auf meinem Blog einen Artikel geschrieben, der in diesem Zusammenhang passen könnte: 25 Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst (innerhalb einer Stunde)

    Ich geh jetzt offline ;-)

    Viele Grüße aus Franken

    Christof

  12. Mir ist auch aufgefallen, dass ich besser schreiben kann, wenn ich einfach nur ein Blatt Papier und einen Stift in der Hand hab. Meine Rezensionen verfasse ich daher immer erst schriftlich ehe ich sie abtippe und online stelle :)

  13. Dieses Thema beschäftigt mich ebenfalls. Ich empfinde meine Arbeitsweise inzwischen als chaotisch, obwohl ich ein sehr ordentlicher Mensch bin und gerne ordne und organisiere. Vor einigen Wochen las ich diesen Artikel, der mir die Augen geöffnet hat:

    http://www.eisy.eu/mein-arbeitstag-ist-struktur-pur/

    Seit gestern erfasse ich meine Tätigkeiten mit der kostenlosen Timesheet App auf dem Handy. Zudem versuche ich, mich nicht ständig ablenken zu lassen. Als das Internet noch neu war, surfte ich vom Ersten ins Hundertste. Ich fand eine interessante Seite mit noch interessanteren Links, denen ich folgte, um noch mehr spannenden Links zu folgen. Schnell waren 20 Fenster offen (Tabs gab es damals noch nicht) und ich hatte inzwischen vergessen, wonach man suchte und was das Thema war.

    Irgendwie geht es mir immer noch so (oder wieder). Jetzt ist es nicht mehr nur lesen, sondern lernen. Die Links sind “sinnvoll”: das muss ich mir ansehen, weil es wichtig ist für meine Seiten, jenes für SEO, etwas anderes muss ich lernen, weil… usw. Immer lernen, jeden Tag, immer mehr Neues muss in den Kopf. Das ist schon Wahnsinn. Eigentlich würde ich jetzt gerne mal vom Gelernten profitieren, doch das scheint nicht zu funktionieren. Immer wieder muss ich recherchieren, weil eben doch ein Detail noch fehlt.

    Seit dieser Woche bemühe ich mich, mit 3 Browserfenstern zu arbeiten:

    – Ideen für Artikel
    – Wissen, Lernen
    – alles andere (Feedly, G+ und private Dinge)

    Interessante Links, denen ich unbedingt folgen muss, folge ich nicht gleich, sondern lege sie in eines der 3 Fenster und arbeite weiter. Wenn dann Zeit ist, kümmere ich mich darum. Das Problem kennt Ihr sicher auch. Jeden Abend türmen sich -zig “aufgesparte” Webseiten und die Zeit, diese alle zu lesen und zu lernen, ist gar nicht vorhanden. Was tun? Favoritenordner anlegen wie “später durcharbeiten”, “noch zu lesen”, “Interessantes”, “was ich auch noch wissen sollte”?

    Wie auch immer, mein Arbeitsstil muss sich ändern.

  14. Gerade für die Fitness ist es wichtig, dass man regelmässig seine Pausen macht und auch mal abschalten kann. Glaube da muss man ganz klare Grenzen ziehen

  15. Definitiv müssen wir bewusster mit dem Internet umgehen!
    Aber das erst einmal hinbekommen? Ach Gott, da will ich nicht drüber nachdenken.

    Danke für den Artikel!

  16. Es hilft ein Hobby zu haben, für das man sich feste Zeiten reserviert und welches definitiv Ohne Internetanbindung funktionieren kann.

    Ich höre viel Musik über eine über die Jahre exquisit gewachsene HighEnd Anlage oder gehe wandern.

    Leider drängen in diese Hobbies auch schon die Netzwerke ein. Oft sehe ich die Geocacher rumlaufen nur auf Ihren GPS Empfänger sehend (eigenlich an der ursprünglichen Grundidee vorbei) und selbst wird viel Musik bei mir schon vom Rechner gestreamt ( natürlich flac 24bit und mehr als 88kHz ).
    Und eigentlich plane ich momentan Büro und Wohnung zusammenzulegen, aber unter diesem Aspekt müsste ich das eigentlich verwerfen. Andererseits ist Berufsverkehr auch nicht sehr kreativ.
    Das mit den Apps am Mac wäre mal eine Maßnahme um den Zeitüberblick mal zu erhalten.

  17. Es hat schon etwas und auch mir ist es oft passiert das man im Netz “abgleitet” und letztendlich sein eigenes Ziel verpasst und nicht schafft , was vielmals durch Links auf andere Seiten geschieht. Eine zeitliche Regelung finde ich gut und werde ich mal bei mir umsetzen einfach um effizienter zu arbeiten und zu verarbeiten.

  18. Sehr guter Blogpost, dem ich nur gänzlich zustimmen kann. Das Internet bietet eine Informationsflut, die wir gar nicht mehr aufnehmen können. Und es ist ja nicht nur das Internet alleine, sämtliche weitere Umweltaspekte (Telefonanrufe, Kollegen, Arbeitsumfeld etc.) kommen ja noch dazu.

    Ich befürworte deshalb, auch mal abzuschalten und bewusster mit dem Internet umzugehen. Meiner Meinung nach, betrifft dies allerdings nicht nur das Internet selber sondern auch die Verfügbarkeit. Heute ist man es sich gewöhnt, dass jeder immer und überrall erreichbar ist. Deshalb sollte man auch das Handy abschalten. :)

    • Ich schalte mein Handy gar nicht erst an, liebe Chelsea. Wenn ich am Arbeiten bin, bin ich erreichbar. Wenn ich unterwegs bin, bin ich halt mal nicht erreichbar. Man muss nicht ständig erreichbar sein. Ich ruf inzwischen nicht mal mehr die Nummern zurück, die auf meinem Festnetz-Telefon erscheinen. Es sei denn, ich kenne den Anrufer. Ansonsten gilt für mich die Devise: wer mich erreichen will, wird das schon tun. Kann mir ja auch ne Mail schicken … und je nachdem, was drin steht, antworte ich auch darauf. :-)

  19. Interessanter Artikel. Hab seit kurzem festgestellt, was man alles Sinnvolles in der Stunde erledigen kann, in der man sonst mehr oder weniger sinnlos im Netz herum surft. Das ist echt eine Menge. Deshalb schalte ich nach Arbeitsende meinen Rechner aus und spring nicht immer zwischen Kind und Haushalt noch schnell ins Büro, um zu checken, ob nicht noch ganz was wichtiges hereingeschneit ist ;-)
    Und zum Thema Telefon und Handy – außerhalb meiner Arbeitszeiten, müssen die Anderen dann halt geduldig sein. Wie Renate auch schon gesagt hat, wer mich erreichen will, wird das schon tun. Die Welt geht sicher nicht unter, weil man einen Anruf oder einen Post verpasst hat.
    Deinen hier liebe Ellen, habe ich diesmal auch nur gefunden, weil ich noch schnell das Theme Bundle erneuern wollte. Hab ich nämlich vor lauter Konsequenz beim Rechner-Ausschalten glatt vergessen ;-)
    Schönes Wochenende noch an alle

  20. Hallo Ellen,
    es ist in der Tat nicht einfach den Input aus dem Netz zu kontrollieren. Ich persönliche checke meine E-Mails zweimal am Tag – morgens und spät nachmittags. Beim Bloggen arbeite ich grundsätzlich in mehreren Phasen, was dem “Abdriften” durchaus entgegenwirkt: Als erstes erstelle ich ein Artikelgerüst, ausschließlich aus eigenem Wissen und persönlichen Erfahrungen und zwar offline. Erst danach recherchiere ich im Internet und erweitere den Blogartikel um Fakten und interessante Aspekte. Außerdem mache ich jede volle Stunde eine 15-minütige Pause und lenke mich bewusst von der Arbeit ab (z.B. in dem ich themenrelevante Blogs lese :D ). Das schafft auf jeden Fall Abhilfe, so dass sich die Sucht nach mehr Informationen und Ablenkung nicht stauen kann ;)

  21. Hi zusammen,

    Auch als Österreicher bin ich in diese Falle schon oft getappt. Ich neige auch dazu, von einem Link zum nächsten zu springen, statt mich dann wieder einem meiner Comedy-Texte zu widmen. Inzwischen nutze ich sogar Apps die mir den Bildschirm bis auf das aktive Fenster “wegblenden”. Was sich, so wie viele auch, empfehlen kann, ist einen Ortswechsel beim Schreiben.

    Ich gehe oft in Wien in die österreichische Nationalbibliothek wo das Handy aus, die Atmosphäre so schön “Buch- und Textlastig” ist und trotzdem andere Menschen sind. Da gehe ich wie in ein Büro dann täglich hin, sofern ich in Wien bin.

    Mir ist als Blogger allerdings noch was anderes aufgefallen. Seit ich selber viel blogge hänge ich oft stundenlang im Backend meines eigenen Blogs und versuche ihn ständig zu optimieren. Dabei meine ich nicht inhaltlich, vor allem technisch. Ich probiere Plugins aus. Spiele mit den Einstellungen. Und ganz ehrlich, dabei läuft die Zeit noch viel schneller. Ich muss mich da jetzt öfters selbst bei der Nase nehmen und mich erinnern, dass es um Inhalte und nur bedingt um Technik geht. Aber Spass macht es schon.

    Grüße aus Wien,
    Niko 8-)

  22. Hey Ellen,

    danke für den Beitrag!
    Kann den genannten Punkten nur zustimmen.

    Wichtig ist es auch sich wöchentliche Ziele festzulegen und sich den Tag, wie du es bereits gesagt hast, mit einer ToDo List einzuplanen.

    Was ich seit neustem immer mache, ist meine komplette Zeit zu tracken (zum Beispiel mit toggl.com). Das hilft ebenfalls den Fokus beizubehalten und sich einen Überblick über den Arbeitstag zu verschaffen.

    Liebe Grüße
    Thorben

  23. Vielen Dank für den Artikel, der mich wieder daran erinnert hat, wie wichtig es ist, die Ablenkungen zu reduzieren. Und danke auch für den Hinweis auf zenhabits, das wirklich sehr inspirierend ist!

  24. Schöner Artikel. Ja, auch mir fällt das Fokussieren häufig nicht leicht. Was mir geholfen hat, ist z.B: ein Addon für Firefox namens Leechblock (es gibt auch für Chrome & Co auch andere). Dort kann man Zeitkontigente für Facebook & Co vergeben. Ruft man dann als Übersprungshandlung wieder mal Facebook auf, erscheint ein Warnhinweis. Ein anders Tool, das mir hilft ist Pocket. Damit kann ich interessante Artikel -die ich so nebenbei finde – einfach speichern und später offline auf dem Smartphone lesen.

  25. Deine Tipps sollten nicht nur Webworker beherzigen, eigentlich gelten diese für alle, in unserer vernetzten Welt.
    Einfach einmal durchatmen, und nicht gleich nach dem absenden einer E-mail, eines Kommentares, etc.,
    auf eine Reaktion hoffen.
    Ich denke, dass würde unser Leben ein klein bisschen “entschleunigen”, und das Leben geht trotzdem weiter.

  26. Guter Artikel & auch sehr interessante Kommentare. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Einteilung des Arbeitstages, regelmäßige Pausen und kleinere Belohnungen nach getaner Arbeit – Tasse Kaffee etc., helfen, sich besser zu konzentrieren und effektiver zu arbeiten.

  27. Hallo Ellen,

    was hat Steve Jobs einmal gesagt? „Mach´s nicht besser, mach´s anders!“ Wer sich immer nur an der Arbeit von anderen orientiert, wird niemals besser werden und seinen eigenen Stil finden können. Es wird immer Einen geben, der etwas besser macht als du. Damit habe auch ich mich abgefunden, aber der Konkurrenzkampf ist schon hart. Auch muss man sich ständig auf dem Laufenden halten, was neue Trends und Stilrichtungen angeht. Wir bekommen automatisch das Gefühl vermittelt, das wir in unserer schnelllebigen Welt hinterher hängen oder etwas wichtiges verpassen könnten, sobald wir auch nur für 2 Tage nicht online sind…

    Kennt ihr das auch? Nach dem Urlaub, wenn ihr wieder in Deutschland seit und euer Mobilfunkanbieter eine SMS verschickt mit der Info, dass ihr wieder Netz habt… Was tut ihr dann als Erstes?

    … denkt mal darüber nach ;) Ich bin aber leider auch nicht besser XD

    P.S: Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass das ständige Abrufen von Informationen unser Belohnungssystem im Gehirn stimuliert. Wie Schokolade, oder halt Drogen. ;)

  28. Ich kann vielen Vorrednern nur beipflichten. Den Fokus nicht zu verlieren, fällt in der heutigen Zeit schwerer als je zuvor. Sicher geht jeder anders damit um, sich Selbstdisziplin zu verordnen, um nicht immer wieder von der Arbeit abgelenkt zu werden.

    Man darf sich selbst auch nicht zu sehr unter Druck setzen, ganz gleich welches Projekt oder man denkt, die Zeit ist mal wieder zu eng bemessen. Feste Auszeiten nehmen, störendes bewusst ausmachen oder abschalten und sich regelmäßig was gutes tun – auch wenn die ersten beiden Sachen am Anfang schwer fallen, Geist und Körper werden es einem danken und man merkt schnell, dass die Arbeitsleistung nicht darunter leidet.

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