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Diskussionsanregung: Wie soll man im Web mit Kritik umgehen?

Neulich habe ich auf einem anderen Blog gelesen und es hat mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken, wie brutal die kreativen Arbeiten anderer dort in die Kritik genommen wurden und meiner Ansicht nach unnötigerweise respektlos behandelt und negativ bewertet wurden. Natürlich kann man argumentieren das jeder, der kreative Arbeiten im Netz veröffentlicht selbst schuld ist und mit Kritik umgehen muss. Denn schließlich wird ja niemand dazu gezwungen, sich der öffentlichen Kritik überhaupt auszusetzen. Doch eine solche Antwort ist meiner Meinung nach keine ganz faire und durchdachte Argumentation. Das Internet und gerade Blogs sollten doch dazu da sein, jedem eine eigene Plattform zu bieten, sich selbst auszudrücken, kreativ zu sein und Neues auszuprobieren.

Respektvoller Umgang miteinander

Natürlich setzt sich jeder, der etwas Persönliches von sich veröffentlicht (ganz egal ob eigene Texte, Fotografien, Zeichnungen oder Design) auch kritischen Stimmen aus. Doch gerade wenn jeder jeden kritisieren kann, ist es doch besonders wichtig, verantwortungsvoll und respektvoll miteinander umzugehen und Kritik immer so zu formulieren, dass sie konstruktiv ist und den Kritisierten wenn möglich weiterbringt.

Ich denke jeder, der schon einmal eine persönliche Arbeit vor anderen präsentiert hat, kennt das unschöne Gefühl kritisiert zu werden. Ich habe z.B. auf einer Kunsthochschule studiert und selbst viele der Professoren dort hatten nicht unbedingt die Gabe, die Studenten zur Verbesserung der eigenen Arbeit zu motivieren, sondern sind sehr vernichtend mit den Arbeiten von Studenten umgegangen.

Kritik, die weiterhilft

Doch Kritik muss nichts Schlechtes sein und kann (wenn richtig formuliert) unheimlich motivieren und anspornen, die eigene Arbeit zu verbessern.

Solch konstruktive Kritik zu geben, ist gar nicht so schwierig wie man vielleicht denkt und die Energie, die man sowieso schon ins Kritisieren investiert, hat dann auch wirklich einen Nutzen.

Hier ein paar Tipps, die ich persönlich sehr hilfreich finde:

  • Kritik immer aus der eigenen Perspektive formulieren und “meiner Ansicht nach”, “meiner Meinung nach”, “ich denke” u.s.w. im Satz voran setzen.
  • Sich immer in die andere Person hineinversetzen, bevor man Kritik ausspricht.
  • Nicht zu schnell urteilen, sondern sich selbst immer erst etwas Zeit geben und eine Arbeit auf sich wirken lassen. Mir selbst ist es schon viel zu oft so gegangen, das mir zuerst etwas gar nicht gefallen hat, von dem ich kurze Zeit später total begeistert war.
  • Immer daran denken, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass man diese Einzigartigkeit mit Respekt und Toleranz behandeln sollte.
  • Verantwortlich handeln, gerade im Web, wo Kritik (da oft anonym möglich) einem leichter fällt, als es vielleicht bei einer persönlichen Begegnung der Fall wäre.

“Jeder Mensch ist ein Künstler.”
Zitat von Joseph Beuys

Wie ist deine Meinung?

Welche Erfahrungen hast du schon im Umgang mit Kritik vor allem im Web und auf Blogs gemacht und wie ist deine Meinung/Einstellung zu diesem Thema? Über deine Erfahrungen, deine Tipps und dein Feedback freue ich mich sehr!

43 Kommentare

  1. Ja, Du hast recht. Viele Menschen benutzen die relative Anonymität im Netz um ihren eigenen Frust abzubauen. Beliebt ist dabei andere Menschen klein zu machen um sich selber zu erhöhen.

    Das Problem ist, das Menschen mit Respekt und “normaler” Kinderstube deinen sehr schönen obigen Text nicht benötigen. Alle anderen lesen diesen Text nicht, oder er interessiert sie nicht. Sie verfolgen ihr eigenes Konzept ;-)

    Ps. Fehler in der URL beseitigt :-)

  2. Hi Ellen,
    interessantes Thema schneidest du da an.
    Ich bin selbst noch nicht in die Lage gekommen auf unangemessene Kritik reagieren zu müssen. Allerdings übe ich gern Kritik und habe u.a. erst vor einiger Zeit ein Musikalbum meines Lieblingsmusikers “verrissen”. Ich habe diese Kritik nicht unbedacht geübt, jeden Satz auf die eigene Goldwaage gelegt. Das strengt an und ist nicht einfach. Letzlich ist eine Kritik entstanden, die nicht persönlich angreift sondern das Produkt selbst sehr differenziert “auseinander nimmt”. Und darauf sollte meiner Meinung nach jegliche Kritik auch im Web beruhen: sie muss sachbezogen sein und die gesellschaftsfähigen persönlichen Grenzen achten und respektieren. Nur dann kann Kritik hilfreich sein, ohne zu verletzen.
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  3. Ich wundere mich immer, warum man Menschen den Umgang miteinander im Web erklären muss. Es ist kein anderer als im “realen Leben”. Ein Mindestmaß an Respekt und Anstand kann man hier wie dort erwarten. So sollte es sein, ist es aber leider oft nicht.

    Ich setze mich gerne konstruktiver Kritik aus, denn dadurch kann ich lernen. Ich habe aber keinen Bedarf an trolligem Bashing. Besonders nicht von Leuten, die selbst nichts zuwege bringen und nicht den Mund aufbrächten, würden Sie mir gegenüberstehen.

    Eigentlich ganz einfach. Es ist wie im richtigen Leben…nein, es IST das richtige Leben!

    • Michael, das sehe ich auch so. Die Kommunikation im Web ist wie wie im realen Leben und eine Mail wie ein Brief – nur ein anderes Medium. Ich finde es immer wieder unmöglich, sich wie eine Wildsau in der “Anonymität” auszutoben oder formlose Mails (alles klein, keine Interpunktion) zu schreiben. Der Anstand und das Benehmen leidet ziemlich unter neuen Medien…

  4. Sehr gute Gedanken zu dem Thema. Vielen Dank dafür!
    Konstruktive Kritik finde ich gut und wichtig – wenn sie denn bedacht und mit dem nötigen Respekt geäußert wird. Wenn es aber nur darum geht andere niederzumachen, um sich selber besser zu fühlen, dann ist es einfach nur arm, unnötig und destruktiv. Menschen, die (gerade im Web) so agieren, lassen tief in die eigene Seele blicken.

  5. Richtig. Kritik kann auch was Positives sein. Der Ton macht halt die Musik. Immer wieder schade, dass manche Leute auch einfach keine Feedbackregeln beherrschen. Es tut nicht weh und fördert einen respektvollen Umgang miteinander.

  6. Sehr guter Beitrag. Das ist mir auch schon aufgefallen.Ich gehöre ja zur Riege der Texter und hab dort auch schon eine gewisse “Stutenbissigkeit” festgestellt.

    Kritik von Fremden oder anonyme Anfeindungen kann ich aber nicht ernstnehmen. Mir ist die Meinung von vertrauten Personen viel wichtiger – und diese Kritik nehm ich auch an.

    Man sollte sich nicht auf dem Rücken anderer profilieren müssen. Gerade im Netz kann man sich sehr gut darstellen und andere niederknüppeln, aber irgendwann droht Gefahr, dass die Fassade brökelt ;)

  7. Ich stimme meinen Vorrednern bzw. -schreibern zu: es ist wie im richtigen Leben bzw. es ist das richtige Leben. Und ja, jeder ist ein Künstler, denn alles was wir veröffentlichen ist gewissermaßen ein Ausdruck unserer selbst. Aber nur weil etwas öffentlich wird, heisst es nicht, dass es zum Abschuss frei gegeben ist.

    Negative Kritik sollte man m.E. ohnehin nur dann üben, wenn man dazu eingeladen wird und jemand Feedback wünscht. Oder wenn die Sache (eine Unternehmensentscheidung zum Beispiel) einen direkt betrifft.

    Eine Wurzel des verbreiteten Bashing-Verhaltens sehe ich in der Schule, wo man regelrecht lernt, das Negative an den Dingen zu suchen (wo ein pro dort auch ein contra) und eine Kultur des harten Urteils vermittelt bekommt. Außerdem kann man mit einem extremen negativen Urteil mehr auffallen, als mit einem positiven, das vielleicht nur etwas bestätigt (wie langweilig ;) ).

    Der andere Aspekt ist: wie gehe ich selbst mit unkonstruktiver Kritik um?
    Also, ich finde nicht, dass man sich alles reinziehen muss! Rein praktisch bedeutet das: löschen, löschen lassen, ignorieren, blocken. Nein, man muss und darf nicht alles stehen lassen. Was destruktiv ist, kann weg!

    Danke Ellen, dass Du mit Deinem Beitrag dazu beiträgst, dass sich ein größeres Bewusstsein für das Thema entwickelt.

    • Hallo Andrea,

      machst du dir mit dem Löschen nicht zu viel Arbeit? ;-)

      Zunächst ist es doch so, dieses unqualifizierte Bashing ist doch gar keine Kritik im eigentlichen Sinne. Es schadet auch nicht dir, sondern mehr dem Scheiberling (oder sollte ich sagen Schmierfink?) selbst.

      Ein weiterer Nachteil des Löschens ist auch der “sportliche” Aspekt, dem Basher wir es langweilig, wenn du seine Ergüsse stehen lässt und das Thema erledigt sich von selbst. ;-)

      Ich persönlich würde den Eintrag einfach stehen lassen und ignorieren. Ignorieren ist schließlich auch eine der härtesten Strafen. “Ich provoziere und es kommt nichts zurück? Aua – das tut aber weh!”

  8. kritik ist wichtig und notwendig, meiner ansicht nach auch dann, wenn sie emotional geäußert ist, also nicht ausschließlich bedacht und abgewogen. allerdings unter der bedingung, dass es sachbezogen ist. und das scheint mir das problem zu sein in vielen foren-diskussionen. sehr schnell wird eine widerstrebende meinung anlass zu beleidigungen oder angriffen auf die person, die sie geäußert hat, und damit ist die diskussion vorbei.
    da hilft nur eine moderation.

  9. Thorsten Panknin

    Wer beleidigende Kritik damit begründen will, dass man (sinngemäß) “selber schuld sei, wenn man sich schon der Öffentlichkeit präsentiere”, liegt komplett falsch. Sich einem breiten Publikum zu zeigen, erfordert natürlich einen Umgang mit Kritik. Das bedeutet aber keinen Freischein für herablassende, übermäßige oder vernichtende Reaktionen.

  10. Ja, solche Kritik kann einen schon hart treffen und mitunter den ganzen Tag versauen, zumindest dann, wenn man ein leichtes Nervenkostüm hat. Ansonsten hilfts ja, wenn es auf dem eigenen Blog ist – einfach nicht veröffentlichen oder einen Gegenartikel zu verfassen, wenn es einem die Sache wert ist.

    Ich hatte das selbst schon mal ausprobiert (es war in einem Forum) und die Leute gefragt, warum die so drauf sind, es wurde nur noch schlimmer …

  11. Hallo Ellen,
    Als Journalist kann ich da auch ein paar Tipps dazu geben. Den Bloggern würde ich dazu raten, objektiv zu bleiben und sich in ihren Artikeln möglichst auf Fakten zu stützen. Wenn es die eigene Meinung ist, sollte man sie auch als solche kennzeichnen. Dann tritt man auch keinem auf den Schlips ;)

    In den Redaktionen dieser Welt geht man meistens auf Kommentar- und Foren-Kritik ein, sofern sie sachlich ist. Da kann der Autor auch schon mal zugeben, wenn er einen Fehler gemacht hat. Und immer schön freundlich bleiben. Sobald eine bestimmte Grenze (persönliche Beleidigung, üble Nachrede, Nötigung und andere gesetzeswidrige Reaktionen), wird einfach gelöscht. Zensur hin oder her.

    Viele Grüße, Mirko

  12. nic

    Hallo Ellen!

    Danke – wieder einmal – für diese Zeilen.
    Nun. Früher oder später wird jeder Blogger mit diesem Thema konfrontiert. Wenn (scharfe) Kritik anfällt, dann nehme ich es zur Kenntnis; schlafe jedoch eine Nacht (oder mehr) darüber. Ist wie mit dem Email-Verkehr, der ja im ersten Augenblick auch in den falschen Hals geraten kann. Danach lese ich das Statement nochmals sorgfältig durch. Und NEIN; es wäre falsch, wenn Besucher/Innen jeweils nur objektiv und sachlich einen Kommentar hinterlassen würden. Das ist der falsche Ansatz – meines Erachtens. Auch wenn es schwer fällt, im Anschluss dafür die richtigen Worte zu finden. Oder überhaupt darauf zu antworten. Doch schlussendlich gibt es da die eine oder andere (technische) Option, einen (bösen) Kommentar zuzulassen oder eben nicht. Lässt man ihn zu, dann nimmt man diesen auch in Kauf. Mit allem drum und dran.

    Grüsse, nic

  13. Ich schreibe häufig Bewertungen zu Hotels und Restaurants, aber auch zu Apps oder sonst was. Ich hatte die letzten Monate eher dein Eindruck, dass Bewertungen fundierter geworden sind und ernster genommen werden. Es reicht nicht mehr, einfach zum Ausdruck zu bringen, dass man etwas nicht gut findet. Es könnte nachgefragt werden. Dann sollte man gut begründen können, falls man das nicht schon in der Bewertung gemacht hat. Deshalb stelle ich mir immer vor, ich würde im TV zu meiner Kritik interviewt. Und entsprechend verfasse ich meinen Text, nehme Füllwörter raus, damit Infos konzentriert werden, achte darauf, nicht abzuschweifen und bin sehr auf einen respektvollen Ton bemüht. Ich will ja einen guten Eindruck machen im TV, ich will, dass die Leute sagen: Hey, die hat sich was überlegt, die kritisiert konstruktiv. Kommentare sollen weiter führen, nicht stoppen. Kommentare sind doch ein Beitrag zur Weiterentwicklung, zur Evolution. ;) Böse und dumme Menschen gibt es leider überall. Ich kann sie gut ignorieren.

  14. Leider ist die Feststellung ja generell richtig. Aber bei gesellschaftlich sehr strittigen Themen muss man mit unbeherrschten oder sogar beleidigenden Kommentaren wohl rechnen. Das gehört zu diesem Medium, weil viele Leute sich einfach nicht mehr im Griff haben. Es klang schon an, dass viele die Anonymität des Webs für ihre Tiraden missbrauchen. Ich denke, dass wir dieses Phänomen nicht in den Griff kriegen werden. Mit gutgemeinten Regeln ist es längst nicht mehr getan. Da müssen andere Maßnahmen getroffen werden.

    Erst heute habe ich erlebt, wie ein politischer Blog geschlossen wurde, weil der Autor sich – wie ich vermute – durch sehr kritische Äußerungen seiner Leser dazu entschlossen hat.

    Mich ärgert solche Unhöflichkeit besonders dann, wenn es um die kreative Arbeit anderer geht. Da wird mit viel Zeiteinsatz und Liebe gestaltet und vorgestellt und das Ergebnis anderen (zum Teil sogar gratis) zur Verfügung gestellt. Zum Dank hagelt es Kommentare, deren Autoren sich scheinbar gegenseitig mit “Gemeinheiten” überbieten wollen.

    Ich räume ein, dass ich selbst in dieser Beziehung ziemlich empfindlich bin. Allerdings gehöre ich nicht zu den Leuten, die zwar ordentlich austeilen aber dafür nicht nicht einstecken können – wie man so sagt.

  15. Vielleicht lassen sich deine Argumente mit einer weiteren Sichtweise ergänzen: Mir fällt es negativ auf, dass viele Blogger ehrliche Kommentare löschen die nicht dem Wortlaut “Gut gemacht, weiter so, fantastisch …” entsprechen. Es werden teilweise sogar Blogs ohne Kommentarfunktion weitergeführt. Jede Seite hat Gründe und sollte fair agieren. Das ist umso wichtiger in Zeiten, in denen oft nur noch der blaue Daumen gedrückt wird. Ich möchte Niemanden in der Luft zerpflücken, die Möglichkeit zum Kommentieren sollte mir aber schon eingeräumt werden. Ich könnte jetzt eine Hand voller bekannter Blogs aufzählen, die sich selbst beweihräuchern und austeilen ohne einzustecken. Das Fazit: Entfolgen, Feedabo beenden. Schade. In diesem Sinne ….

  16. kritik darf meiner meinung nach auch mal provozieren – damit meine ich nicht grundlos niedermachen.
    ich möchte nicht immer nur weichgespülte finde-alles-toll-kommentarte lesen.
    auch das immerwährende voranstellen von “meiner meinung nach” usw. würde mich nerven.
    “objektiv” bleiben bei der kritik halte ich für eine illusion.
    sobald ich etwas schreibe, ist es meine meinung (es sei denn, ich schreibe explizit, dass es das nicht ist – aber nicht anders herum).

  17. Das ist richtig, niemand möchte aufgrund seiner Beiträge bzw. irgendeiner anderen Art der kreativen Entfaltung kritisiert werden.
    Auch ich (obwohl durchaus der rüden Art mächtig, wenn man mich nervt) erwarte ein Empathievermögen bei den Besuchern meines Blogs.
    Dies ist Heute leider nicht mehr die Regel.
    Trolle fliegen deshalb bei mir schnell aus den erlaubten Kommentatoren oder werden geblockt.
    Aaaber – genau, denn jetzt kommt ein langgezogenes “Aber” – ist mir eine vernichtende Kritik lieber als wenn jemand gar nicht schreibt, oder ein unpersönliches “like”, “thumbs up”; “Sternchen” – oder was es grad an bequemen Ranking-Möglichkeiten auf der Seite gibt. Das geht ja auch viel schneller, als mal sein Hirn von Notstrom-Betrieb auf “Power on” zu schalten.
    Ich kenne noch die “guten alten Zeiten” als auf Blogs noch diskutiert wurde – bevor die Menschheit entdeckte, dass es ja viel einfacher ist auf Facebook Katzenbildchen zu posten.
    Ich finde es traurig, dass sich bei mir doppelt so viel aus ‘stopforumspam.com’ bekannte Kommentar-Spammer anmelden, als Menschen, die wirklich mal was sinnvolles sagen möchten.
    Witzig finde ich dann die Argumente, warum sich Freunde oder Bekannte nicht bei mir auf dem Blog als Mitglied anmelden. Beispieldiskussion?
    Bitte:
    Ich: Hörmal XXX, du bist doch so fleißig bei Facebook, und Du warst doch schon häufiger auf meinem Blog zum lesen. Schreib doch mal was, damit ich sehe, was die Leser zu meinen Beiträgen meinen.. -
    Besucher: “Oooch, da muss man sich ja jedes Mal anmelden”..
    Ich: “Ach, bei Facebook nicht?”
    Besucher: “Ja schon, aber nur einmal, Facebook merkt sich meinen Namen und beim nächsten Mal muss ich nix mehr machen”
    Ich: was Du meinst hat was mit den Sicherheitseinstellungen deines Browsers zu tun. Bei mir musst Du dich auch nur einmal anmelden..
    Besucher: “Ja, aber da kann man chatten..”
    Ich: “kannst Du bei mir auch..”
    Besucher: “Ja, aber da ist ja keiner”
    Ich: “Ich bin da – und wenn Du kommst, sind wir schon 2 und können chatten..”
    Besucher: “Hmm, aber bei Facebook kann ich Bilder hochladen”
    Ich: “geht bei mir auch – sogar Videos und Musik”
    Besucher: “aber bei Facebook kann ich Farmville spielen”
    Ich: “OK, hast gewonnen, das kann ich nicht toppen…”
    Ich finde es traurig, dass sich selbst Freunde, mit denen man privat verkehrt eher freiwillig die Füße abhacken lassen würden, anstatt Ihr geliebtes Facebook mit den tiefgründigen Kommentaren anderer hirntoter Zombies zu verlassen..
    Ich seh” schwarz für die Blogs..
    Also , beschimpft mich ruhig auf meinem Blog – Hauptsache irgendeiner schreibt überhaupt was…

    liebe Grüße

    Peter (aka Doctor Love)

  18. Hallo,

    Also mot der Kritik ist das so eine Sache. Leser die an meiner Meinung interessiert sind geben in der Regel auch konstruktive Kritik. Andere die nur lästern oder ihren Frust ablassen wollen, von denen distanziert man sich am Besten im Vorfeld. Man kann unangemessene Kommentare ja ohne weiteres blockieren.

    Bei den eigenen Projekten zählt immer nur eines: Lasse dich nicht von Neidern von deinem Weg und deinen Ziele abbringen.

    MfG

  19. Flo

    Hallo zusammen,
    ich habe zu diesem Thema speziell im Bereich Design (Web & Bilder) folgende Feststellung gemacht: Es wird fast grundsätzlich alles schlecht gemacht solange man keinen “guten Namen” hat. Da stellt jemand einen Beitrag ein um sich eine Meinung einzuholen und dann wird erst einmal zerlegt. Wenn man dann Glück hat wird in einem abschließenden Satz vielleicht noch erwähnt das der Ansatz an sich gut gewesen wäre, aber das ist dann auch eher die Ausnahme.
    Ich bin der Meinung das im Netz vieles nur als gut erachtet wird wenn der/die MacherIn auch bekannt sind. Und dann finde ich ist es oftmals so, dass man auch schlechte Inhalte bringen kann und viele finden es gut.

    Wenn etwas kritisiert werden soll, bzw. eine Meinung zu etwas abgefragt wird bekommt man meiner Feststellung nach auch oft nur Wortfetzen hingeworfen auf die man sich dann irgendetwas zusammenreimen kann und die auch oftmals komplett am Thema vorbei sind. Z.B. bei der Präsentation eines Layouts einer Seite wo jemand nur darauf eingeht das die Seite nicht komplett mit html5 und css3 gemacht ist, aber kein Satz zum Layout gesagt wird. Warum wird dann überhaupt was gesagt?

    Die Feststellung die @Peter gemacht hat habe ich auch schon des öfteren gemacht. Ich wurde auch schon im privaten auf Beiträge von mir angesprochen, aber das derjenige/diejenige etwas im Netz auf dem Blog dazu was schreiben das braucht man nicht erwarten.

    MfG
    Flo

  20. Gegen konstruktive Kritik ist nichts einzuwenden. Ich vertrete zur Zeit die Meinung, das jemand der respektlos und rüde kritisiert andere niedermachen möchte um besser dazustehen. Ellen, prinzipiell gebe ich Dir Recht mit Formulierungen wie “Meiner Meinung nach….” Ich verwende diese Satzkonstruktionen nur noch selten, da es ja nur meine Meinung sein kann und das nicht extra betont werden müsste. Allerdings verweise ich immer auf meinen Hintergrund der konstruktiven Kritik.
    Gruß
    Marco

  21. JP

    Jessicas Kommentar passt schon: “Das Problem mit der Kritik im Internet: Wer anonym bleibt, haut am meisten auf die Kacke. Und Trolle machen davon ganz besonders Gebrauch.”

    So ist es. Als Gamer bin ich oft in entsprechenden Foren oder auf Webseiten unterwegs. Was dort teilweise abgeht, ist mit ‘Kindergartenniveau’ noch unzureichend beschrieben. Oftmals hat man den Eindruck, am anderen Ende des Monitors sitzt ein 5-jähriger auf Drogen mit akutem Tobsuchtsanfall.

    Abhilfe? Leider keine. Ein neuer Account ist schnell erstellt, wenn der eigene mal gesperrt werden sollte. Ein wenig helfen noch Systeme, bei denen User selber Artikel bewerten können, die dann bei zu schlechtem Rating automatisch versteckt werden, aber das setzt natürlich eine dahingehend aktive Community voraus.

    Gleiches gilt natürlich überall, wo man pseudonym mitreden kann. Da werden gerne die Kommentare rausgehauen, für die man im echten Leben ganz schnell was ‘auf die Zwölf’ bekommen würde. Irgendwie schalten viele Leute wohl beim Einschalten des PC gleichzeitig ihren Verstand ab…

  22. Rene Dasbeck

    Mit Kritik richtig umzugehen ist oft ein Balanceakt. Reagiert man nicht, verärgert man die, die Reaktionen erwarten. Reagiert man patzig, entsteht schnell Unverständnis. Andererseits darf man auch nicht alles durchgehen lassen, damit Plattformen, wie der eigene Blog, keinen Schaden nehmen. Wichtig ist, dass die die mit Kritikern kommunizieren, eine gewisse Erfahrung und/oder ausreichend Feingefühl haben.
    Ich hab auch mal hierzu was geschrieben, vielleicht erlaubst du mir das zu posten Ellen…
    http://www.netz-gaenger.de/blog/wordpress-tutorials/wie-reagiere-ich-richtig-auf-kommentare-in-meinem-blog

    Was eigene Kritik angeht, sollte man vor dem Äußern immer überlegen, wie man selber darauf reagieren würde. Kritik ist schnell mal geschrieben, ohne groß über Folgen nachzudenken. Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Und im Zweifelsfall einfach mal mit der eigenen Meinung hinterm Berg halten…

  23. Mac

    Es kommt m.E. auf die Art der Kritik an.

    Konstruktive Kritik ist immer gut.

    Kritik nur um des Meckerns Willen ist suboptimal. Ich ignoriere das auch mittlerweile.

    Eine offene Diskussion, die fair ist und mit nachvollziehbaren Argumenten untermauert wird ist vollkommen OK.

    Wer anonym im Netz rumeiert und wild um sich brüllt und andere beleidigt hat meist einen kleinen Schniedel :-) oder hat sonst keine Hobbies. Sich dann damit zu beschäftigen ist einfach nur verschwendete Zeit.

    “Don’t feed the Troll!” ist nicht umsonst entstanden.

  24. Hallo Elen,

    bei “Hier ein paar Tipps, die ich persönlich sehr hilfreich finde:” fehlt meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt:
    Jeder der einen kritischen Beitrag schreiben will, sollte sich zuerst fragen, ob er es besser kann/könnte.

    • “Jeder der einen kritischen Beitrag schreiben will, sollte sich zuerst fragen, ob er es besser kann/könnte.”

      Nicht alles passt dort rein. Vieles kann man eben auch einfach nur “anders” sehen, einen anderen Geschmack haben, anderer Meinung sein, etc. .

      Hier ist auch ein Punkt, der in meinen Augen oft falsch gesehen wird: DIE Wahrheit gibt es selten, oft gibt es viele Wahrheiten zum selben Thema.

  25. Kritik üben zu können ohne beleidigend oder demütigend zu werden ist sicherlich nicht ganz einfach. Ich für mich haben entschieden, auf meinen Blogs, in Kommentaren oder in sozialen Medien nur auf Dinge einzugehen, die mir gefallen, die ich weiter empfehlen möchte und die mich weiter bringen. Und davon gibt es reichlich. Wie beim Fernsehen kann man sich über das schlechte Programm ärgern, oder die Kiste einfach ausmachen und sich mit anderen Dingen beschäftigen.

    Negative Kritik teile ich lieber direkt und persönlich mit. Aber es gibt Ausnahmen: so habe ich in einem Blogbeitrag einmal ein Magento-Buch verrissen, dass ich extrem schlecht fand. Das war nicht ganz billig und stammte von einem Verlag, der normalerweise gute Bücher herausbringt.

    @hansen: Ich denke nicht, dass man nur Dinge kritisieren darf, die man selbst besser machen kann. Das würde bedeuten, das ich als Kunde oder Nutzer nie mit einem Produkt, einer Dienstleistung unzufrieden sein dürfte, außer ich könnte es besser machen. Aber dann könnte ich es gleich selbst machen. Dann bräuchten wir keine Fachleute oder Experten mehr (z.B. für WordPress Themes).

  26. @Thomas

    der Beitrag von Ellen bezog sich auf einen Blog, in dem kreative Arbeiten brutal verrissen wurden, meine Antwort auch. Hat in diesem Fall nicht wirklich was mit Kunden zu tun.
    Einfach den Artikel lesen.

  27. Ja, das ist so eine Sache… Generell ist es richtig, dass jeder, der etwas ins Netz stellt, es dem Feedback anderer aussetzt. Bei Kritik gehe ich von sachlicher(!) Kritik aus (muss noch nicht mal unbedingt konstruktiv sein) und da bin offen für das, was geschrieben wird. Oft hat man bereits einen Tunnelblick und es fehlt die Wahrnehmung anderer Leute, so dass man daraus lernen kann. Unsachliche oder beleidigende Kritik geht gar nicht und würde ich auch löschen. Man darf sich nur nicht dazu hinreissen lassen, etwas zu löschen, was einem nicht passt…

    Ich hatte gerade einen Fall, der gut passt. Ich habe zu einem sehr beliebten Blogbeitrag über die neue Google Bildersuche geschrieben, dass das aus meiner Sicht Diebstahl sei. Ich hatte gleich jemanden an der Backe, der mich offensiv angegangen ist, dass das nicht so wäre, der immer wieder geschrieben hat und mich wohl missionieren wollte. Ich habe irgendwann einfach nur noch geschrieben, dass das meine Meinung sei, ich nicht davon abrücken würde (wobei ich immer lernfähig bin) und dann habe ich nicht mehr geantwortet!

  28. Es ist schon wichtig, dass man – wo es berechtigt ist – auch auf die Kritik eingeht, diese ernstnimmt und sofern sie sachlich bleibt auch nicht löscht. Vor allem im Internet kann dies ansonsten sehr schnell eskalieren und u.U. einen Shitstorm auslösen. Ein negatives Beispiel ist hier z.B. die GEZ-Diskussion, wo kritische Beiträge in den ARD-/ZDF-Foren vielfach gelöscht werden.

  29. Kritik ist richtig und wichtig. ABER. Bei Kritik ist natürlich auf Form und andere Faktoren zu achten. Beleidigende Kritik bringt genau niemandem etwas. Konstruktive Kritik dagegen bringt schon eine Menge mehr.

  30. Jan

    .

    Wer sich öffentlich darstellt, ist schnell mal irgendeiner Kritik ausgesetzt – zumindest finden sich sehr schnell ein paar Leute ein, die glauben, sich äußern zu müssen.

    Dagegen ist grundsätzlich auch gar nichts auszusetzen, wenn die Kritik sachlich fundiert und respektvoll vorgetragen wird. Leider mangelt es so manches Mal an Beidem.

    Ich denke, in manchen Foren oder Blogs ginge es sehr viel friedlicher zu, wenn man Beiträge solcher Querulanten einfach löscht … da bin ich leider gar nicht so tolerant. Im richtigen Leben kann man sich dem entziehen, indem man solche Leute stehen lässt, im Internet gelten da für mich andere Regeln.

    Merkwürdig ist nur, dass sich Störenfriede im Netz sehr viel mehr trauen als in der Realität – da ziehen die eher den Schwanz; in der Anonymität des Netzen fühlen sie sich stark.

    Man sollte solche Leuten einfach vom Spielplatz entfernen.

    .

  31. Aus der Seele gesprochen. Auch ich habe neulich im Netz einen Beitrag – es war allerdings ein unzufriedener Einzelner – gelesen und ich war erschüttert über so viel kaltschnäuzige Ausdrucksweise, so viel Runterputzen, so kleiner machen als es ist. Wenn man sich bei Entwürfen persönlich angegriffen fühlt, ist es besser erstmal tief Luft zu holen und nicht aus dem Affekt heraus etwas zu schreiben, was einem hinterher vielleicht Leid tut. Manche Dinge muss man, auch und gerade wenn man persönlich betroffen ist, erstmal sacken lassen und eine Nacht drüber schlafen. Oftmals lohnt es sich auch Textstellen, die betroffen machen, wohlwollend zu hinterfragen, denn es ist nicht immer so, dass das was bei einem selber ankommt, auch so vom anderen gemeint war. Grundsätzlich finde ich es aber gut, wenn diskutiert und auch kritisiert wird, zeigt es einem doch meist nur, wie die Welt durch die Brille eines anderen ausschaut. Bei richtiger Anwendung, kann das den Horizont nur erweitern.

  32. Bei einer solchen Debatte, die sachlich und motivierend geführt wird, habe ich eigentlich noch nie die Stimmen derer gehört, die sich angesprochen fühlen sollten. Ich finde, Blogs sind subjektiv und folgen nicht unbedingt journalistischen Regeln (falls solche noch auf breiter Ebene ernst genommen werden?). Ich habe von Ellen und vielen anderen häufig gute und umsetzbare Tipps bekommen. Um nicht auf der “Schleimspur auszurutschen” schreibe ich dann nicht immer toll, Klasse, hilfreich usw. Sollte ich tun, denn in diesem Forum geht es schließlich auch darum, zu bewerten und ggf. um Anerkennung! – Desdruktive Kritik – das wurde in der Debatte häufiger gesagt – gehört in die Ablage “P”. Wer sich nicht benehmen kann – im Web oder sonstwo – verdient keine Aufmerksamkeit. Wie Ellen es macht, ist es gut. Sie geht auf die meisten Fragen ein, reagiert sachlich auf Kritik (auch wenn ich manchmal denke, jetzt übertrifft sie sich selbst…).

  33. olistar

    Hallo Ellen,
    erst einmal ein großes Lob von mir. Ich bin heute durch Zufall (gibt es so etwas?) auf Deine/Eure Seite gekommen und finde die Seite einfach klasse! Jeder disqualifiziert sich selber durch diese Art der Kommentierung.
    Also bleib stark, viele finden das was und anscheinend auch wie Ihr es macht gut !
    Eine Frage, habe noch Probleme beim verknüpfen von “flickr” mit “wordpress”. Der dumme USER (also ich) weiss nicht wie es genau funktioniert, es kommt immer diese Fehlermeldung:
    http://your-blog.url/xmlrpc.php
    Wenn ich meine Blog-Url eingebe “bankingpartners.wordpress.com” geht es aber nicht.
    Hast Du ne Idee woran es liegen kann oder wo ich etwas über dieses Thema erfahren kann?
    Lieben Gruß nach Stuttgart aus Frankfurt
    Oli

  34. Hallo Ellen,

    hier kommt nun die hoffentlich konstruktive Kritik. ;-)

    Die Überschrift lautet “Wie soll man mt Kritik umgehen?”. Der Inhalt deines Beitrages ist aber eher “Wie soll man eine Kritik verfassen?” Ich weiß nun immer noch nicht deine Meinung dazu. Löschst du? Ignorierst du? Kommentierst du auch ungerechtfertigte Kritik?

    Und nun mein Senf dazu: Zunächst würde ich mal unterscheiden zwischen wirklicher Kritik und, wie nenne ich es am Besten, hmm … bashing, unbegründende Beleidigungen?

    Jedenfalls würde ich hier die erste Fallunterscheidung machen. Die zweite Kategorie (bashing, Beledigungen, etc) würde ich einfach stehen lassen und ignorieren. Einzige Ausnahme: strafrechtlich relavante Einträge über Dritte müssen natürlich gelöscht werden. Wenn jemand über mich strafrechtlich relevante Beleidigungen verfasst, was solls, da stehe ich einfach drüber.

    Mehr oder weniger fundierte Kritik ist ja gewohlt und darüber müssen wir nicht diskutieren.

  35. Hallo Ellen,

    Kritik scheint ein heikles Thema – nicht nur – im Internet zu sein. Darum halte ich es so, dass ich nie über Blogs und Social Media meine Kontakte anschreibe, wenn ich z. B. etwas sehe, worauf ich hinweisen möchte. Leider werden Anregungen (nicht immer kritisch gemeint) oft falsch verstanden und schon ist eine Menge Menschen dabei, sich an der Diskussion zu beteiligen, obwohl es doch eigentlich nur die von mir angesprochene Person und mich betrifft. Da habe ich leider sehr schlechte Erfahrungen gemacht und wähle daher immer die persönliche Ansprache via Telefon oder mail oder Direktnachricht.

    Auf jeden Fall, vielen Dank, dass Du das Thema aufgegriffen hast.
    Viele Grüße
    Rolf

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