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Meine Erfahrungen zum Verkauf digitaler Produkte (Teil 1): E-Junkie

Hinweis: Auf Grund der in Deutschland seit dem 1.08.2012 geltenden Button-Lösung für Online-Shops nutze ich inzwischen das WooCommerce WordPRess-Plugin anstelle von E-junkie. Weitere Infos findest du im Artikel “Der Verkauf digitaler Produkte (Teil 2): WordPress und WooCommerce”.

Auf der Suche nach einer einfachen und zuverlässigen Shoppingcart-Lösung für den Verkauf der Elmastudio WordPress-Themes habe ich mich im letzten Jahr für E-junkie.com entschieden. Da das Shoppingcart-System auf der Elmastudio-Seite nun schon eine Weile im Einsatz ist, möchte ich meine Erfahrungen, sowie die Vor- und Nachteile von E-junkie im folgenden Artikel zusammenfassen.

Die benötigten Anforderungen für den Verkauf

Da ich letztes Jahr noch keine große Erfahrung mit Onlineshops hatte, war mir eine unkomplizierte aber dennoch zuverlässige Shoppingcart-Lösung besonders wichtig. Und da wir ja schon eine bestehende WordPress-Webseite hatten, sollte auch die Einbindung in WordPress möglichst leicht umzusetzen sein. Nach einiger Recherche habe ich mich letztendlich für E-junkie entschieden, vor allem da auch einige andere Anbieter von WordPress-Produkten (z.B. Das WordPress-Buch von Digging into WordPress) das Shoppingcart-System im Einsatz hatten. Und auch die einfache Verknüpfung mit Paypal und der Bezahl-Vorgang über den Paypal-Checkout-Button hat mir bei e-junkie gut gefallen.

Die E-junkie-Webseite und der Support

Die Webseite ist zugegebener Weise leider nicht gerade die schönste, was mich anfangs schon etwas gestört hat (ich hoffe es gibt irgendwann einmal ein Redesign). Die Dokumentation und das Forum ist aber dafür recht umfangreich und bisher habe ich auch zu jeder Frage eine Antwort gefunden. Auch der Support (allerdings ausschließlich auf Englisch) funktioniert nach meiner Erfahrung zuverlässig (ich musste ihn bisher nur einmal in Anspruch nehmen). Die Entwickler von E-junkie sitzen in Tucson, Arizona und abgesehen von der Zeitverschiebung haben sie bei meinen Support- und Forums-Anfragen bisher schnell und zuverlässig reagiert.

Die Account-Übersichtsseite von E-junkie

E-junkie Produkt einstellen

Ein neues Produkt im E-junkie Account anlegen.

Sprachunterstützung

Wer nach einer Shoppingcart-Lösung auf Deutsch oder nach einer mehrsprachigen Lösung sucht, ist bei e-junkie allerdings nicht richtig aufgehoben. Die ejunkie-Shoppingcart ist komplett Englisch und bietet meines Wissens derzeit auch noch keine Übersetzungs-Funktion. Da der Text in der Shoppingcart nicht sehr umfangreich ist, finde ich das allerdings (zumindest für meine Ansprüche) keinen sehr großen Nachteil. Vor allem da das Publikum beim Verkauf von WordPress-Themes sowieso recht international ist. Bei anderen Verkaufs-Produkten könnte das aber sicher ein Nachteil sein.

Der Preis für die Shoppingcart-Nutzung

Der Preis von insgesamt 5 US-Dollar für bis zu 10 Produkte und 50MB Speicher für die digitalen Produkte (e-Junkie Preisübersicht) ist sehr günstig (die Bezahlung erfolgt automatisch über Paypal). Das ist vor allem für kleine Shops oder Shops, die gerade erst durchstarten ein Vorteil. Außerdem kann man den Dienst für eine Woche kostenlos ausprobieren und so schauen, ob man mit der Nutzung zurecht kommt und E-junkie das Richtige für einen ist.

Und so funktioniert’s

Nachdem man sich ein Account auf der Webseite eingerichtet hat, kann man mit dem Einstellen der Produkte loslegen. Dazu kann man der Schritt für Schritt-Abfolge im Account folgen und z.B. den Produktnamen, die Produktnummer, den Preis, die Mehrwertsteuer, den Email-Text zum Verkauf etc. angeben und natürlich auch das digitale Produkt hochladen.

Nachdem man ein Produkt angelegt hat, bekommt man den benötigten Code für den Shoppingcart- und den Kaufen-Button zum Kopieren und Einfügen angezeigt. Man kann den Code auch noch etwas anpassen und z.B. nur den benötigten Link benutzten. Das ist hilfeich, wenn man eigene Shoppingcart-Symbole verwenden möchte.

Den Code setzt man dann einfach auf der eigenen Webseite ein (bei WordPress-Seiten entweder im WordPress-Texteditor oder direkt in der entsprechenden Template-Datei). Wenn der Code eingefügt ist, wird ein Lightbox-Fenster mit der Shoppingcart geöffnet, sobald der Kaufen- oder Einkaufskorb-Button angeklickt wird.

e-Junkie Shoppingcart

Die e-Junkie Shoppingcart Lightbox auf Elmastudio.

Um den Einkauf zu bezahlen, wird der Käufer dann über den Paypal-Button zum Bezahlung auf der Paypal-Seite weitergeleitet (es gibt auch andere Zahlungs-Optionen z.B. Google Checkout). Nach der erfolgreichen Zahlung wird der Käufer wieder auf die Verkäufer-Webseite zurückgeleitet (eine individulle Seite wie “Vielen Dank für Ihren Einkauf” kann im ejunkie-Account festgelegt werden).

Der Käufer bekommt eine Email (an die bei Paypal hinterlegte Mail-Adresse) mit einem eigenen Download-Link für das digitale Produkt. Die Anzahl der Downloads ist auf neun beschränkt. Wenn Käufer also mehr Downloads benötigt, muss leider manuell ein neuer kostenloser Download-Link zugeschickt werden.

Als Verkäufer kann man einrichten, dass man eine Kopie der Download-Link Email zugeschickt bekommt. Dies würde ich auf jeden Fall empfehlen, da man so bei Verlust der Email seitens des Käufers schnell eine Kopie der originalen Email mit Link nachschicken kann. Zusätzlich bekommt der Verkäufer eine Verkaufs-Zusammenfassung mit allen wichtigen Daten zum Verkauf von E-junkie geschickt. Im Account können die Verkaufsdaten aller Verkäufe auch über ein Transaktions-Log aufgelistet oder in Tabellenform heruntergeladen werden (das Verkaufs-Log kann nach Produkten oder Zeitraum gefiltert werden).

Mein Fazit zu E-junkie

Bestimmt hat E-junkie auch einige Nachteile und ist allein wegen der rein englischsprachigen Umsetzung nicht für jeden Verkäufer geeignet. Doch für eine unkomplizierte Shop-Lösung und für Verkäufer die nur eine kleine Anzahl an Produkten online verkaufen möchten, ist E-junkie aus meiner Erfahrung eine gute und zuverlässige Option. Ein weiterer Vorteil ist, dass ohne weitere Zusatzkosten Coupon-Aktionen und ein eigenes Affiliate-Partnerprogramm direkt über das E-junkie Account möglich sind.

Alternativen zu E-junkie

Ähnliche Angebote für den Verkauf digitaler Produkte bieten zum Beispiel:

Wie ist deine Erfahrung? Kennest du Alternativen zu E-junkie?

Hast du auch schon Erfahrungen mit verschiedenen Online-Shopsystemen gemacht und wie ist deine Einschätzung? Kennst du weitere Alternativen zu E-junkie, die eventuell auch für deutschsprachige Shops geeignet sind? Über den Feedback und weitere Tipps freue ich mich sehr!

24 Kommentare

  1. Oliver Adam

    Hallo,

    ich würde nicht darauf setzen. Ich vermute sehr stark, dass die Conversion besser sein könnte, da Du viele Zahlungsweisen wie Lastschrift, Kreditkarte etc. ausschließt. Dir würde ich einen Zahlungsanbieter wie Micropaiment empfehlen: https://www.micropayment.de. Einfach einzurichten, viele Zahlungsweisen möglich, deutscher Support :-)

  2. Ich kenne E-Junkie nur als Käufer (von Elmastudio-Produkten) und kann einzig die kundenseitige Erfahrung beurteilen. Diese fällt aber durchaus positiv aus: Ich fühlte mich gut durch den Prozess geführt und transparent informiert. Paypal als Zahlungsform ist mir eh sympathisch (und eigentlich Pflicht). Fazit: Mehr kann man nicht verlangen.
    Mit Grüssen – Roger

    • @Roger: Danke für Dein Feedback, das freut mich sehr zu hören :) Paypal ist meiner Ansicht nach auch die einfachste Zahlungsart und man kann über Paypal ja ebenfalls mit Kreditkarte oder Lastschrift zahlen. Die Anzahl verschiedener Zahlungsoptionen kommt glaube ich aber auch stark auf die Branche bzw. das Produkt an, welches verkauft wird. Viele Grüße, Ellen

  3. Jens Würfel

    Ich war vor zwei Jahren für ein Kundenprojekt auf der Suche nach einem deutschsprachigen ECommerce- Plugin. Irgendwann bin ich auf das hier gestoßen: http://wpshopgermany.maennchen1.de, habe es dann aber doch nicht gebraucht, da das Projekt gecancelled wurde. Ich habe es auch nie getestet.
    Die Entwickler nennen es zurecht “Das erste echte WordPress Shop-Plugin für Deutschland”, denn damals gab es nicht anderes – zumindest nichts, was auf die rechtliche Situation in Deutschland angepasst war und überdies ständig auf dem Laufenden gehalten wurde.
    Vielleicht ist es ja für Euch zumindest testweise interessant … falls Ihr mal ein Shop-Theme bauen wollt. :-)

  4. Vielen Dank für den Artikel. Leider ist mir der rechtliche Aspekt etwas zu kurz gekommen und ich wäre mir nach einen kurzen durchklicken nicht sicher, ob die Shopping Lösung wirklich abmahnsicher (was für’n Wort :-( ) ist.

  5. Manfred

    Ich befürchte, dass diese Lösung (wie viele andere WP-shopping Plugins auch) eine wunderbare Zielscheibe für abmahnwütige Mitbewerber und Anwälte hergibt – die müssen nicht einmal allzu genau zielen um zu treffen :-( .

  6. Ralf

    Auch für mich ist der rechtliche Aspekt für Deutschland zu kurz gekommen.
    - Rechtliche Situation gegenüber Abmahnungen
    - Rechtliche Situation aus Sicht des Finanzamts (Steuer ausweisen usw.)

    Internationale Shopinglösungen sind eigentlich recht komplex.

  7. Hey Ellen, nutze E-Junkie auch seit einigen Monaten aktiv und muss sagen, dass ich sehr zufrieden damit bin. Die Benutzung ist sehr simpel und verständlich. Wenn man Lust (und ein wenig Ahnung) hat, kann man auch alles Mögliche dabei anpassen.

    Viele Grüße, Artur

  8. Ich befürchte auch, dass e-junky in Deutschland zu rechtlichen Problemen führen kann. Oder sind die juristischen Fallstricke (Stichwort Buttonlösung, Widerruf etc.) einwandfrei umgesetzt? Wenn nicht könnte es unter Umständen heikel werden.

    Ich setze seit etwa einem Jahr auf WooCommerce (mit einigen Modifikationen). Seit kurzem gibt es dafür nun auch eine Erweiterung von Inpsyde auf http://marketpress.com/, die den Shop für den DE Markt anpasst.

  9. @alle: Vielen Dank für das Feedback und die vielen hilfreiche Tipps. Ich bin gerade dabei nach weiteren Shop-Optionen zu recherchieren, die eventuell noch etwas mehr Möglichkeiten anbieten als E-junkie. Ich werde also auf jeden Fall noch weitere Artikel zum Thema schreiben und dann auch die deutsche, rechtliche Lage aufgreifen.

    Ja es stimmt, dass bei E-junkie leider keine Standard-Lösung für die Bestätigung der AGBs per Checkbox vorhanden ist. Ich habe gestern noch etwas recherchiert und bin gerade dabei dies nachzurüsten. Es gibt hierzu auch schon diverse Threads im E-junkie Forum. Woocommerce und Marketpress (vielen Dank für deinen Tipp, Michael) sehen aber auch super aus und bietet mit den etlichen Erweiterungen natürlich jede Menge mehr Optionen. Gibt es über Woocommerce eigentlich auch eine Affiliate-Option?

    Ich werde auf jeden Fall weiter über das Thema Onlineshops (vor allem in Kombination mit WordPress) berichten, da das Thema bestimmt für viele sehr interessant ist :)

    Viele Grüße, Ellen

  10. Hallo Ellen,

    das Hauptproblem der meisten Shoppingcart-Lösungen ist, dass sie gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Insbesondere das sogenannte Gesetz zur Buttonlösung (die Übergangsfrist ist am 1.8. 2012 abgelaufen) wird von nahezu keinem der ausländischen Anbieter abgedeckt.

    Ein Blick auf Eure Theme Seiten zeigt zudem, dass Ihr Euch vermutlich mit dieser Thematik auch noch nicht näher befasst habt. Eure “Kaufen” Buttons stehen noch immer rechts oben neben der Abbildung des Themes und tragen zudem eine unzlässige Beschriftung. Das Sternchen und der Hinweis auf Zahlung via Paypal dürfen im Button nicht erscheinen, die erlaubten Texte sind im Gesetz zur Buttonlösung klar definiert.

    Auch die Position des Buttons an der verwendeten Stelle ist unzulässig, da der “Kaufen” Button auf der abschließenden Bestellseite, in Eurem Fall also die Seite des jeweiligen Themes nur direkt unterhalb der produktelevanten Daten stehen darf.

    Strittig bzw. ungeklärt ist auch, ob die abschließende Bestellseite nun in Eurem Fall die Produkt- (Theme-) Seite ist oder gar die Zahlungsseite des Shoppingcard Anbieters. Nachdem auf Euren Seiten keinerlei Verkaufsvorgang statt findet, tendiere ich zu der Annahme, dass Gerichte die Seite des Shoppingcart Anbieters als abschließende Verkaufsseite sehen. Dies würde bedeuten, dass auf dieser Seite alle Regeln zur Buttonlösung eingehalten werden.

    Dies beginnt schlicht damit, dass die abschließende Bestellseite für deutsche Kunden eines in Deutschland ansässigen Händlers auch in deutsch erscheinen müssen. Alle produktrelevanten Daten auf dieser Seite enthalten sind, der Button die vorgeschriebene Bezeichnung trägt und, und, und…

    Um Euch selbst vor etwaigen und vor allem teuren Abmahnungen zu schützen solltet Ihr Euch schnellstens mit dieser ungeliebten Materie auseinandersetzen.

    Auf der Seite des Händlerbundes findet Ihr ein Whitepaper zur Buttonlösung zum download. Ansonsten hilft hier auch eine Suche über Google.

    Das Gesetz zur Buttonlösung betrifft jeden deutschen Staatsangehörigen bzw. in Deutschland ansässige Firmen, die über das Internet Verkäufe tätigt. Dies gilt auch für Firmen welche über Plattformen wie Amazon oder Ebay ihre Ware an den Mann / die Frau bringen.

    Nachdem Abmahnungen in der Regel sofort mit 4stelligen Beträgen zu Buche schlagen (der bezifferte Streitwert liegt meist deutlich höher) kann ich nur jedem Empfehlen sich die Zeit zu nehmen und sich in dieses Thema einzuarbeiten und ggf. die notwendigen Anpassungen umzusetzen.

    In diesem Sinne ein schönes Wochenende,
    Klaus

    • Hallo Klaus,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und deine hilfreichen Tipps. Ich arbeite gerade schon an einer Nachbesserung für unsere WordPress-Themes, die Links sind da sehr hilfreich. Vielen Dank und viele Grüße, Ellen

  11. Hallo Ellen.
    Dein Ausführungen machen Neugierig. Plane ag http://bewegtbild-in.de langfristig evtl. auch digitale Produkte anzubieten. Mich würde vor allem interessieren, wie es denn mit der jetzt voreschriebenen “Kostenpflichtig erwerben” Anforderung aussieht? Das dies nur englisch ist stört mich persönlich nicht.
    Eigentlich mache ich ja die meissten Projekte mit REDAXO. Aber seit kurzem für bestimmte Einsatzzwecke kleinerer Projekte auch WordPress. Dein Know-How und deine Leistungen sind da echt beeindruckend. Glaub ich schau hier öfters rein ;-)

    Viele Grüße,
    Gerald

  12. Pingback: Der Verkauf digitaler Produkte (Teil 2): WordPress und Woocommerce | Elmastudio

  13. Dorian

    Hi Ellen. Ich habe ein Problem. Ich benötige in einer kleinen Webseite nur einen Paypalbutton und die Bezahlmöglichkeit via Paypal. Welches Plugin würdest du empfehlen?

  14. Hallo Dorian,

    bietet da nicht Paypal was fertiges an, dass einfach nur als html-Quelltext rein muss?

    Ich wäre damit dennoch vorsichtig, weil das nach deutschem Recht, von Juristen mal als unbedenklich und ein anderes mal als Abmahnfähig eingestuft wird. Tät ich in jedem Fall prüfen lassen.

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